Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Anteil Hauseigentum


21.01.2006 09:29 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Hallo, wir haben eine etwas verzwickte Situation.
Meine Lebensgefährtin ist Hausbesitzerin zu 50% allein und zu 50% mit Ihrem Sohn als Erbengemeinschaft.

Nun wollen wir zusammen anbauen. Um meinen eingebrachten Anteil am Anbau abzusichern wollte ich zu 20% mit in das Grundbuch aufgenommen werden.
Die Kosten des Anbaus betragen ca 100000€ das Haus hat einen Wert von 220000€ wobei es noch mit 10000€ Schulden belastet ist.
Der Anbau startet ca in 2 Monaten, der Kreditvertrag über 90000€ wurde schon genehmigt und von uns beiden unterschrieben.
Einen großteil des Kreditbetrages ca 60%werde ich übernehmen. Nächste Woche werde ich den Antrag zur Bank bringen.
Nun die eigentliche Frage : wie hoch wird die Grunderwerbssteuer und wie setzt sich diese zusammen (wird der Kreditbetrag vom Hauswert abgezogen?)
Welche andere Möglichkeit gibt es meinen Teil den ich einbringe möglichst kostengünstig abzusichern (Zweckerklärung?)


Vielen Dank im voraus

-- Einsatz geändert am 21.01.2006 09:31:06
Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung ihrer Angaben wie folgt beantworten darf:
Der Grunderwerbsteuer unterliegen grundsätzlich alle Erwerbsvorgänge an inländischen Grundstücken. Ihr unterliegen Kaufverträge und andere Rechtsgeschäfte, die einen Anspruch auf Übereignung eines inländischen Grundstücks begründen. So ist sie für den Erwerb von unbebauten Grundstücken, bebauten Grundstücken, Gebäuden auf fremdem Boden (u.a. Wochenendhäuser auf Pachtgelände) und Rechten an Grundstücken bzw. Gebäuden (u.a. Eigentumswohnungen, Erbbaurechte und Verwertungsrechte) zu zahlen. Auch der Eigentumsübergang im Enteignungsverfahren, das Meistgebot bei Zwangsversteigerungsverfahren fallen hierunter.
Die derzeitige Höhe der Grunderwerbsteuer beträgt 3, 5 Prozent der Gegenleistung. Zu der Gegenleistung gehören meistens der Kaufpreis, es können jedoch auch die Übernahme von Belastungen oder die Einräumung von Wohn- oder Dienstrechten hineinfallen. In ihrem Fall würden Sie 20 Prozent des Gesamtwertes des Grundstücks, mithin 320.000 € in die Berechnung der Grunderwerbsteuer mit einfließen. Dies wäre eine Summe in Höhe von 64.000 €. Die Grunderwerbsteuer wurde dann 2240 € betragen. Berücksichtigt worden sind beim Wert des Grundstückes der von Ihnen angegebene Wert des vorhandenen Grundstücks und der Wert des Anbaus. Würden noch weitere Werte mit in die Kaufoption hinsichtlich der 20 Prozent einfließen, so wären diese ebenfalls in die Bemessungsgrundlage der Grunderwerbsteuer einzubeziehen.
Verbindlichkeiten, wie der von ihnen aufgenommene Kredit oder auch die Grundschuld im Grundbuch werden bei der Berechnung der Grunderwerbsteuer nicht einbezogen. Diese Summen dienen ausschließlich dem Kauf beziehungsweise der Finanzierung und stellen eben gerade nicht die notwendige Gegenleistung dar. Sie können daher auch nicht vom Wert des Grundstückes beziehungsweise von der Gegenleistung abgezogen werden.
Jedoch könnte bei ihnen eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer vorliegen, wenn der Grundstückserwerb durch Verwandte in gerader Linie und deren Ehegatten vorliegt. Wenn Sie z. B. einen Miteigentumsanteil in Höhe von 20 Prozent von Ihrer Ehefrau erwerben, dürfte keine Grunderwerbsteuer anfallen.

Ich habe Ihnen zu diesem Zweck einmal einen Auszug aus dem Grunderwerbsteuergesetz, hier den § 3 beigefügt. Hier sind vor allem die Nummern vier und sechs zu beachten.
GrEStG 1983 § 3 Allgemeine Ausnahmen von der Besteuerung
Von der Besteuerung sind ausgenommen:
1. der Erwerb eines Grundstücks, wenn der für die Berechnung der Steuer
maßgebende Wert (§ 8) 2.500 Euro nicht übersteigt;
2. der Grundstückserwerb von Todes wegen und Grundstücksschenkungen unter
Lebenden im Sinne des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetzes.
Schenkungen unter einer Auflage unterliegen der Besteuerung jedoch
hinsichtlich des Werts solcher Auflagen, die bei der Schenkungsteuer
abziehbar sind;
3. der Erwerb eines zum Nachlaß gehörigen Grundstücks durch Miterben zur
Teilung des Nachlasses. Den Miterben steht der überlebende Ehegatte
gleich, wenn er mit den Erben des verstorbenen Ehegatten
gütergemeinschaftliches Vermögen zu teilen hat oder wenn ihm in Anrechnung
auf eine Ausgleichsforderung am Zugewinn des verstorbenen Ehegatten ein
zum Nachlaß gehöriges Grundstück übertragen wird. Den Miterben stehen
außerdem ihre Ehegatten gleich;
4. der Grundstückserwerb durch den Ehegatten des Veräußerers;
5. der Grundstückserwerb durch den früheren Ehegatten des Veräußerers im
Rahmen der Vermögensauseinandersetzung nach der Scheidung;
6. der Erwerb eines Grundstücks durch Personen, die mit dem Veräußerer in
gerader Linie verwandt sind. Den Abkömmlingen stehen die Stiefkinder
gleich. Den Verwandten in gerader Linie sowie den Stiefkindern stehen
deren Ehegatten gleich;
7. der Erwerb eines zum Gesamtgut gehörigen Grundstücks durch Teilnehmer an
einer fortgesetzten Gütergemeinschaft zur Teilung des Gesamtguts. Den
Teilnehmern an der fortgesetzten Gütergemeinschaft stehen ihre Ehegatten
gleich;
8. der Rückerwerb eines Grundstücks durch den Treugeber bei Auflösung des
Treuhandverhältnisses. Voraussetzung ist, daß für den Rechtsvorgang, durch
den der Treuhänder den Anspruch auf Übereignung des Grundstücks oder das
Eigentum an dem Grundstück erlangt hatte, die Steuer entrichtet worden
ist. Die Anwendung der Vorschrift des § 16 Abs. 2 bleibt unberührt.

Weitere Absicherungen wären durch eine vertragliche Regelung möglich. Hier könnte Ihnen im Falle von Auseinandersetzungen, eine Rückzahlung einer bestimmten Geldsumme eingeräumt werden. So könnten sie zum Beispiel das von Ihnen eingebrachte Kapital im Rahmen eines Darlehensvertrages einbringen und innerhalb dieses Darlehensvertrages festlegen, dass eine Rückzahlung des Betrages zuzüglich Zinsen dann erfolgen muss, wenn sie das Haus zum Beispiel aus in der Zukunft entstehenden Gründen verlassen müssen oder nicht weiter nutzen können. Dies könnte dann im Rahmen einer Grundschuld auch im Grundbuch festgeschrieben werden. Eine weitere Möglichkeit ist, Ihnen ein Wohn- oder Nutzungsrecht ebenfalls im Grundbuch festschreiben zu lassen, welches sich auf einen bestimmten Zeitraum beziehen kann. Ein solches Wohn- oder Nutzungsrecht kann auch für das ganze Leben eingeräumt werden.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen geholfen zu haben und Ihnen einen kleinen Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben. Sollten Sie noch weitere Fragen haben oder Informationen benötigen stehe ich Ihnen gerne zu Verfügung. Weiterhin bin ich Ihnen auch gerne in der weiteren Vertretung der Angelegenheit, insbesondere bei der Absicherung des von Ihnen eingebrachten Kapitals behilflich.

Mit freundlichen Grüßen



Christian Joachim
-Rechtsanwalt-



FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER