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Angebotene Heizungsanlage von Bauträger zu klein

| 10.11.2012 00:53 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


Wir haben vor einem Jahr über eine Hausbaufirma ein Haus gekauft und gebaut.

Die Firma bietet vertraglich vereinbart ein Haus zu einem Festpreis an, inklusive einer Heizungsanlage für das Gebäude.

Im Anschluss werden die einzelnen Gewerke dann über den Bauträger an die entsprechenden Handwerkbetriebe vermittelt und ein Werkvertrag direkt mit diesen geschlossen. Die Bezahlung erfolgt ebenfalls direkt mit den Handwerkbetrieben und nicht über den Bauträger.

Offensichtlich wurde die Heizung durch die Hausbaufirma nicht korrekt angeboten und war zu klein.
Denn einige Monate nach Vertragsabschluß und nach Baubeginn wurde durch die Sanitärfirma beim Hersteller der Heizungsanlage (Fa. Viessmann) eine Heizlastberechnung in Auftrag gegeben. Hierbei wurde der Bedarf für eine größere Heizungsanlage ermittelt. Der Grund liegt vermutlich darin, dass die Hausbaufirma die Kellerräume nicht einrechnete.
Durch die Firma Viessmann wurden gemäß der DIN EN 12831 die Kellerräume in der Heizlastberechnung eingerechnet. Hierdurch ergab sich dann der Bedarf für eine größere Heizungsanlage.

Nun geht es natürlich um die Mehrkosten. Die Sanitärfirma möchte logischerweise mehr Geld für die größere Anlage.
Die Haubaufirma möchte aber diese Mehrkosten nicht übernehmen.

Wie sehen hier die Möglichkeiten für uns aus, die Kosten erstattet zu bekommen:

- wurde die Anlage durch den Bauträger von vornherein falsch angeboten?

- Besteht eine Verpflichtung für die Sanitärfirma die Unterlagen des Bauträgers schon vor oder kurz nach Vertragsabschluss zu prüfen und auf einen solchen Missstand frühzeitig hinzuweisen?

10.11.2012 | 09:15

Antwort

von


(1730)
Marktstraße 17/19
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Der Bauträger ist hier in der Haftung und kann allenfalls mangels eigenem Verschulden Rückgriff bei der Sanitärfirma nehmen.

Hier ist originär als Vertragspartner nach meiner Einschätzung allein der Bauträger zuständig.

Er hat Ihnen eine mangelfreie Heizungsanlage sicherzustellen.

Dass hier die Sanitärfirma Anspruchsgegner ist, sehe ich nicht, dieses wäre atypisch, müsste aber ggf. im Vertrag/in den Verträgen nachgelesen werden.

Dieses änder aber nur etwas am Vertragspartner, nichts an dem Gewährleistungsrecht von Ihnen:

Der Unternehmer hat dem Besteller das Werk frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen.

Das Werk ist frei von Sachmängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenheit nicht vereinbart ist, ist das Werk frei von Sachmängeln,

1.
wenn es sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst

2.
für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Besteller nach der Art des Werkes erwarten kann.

Einem Sachmangel steht es gleich, wenn der Unternehmer ein anderes als das bestellte Werk oder das Werk in zu geringer Menge herstellt.

Dieses steht derart in § 633 BGB: Sach- und Rechtsmangel (Bürgerliches Gesetzbuch).

Damit liegt aller Voraussicht nach ein Mangel vor, der zu folgendem nach § 634 BGB: Rechte des Bestellers bei Mängeln - Rechte des Bestellers bei Mängeln - berechtigt:

Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller, wenn die Voraussetzungen der folgenden Vorschriften vorliegen und soweit nicht ein anderes bestimmt ist,

1.
vorrangig Nacherfüllung verlangen,

2. bei ernsthafter und endgültiger Verweigerung der Nacherfüllung oder nach fruchtlosem Fristablauf (setzen Sie eine Frist zur Nacherfüllung) den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen,

3.
von dem Vertrag zurücktreten oder die Vergütung mindern und

4.
Schadensersatz oder Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

Mehrkosten sind von Ihnen nicht zu zahlen, denn:

Verlangt der Besteller Nacherfüllung, so kann der Unternehmer nach seiner Wahl den Mangel beseitigen oder ein neues Werk herstellen.

Der Unternehmer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

Dieses steht in § 635 BGB: Nacherfüllung .

Gleiches gilt grundsätzlich bei der etwaig vereinbarten VOB/B (Verdingungsordnung für Bauleistungen).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Rückfrage vom Fragesteller 11.11.2012 | 12:24

Vielen Dank für die Antwort.

Ich denke die Hauptproblematik besteht sicherlich darin festzustellen, wer welche vertraglich geregelten Leistungen zu erbringen hat.

Der Bauträger als Dachverband sieht sich nur als Vermittler zwischen dem Bauherr und den einzelnen Firmen. Wobei sich natürlich die Frage stellt, auf welcher Grundlage der Bauträger ein Festpreisangebot (u.a. auch für die Heizung erstellt), wenn sich dies nachträglich als falsch heraus stellt.

Meiner (laien-)Meinung nach besteht ggf. die Gefahr, dass ich zunächst die Sanitärfirma ausbezahlen muss und dies dann gegenüber dem Bauträger wiederum einklagen muss.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.11.2012 | 12:31

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

In der Tat müsste dieses genau geprüft werden.

Der Bauträger kann sich aber in der Regel nicht seiner vertraglichen Verantwortung entziehen.

Ausnahmen davon kann ich auf den ersten Blick nicht erkennen.

Zahlen sollten Sie aber nichts. Denn ansonsten müssten Sie sich das zurückholen.

Ohne weitere anwaltliche Hilfe dürfte es angesichts der Verweigerungshaltung schwierig werden - für weitere Schritte stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.11.2012 | 12:25

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