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Anfechtung von Prüfungs-Entscheidungen


| 26.06.2007 19:02 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Mein Sohn steht im Diplom-Abschluss Architektur bei einer NRW-Fach-Hochschule. Die Aufgabe:
Entwurf einer Umnutzung für ein Hochhaus. In der Aufgabenstellung war der Abriss wichtiger Gebäude-Teile sowie die Erhöhung des Gebäudes ausdrücklich ausgeschlossen.

Mein Sohn hat sich an diese Aufgabenstellung gehalten. Er bekam mit 2,7 die zweit-schlechteste Note.
Die Arbeiten der Prüflinge, die wichtige Gebäudeteile abgerissen und höher gebaut haben, wurden mit 1,3 bewertet.

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie stellen keine explizite Frage. Ich gehe jedoch davon aus, dass Sie wissen möchten, ob Ihr Sohn etwas gegen die Prüfungsentscheidung unternehmen kann oder nicht. Auf der Basis der mitgeteilten Informationen kann ich Ihnen dazu folgendes mitteilen:

Sie können die Prüfung einer Universität, einer Meisterschule oder, wie im Falle Ihres Sohnes, einer Fachhochschule anfechten.
Dazu ist es nicht erforderlich, dass der Prüfling durchgefallen sein muss. Eine Anfechtung zum Zwecke einer Höherbewertung ist ebenso möglich, da eine Note heutzutage eine überragende Bedeutung für den beruflichen Werdegang haben kann bzw. hat.

Zu unterscheiden ist bei der Anfechtung das Verfahren der Prüfungsanfechtung und der Inhalt der Prüfungsanfechtung.

Da es sich bei einer Prüfungsentscheidung um einen Verwaltungsakt handelt, muss Ihr Sohn rein formal gegen die Erlassbehörde (in Ihrem Fall die Fachhochschule) das Widerspruchsverfahren durchführen. Sofern diesem der Erfolg beschieden ist, ist das Verfahren beendet. Wenn der Widerspruch zurückgewiesen wird, muss Ihr Sohn Klage vor dem Verwaltungsgericht erheben. Sowohl für den Widerspruch als auch für die Klage betragen die Fristen jeweils einen Monat.

Bzgl. des Inhalts der Prüfungsanfechtung sind zwei Dinge zu untersuchen. Zum einen muss untersucht werden, ob eine richtige Lösung als falsch bewertet wurde (sog. fehlerhafte Beurteilung), zum anderenmuss untersucht werden, ob die Prüfung unfair verlaufen ist (sog. fehlerhaftes Verfahren). In Ihrem Fall dürfte es sich um eine fehlerhafte Beurteilung handeln. Für ein fehlerhaftes Verfahren haben Sie keine Anhaltspunkte geschildert (solche wären z.B. faire und gesetzmäßige Prüfungsbedingungen wie korrektes Verhalten der Prüfer, ordnungsgemäße Prüfungsdauer, angemessene Pausen, richtige Ladung zur Prüfung, Prüfungsprotokoll etc.)


Bei einer Prüfungsanfechtung wäre an dieser Stelle zu untersuchen, ob die gestellten Fragen richtig bzw. vertretbar und nachvollziehbar beantwortet wurden und dies auch entsprechend bewertet wurde.
An dieser Stelle liegt dann Ihr eigentliches Problem, bzw. das Ihres Sohnes. Die Prüfer werden bei einem Gerichtsverfahren (sofern der Widerspruch abgelehnt wird) als Zeugen auftreten und naturgemäß Ihre Entscheidungen mit Nachdruck vertreten. Ihr Sohn hingegen muss beweisen, dass seine Lösung korrekt war und falsch bewertet wurde. Im Zweifel wird diese Frage durch einen Sachverständiger entschieden werden.

Sofern sich die Sachlage so darstellt, wie Sie sie geschildert haben, dürfte eine Anfechtung gute Chancen haben. Dies kann jedoch naturgemäß ohne Einsicht in die Prüfungsunterlagen von dieser Stelle aus nicht abschließend beantwortet werden.

Ich kann Ihnen daher nur den Rat geben, sich mit einem Kollegen vor Ort in Verbindung zu setzen, der sich auf Verwaltungsrecht spezialisiert hat. Dieser sollte dann Widerspruch gegen die Prüfung einlegen (ich gehe davon aus, dass die Frist noch nicht abgelaufen ist) und Einsicht in die Prüfungsunterlagen beantragen. Erst danach wird eine abschließende Beurteilung möglich sein.

Gerne kann ich Ihnen einen Kollegen vor Ort empfehlen, an den Sie sich mit Ihrem Anliegen wenden können, sofern Sie dies wünschen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 26.06.2007 | 20:41

Danke für Ihre sehr klaren Ausführungen.
1. Würden Sie - aus Klugheit - bis zum Ergebnis der Mündlichen Prüfung warten?
2. Welche Rolle spielt bei einer Anfechtung der Umstand, dass gerade die Entwürfe, die sich an die einschränkenden Voraussetzungen nicht gehalten haben, so gut beurteilt wurden? Gerade darin liegt ja der Ermessensmissbrauch, während sich die Note meines Sohnes wohl irgendwie rechtfertigen lässt. Beweislage!
Danke
Klaus Fietzek

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.06.2007 | 00:14

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten darf:

Das Abwarten bis zur mündlichen Prüfung hängt mehr von der Einhaltung der Fristen ab. Ich verstehe natürlich Ihre Bedenken hinsichtlich der möglichen "Voreingenommenheit" der Prüfer. Aber wenn Sie die Frist versäumen (vielmehr Ihr Sohn), hätten Sie keine Möglichkeit mehr, die Prüfung anzufechten. Sofern die mündliche Prüfung innerhalb der Fristen liegt, wäre ein Abwarten aus taktischen Gründen keine schlechte Option. Sofern im Anschluss an die mündliche Prüfung ein Gesamtergebnis erzielt wird, welches das berufliche Vorankommen Ihres Sohnes nicht beeinträchtigt, wäre es schon eine Überlegung wert, ob man sich dem Stress und einem (auch) möglichen negativen Ausgang einer Anfechtung noch aussetzen möchte.

Hinsichtlich des Umstandes, dass gerade die Arbeiten als gut bewertet wurden, die sich nicht an die Vorgabe gehalten haben, würde, wie Sie selbst erkannt haben, gerade dies vermutlich das Hauptargument bei der Anfechtung darstellen. Es stellt sich in jedem Fall die Frage, weshalb derjenige, der nach den Regeln spielt, schlechter bewertet wird, als diejenigen, die dagegen verstoßen. Aber wie schon zuvor ausgeführt, bleibt eine abschließende Beurteilung einer Einsicht in die Prüfungsunterlagen vorbehalten.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit abschließend beantworten und wünsche Ihrem Sohn viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
Rechtsanwalt

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