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Möchte Anteil an Haus überschreiben, fällt Schenkungssteuer an?

26.03.2012 12:24 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban


Guten Tag,
ich und meine Mutter haben zusammen ein Wohn/Geschäftshaus und sind zu je 50% im Grundbuch eingetragen. Es besteht derzeit eine Hypothek in Höhe von 290000 Euro die Kreditverträge haben wir beide unterschrieben, das Haus hat einen Wert von ca. 450000 Euro.
Nun möchte ich meiner Mutter meinen Anteil überschreiben, somit hätte sie 100%.
Aus dem Kreditvertrag lässt mich unsere Bank allerdings nicht raus.
Fällt hier eine Schenkungssteuer an, wenn ja wie hoch wäre diese?
Werden die Verbindlichkeiten bei der Berechnung berücksichtigt?
Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte gerne Ihre Fragen im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und den Vorgaben dieser Plattform.

Bei einer Schenkung, also einer unentgeltlichen Zuwendung Ihrer Mutter an Sie wird nach dem ErbStG ein Freibetrag in Höhe von Euro 400.000 berücksichtigt. Hierbei ist zunächst einmal die Belastung gar nicht mit berücksichtigt.

In Ihrem Fall hat die Hälfte des bebauten Grundstücks einen Wert von 225.000. Bei der Berücksichtigung des Freibetrages sind allerdings "Vorschenkungen" mit anzusetzen.

Hat Ihnen Ihre Mutter in den letzten zehn Jahren bereits mehr als Euro 175.000 unentgeltlich übertragen, so kann hier bei Übertragung des unbelasteten Grundstücks Schenkungsteuer anfallen.

Die Belastung wird allerdings berücksichtigt, wenn Ihre Mutter Sie im Innenverhältnis von der Beteiligung an der Tilgung freistellt. Es ist nicht wesentlich, dass die Bank einer Schuldübernahme Ihrer Mutter zustimmt.

Dann übernimmt Ihre Mutter Ihnen gegenüber eine Belastung in Höhe von 50 % der Darlehensschuld, somit Euro 145.000. Dies gilt im Steuerrecht insoweit als entgeltliche Anschaffung der Immobilie. Der Schenkungsanteil würde dann nur noch Euro 80.000 betragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen. Für eine Nachfrage stehe ich gerne zur Verfügung,

mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin


Nachfrage vom Fragesteller 27.03.2012 | 22:39

Sehr geehrte Frau Zerban,

vorab schonmal vielen Dank für Ihre Antwort, ich denke es gibt ein Missverständnis.

Um die Situation vielleicht nochmal genauer zu Schildern, folgendes:

Das Haus wurde 1995 gekauft. Meiner Mutter hat man damals alleine keinen Kredit gegeben, daher sollte ich mit unterschreiben und dafür hat meine Mutter mich dann ebenfalls mit 50% im Grundbuch eintragen lassen.
Es gab keinen Schenkungsvertrag oder ähnliches, daher dürfte es für aussenstehende oder das Finanzamt, eigentlich wie ein ganz normaler Kauf zweier gleichberechtigter Personen aussehen, die seit Kaufdatum mit je 50% im Grundbuch stehen.
Eine nachträgliche Schenkung gab es nicht.
Es gab also keine Übertragung in den letzten 10 Jahren o.ä., wie Sie vielleicht angenommen haben.

Können Sie mir bitte den genauen Betrag der zu zahlenden Schenkungssteuer nennen, oder sind wir unterhalb des Freibetrages?

Vielen Dank!









Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.03.2012 | 09:54

Sehr geehrter Fragesteller,

das Missverständnis kann ich gerne ausräumen:

Wenn Ihr Mutter im Zuge der Übernahme des Grundstücksanteils auch die Schulden übernimmt,
ist dies insoweit ein entgeltliches Geschäft.

Eine verbindliche Aussage kann ich aber nur dann treffen, wenn mir der notarielle Vertrag vorliegt.

Die nachfolgenden Hinweise orientieren sich daher allein an Ihrer Sachverhaltsschilderung.


Wenn Ihre Mutter sich dann Ihnen gegenüber verpflichtet, die Kreditraten und Zinsen zu zahlen, liegt keine Schenkung von Innen an die Mutter vor. Es ist also wichtig, dass alle Zahlungen auf den Kredit durch die Mutter erfolgt und nicht mehr durch Sie.

Dann fällt keine Schenkungsteuer an. Sie liegen im Rahmen des Freibetrages.

Der BFH hat eine gemischte Schenkung für den Fall verneint, dass der Beschenkte bei einer Grundstücksschenkung im Wege des Schuldbeitritts bzw. der Schuldmitübernahme ebenfalls die Darlehensverbindlichkeit kumulativ übernimmt, der Schenker im Innenverhältnis aber weiterhin die Verbindlichkeiten bedient.

Dann fehlt es an einer tatsächlichen und wirtschaftlichen Belastung, die "Gegenleistung" kann dann bei der Zuwendung nicht berücksichtigt werden.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin

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