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Angaben in Risikolebensversicherung

23.10.2013 18:26 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im Jahr 2009 eine Risikolebensversicherung abgeschlossen, in dieser habe ich angegeben, daß ich Nichtraucher bin, was ich zu diesem Zeitpunkt mehrere Jahre tatsächlich war. Leider wurde bei mir im Jahr 2011 eine Knochenmarkserkrankung festgestellt. Leider hat der Arzt meine Angaben nicht korrekt verstanden, und hat in seinem Bericht festgehalten, daß ich bis 2010 geraucht habe, was ja bedeuten würde, das ich bei Vertragsabschluß falsche Angaben gemacht hätte. Es war aber so, daß ich ab 2010 wieder angefangen habe zu rauchen. Durch meine Erkrankung habe ich natürlich nun ein erhöhtes Risiko, daß der Versicherungsfall irgendwann eintritt, und ich befürchte, daß die Versicherung dann wenn sie Arztberichte anfordert sagen wird, ich hätte bei Vertragsabschluß falsche Angaben gemacht, und dann nicht zahlen möchte.

1. Meine Frage ist nun, wie verhält es sich denn in so einem Fall überhaupt, sind dies Vertragsangaben Raucher/Nichtraucher bei denen man eine Veränderung der Versicherung mitteilen muß?

2. Soll ich um diesem Risiko aus dem Weg zu gehen der Versicherung mitteilen, daß ich Raucher bin? oder würden dann auch wieder Gesundheitsfragen gestellt werden, und es könnte durch meine in 2011 festgestellte Erkrankung passieren, daß sie mir den Vertrag gleich kündigen.

Oder sollte man am Besten gar nichts unternehmen, da man ja jetzt wieder Nichtraucher ist, und den Arzt bitten diesen Fehler in seinen Unterlagen zu ändern, wobei dieser Bericht jetzt wegen einer OP auch in einer anderen Klinik abgegeben wurde, nur dadurch ist mir dies jetzt überhaupt aufgefallen.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Anfrage. Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen nunmehr wie folgt beantworten:

"1. Meine Frage ist nun, wie verhält es sich denn in so einem Fall überhaupt, sind dies Vertragsangaben Raucher/Nichtraucher bei denen man eine Veränderung der Versicherung mitteilen muß?"

Ja, in aller Regel müssen Raucher einen höheren Beitrag für die Risikolebensversicherung zahlen, da die statistische Lebenserwartung von Rauchern kürzer und damit natürlich das Risiko des Eintritts des Versicherungsfalles höher ist. Daher müssen die Angaben dazu, ob man Nichtraucher oder Raucher ist, auch wahrheitsgemäß sein. Man darf nur angeben, dass man Nichtraucher ist, wenn man seit mindestens 12 Monaten vor Vertragsschluss nicht mehr geraucht hat und dies auch nicht (mehr) beabsichtigt. Fängt man das Rauchen wieder an, muss man dies der Versicherung mitteilen, da dies zu einer Gefahrerhöhung gehört, die dem Versicherer anzuzeigen ist. Der Versicherer ist dann berechtigt, die Prämie wegen der Gefahrerhöhung zu erhöhen. Dies ergibt sich aus §§ 23 und 25 des Versicherungsvertragsgesetzes.

Der Unterschied zu Ihrer Erkrankung ist aber, dass Sie diese Gefahrerhöhung durch das Rauchen selbst herbeigeführt haben und beeinflussen können. Daher ist diese dem Versicherer anzuzeigen.

Die Erkrankung liegt aber nicht in Ihrem Einflussbereich. Dass nach Vertragsabschluss eine Krankheit eintritt, die das Leben des Versicherungsnehmers verkürzen könnte, ist dann vielmehr dem Risikobereich der Versicherung zuzuordnen. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn die Erkrankung z.B. ducrh eine gefährliche Sportart ausgelöst wurde, die nicht angezeigt wurde.


"2. Soll ich um diesem Risiko aus dem Weg zu gehen der Versicherung mitteilen, daß ich Raucher bin? oder würden dann auch wieder Gesundheitsfragen gestellt werden, und es könnte durch meine in 2011 festgestellte Erkrankung passieren, daß sie mir den Vertrag gleich kündigen."

Wenn Sie jetzt wieder Raucher sind, sollten Sie dies der Versicherung umgehend mitteilen. Dann dürfte sich zwar die Prämie erhöhen, die Leistungen wären bei Eintritt des Versicherungsfalles aber nicht völlig ausgeschlossen. Die Versicherung ist aber nicht berechtigt, eine komplett neue Gesundheitsprüfung durchzuführen.


"Oder sollte man am Besten gar nichts unternehmen, da man ja jetzt wieder Nichtraucher ist, und den Arzt bitten diesen Fehler in seinen Unterlagen zu ändern, wobei dieser Bericht jetzt wegen einer OP auch in einer anderen Klinik abgegeben wurde, nur dadurch ist mir dies jetzt überhaupt aufgefallen."

Nichtraucher sind Sie erst, wenn Sie mindestens 12 Monate nicht mehr geraucht haben. Wenn dies für Sie zutrifft, brauchen Sie der Versicherung auch nicht mitteilen, dass Sie Raucher sind oder waren.

Zudem sollten Sie natürlich Ihre Krankenakte korrigieren lassen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann, Rechtsanwältin

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