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Anwaltswechsel mit PKH bei Berufsverbot des Anwalt


11.05.2011 16:15 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

Mein jetztiger Anwalt hat,wie ich selbständig herausgefunden habe,seit März diesen Jahres ein Berufsverbot.Den Anwalt habe ich seit gute einem Jahr,zwecks Sorgerechtsregelung und Umgangskontake etc.Eine Umgangsregelung wurde letztes Jahr getroffen,die ich aber anfang diesen Jahre mit meinem Anwalt ändern wollte.Er hatte sich dies auch alles notiert und teilte mir mit er würde das an die Gegenpartei schicken.Die ganze Sache ist dann etwas im Sande verlaufen,da ich privat viel um die Ohren hatte.Ende April bekam ich dann vom Jugendamt die Mitteilung das mein Ex-Mann den Antrag auf Ordungsgeld bzw. Ordnunghaft gestellt hat.Ich habe daraufhin meinen Anwalt kontaktier da mir dabei auch auffiel das ich nie eine Durchschrift von ihm bekommen hatte.Er war nicht zu erreichen,nicht in der Kanzlei,nicht über AB,auch nicht über Fax.Jetzt musste ich letzte Woche wieder vom Jugendamt erfahren,das mein ex-mann den Antrag genehmigt bekommen hat und ein Beschluss vorliegt,da ich ja "angeblich" Zeit seit April gehabt haben soll mich zur Sachlage zur Äußern,und ich dies "angeblich nicht getan haben soll.Angeblich deswegen weil weder ich noch mein Anwalt Kenntnis von solche einem Beschluss haben.Dann bin ich einfach letzte Woche nochmals zur Kanzlei meines Anwalts gegangen und habe ihn angetroffen,dabei versicherte er mir alles sei in Ordnung und er würde wieder ein Schreiben an das Gericht und die Gegenpartei schicken.Heute finde ich über die Anwaltskammer heraus das dieser Anwalt seit März ein Berufsverbot hat.
Ich brauche unbedingt einen neuen Anwalt,weiss aber nicht wie ich das machen soll da ich PKH habe.Ausserdem werde ich in ein paar Tagen entbinden und 8 Wochen danach krankgeschrieben sein.
Was kann ich jetzt tun?

Mit freundlichen Grüßen
Vielen Dank für ihre Antworten
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Grundsätzlich darf Ihnen durch den Wegfall Ihres Anwalts wie hier infolge des wohl erfolgten Entzugs der Anwaltszulassung kein Nachteil entstehen. Hierfür gibt es auch im anwaltlichen Berufsrecht entsprechende Sicherungsinstrumente. Insbesondere ist die zuständige Anwaltskammer in solchen Fällen wie dem von Ihnen geschilderten zunächst einmal gehalten, für den Rechtsanwalt, dessen Zulassung entzogen wurde, einen anderen Kollegen als Vertreter bzw. Abwickler zu bestellen, welcher die laufenden Mandate wie in Ihrem Fall fortführt. Sie sollten sich daher zunächst bei der Anwaltskammer danach erkundigen, ob bereits und wenn ja welcher neue Anwalt als Abwickler eingesetzt wurde. Dieser muss und wird dann Ihr Mandat zu Ende führen, in diesem Fall benötigen Sie also keinen neuen Anwalt, weil Sie ja bereits automatisch weiterhin einen haben.

Sollte sich dabei jedoch eventuell ergeben, dass noch kein Vertreter bzw. Abwickler vorhanden ist, können Sie ggf. auch einfach noch einen neuen Anwalt mit Ihrer weiteren Vertretung beauftragen, dies dann wiederum über eine erneute Beiordnung über PKH. Nach der Rechtsprechung (z.B. OLG Frankfurt vom 03.08.2000, Az: 1 WF 143/00) kann die Beiordnung eines anderen Anwalts im Rahmen der PKH dann verlangt werden, wenn dadurch entweder der Staatskasse keine Mehrkosten entstehen oder wenn eine Partei, die die Kosten selber tragen müsste, vernünftigerweise einen anderen Anwalt beauftragen würde. Zumindest der vorgenannte zweite Fall dürfte hier nach Ihrer Schilderung vorliegen, da bei einem Berufsverbot bzw. Verlust der Zulassung vernünftigerweise damit zu rechnen ist, dass Sie einen neuen Anwalt mit Ihrer Vertretung beauftragen können, welcher dann das noch laufende Mandat ebenso auf PKH-Basis weiterführt.

Gegegenfalls liegt hier aber auch schon der erstgenannte Fall vor, dass der Staatskasse bei einer erneuten Beiordnung eines anderen Anwalts keine Mehrkosten entstehen. Hierzu müssten Sie zunächst einmal in Erfahrung bringen, ob Ihr bisheriger, also ehemaliger Anwalt die bewilligte PKH bereits bei der Staatskasse abgerechnet hat. Hierfür können Sie im Grunde einfach bei der Geschäftsstelle des Gerichts, welches die PKH bewilligt hat, telefonisch in Erfahrung bringen, ob PKH dort bereits abgerechnet wurde. Ist dies nicht der Fall, können Sie ohne Weiteres einen neuen Anwalt mit der Fortführung beauftragen, welcher wiederum für Sie PKH beantragen kann. Gleichzeitig können sie natürlich aber auch zusätzlich bei der Geschäftstelle noch nachfragen, ob sich ggf. im dortigen Rechtsstreit nicht schon ein Vertreter bzw. Abwickler Ihres ehemaligen Anwalts gemeldet hat, welcher wie aufgezeigt dann Ihre Angelegenheit schon von sich aus weiterführen würde.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und meine Ausführungen helfen Ihnen weiter. Ansonsten wünsche ich noch einen schönen Tag und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt
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