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Absetzbarkeit Instandhaltungskosten für Arbeitszimmer im Hause meines Ehepartners

| 10.07.2013 13:23 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers


Zusammenfassung: Steuerliche Absetzbarkeit von Kosten des Arbeitszimmers im Haus des Ehegatten

Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um die Absetzbarkeit von Instandhaltungskosten für mein neues zukünftiges Arbeitszimmer im Hause meines Ehepartners.

Ich, Freiberufler, arbeite fast nur in meinem Arbeitszimmer, außer bei Besprechungen, dazu fahre ich zum Kunden(Das Arbeitszimmer bildet damit den Mittelpunkt meiner beruflichen Betätigung).

Wir wohnen in einem Einfamilienhaus mit mehreren Etagen.
Da meine Schwiegereltern verstorben sind, steht nun eine Etage leer. Dort muss alles renoviert und instandgesetzt werden.
Bisher hatte ich ein sehr kleines Arbeitszimmer in unserer Etage, welches umfunktioniert werden soll.
Das Haus ist Eigentum meines Ehepartners.
Da unsere Wohnung renoviert ist und wir an unserer Wohnsituation nicht ändern wollen, stellt sich die Frage, ob ich das ehemalige Wohn-/Esszimmer + Küche meiner Schwiegereltern (Anteil ca. 33% an Gesamtwohnfläche ohne Kellerräume) zu meinem Arbeitszimmer machen kann und alle Instandhaltungs- und Modernisierungskosten absetzen kann?

Instandhaltungsmaßnahmen:
- Fußbodenheizung (Grund: heizen ohne Luftzug/ Einsparung von Heizkosten / Modernisierung),
- neue Fenster (alte Fenster sind verzogen und lassen sich wenn erst einmal geöffnet nur schwer wieder schließen, d.h. diese sind kaputt)
- neue Rollläden
- neue Türen (Türen sind ebenfalls verzogen, knarren und eine Tür schließt sehr schwer),
- sowie zwei Wände einreißen und entfernen
- Verlegen neuer elektrischer Leitungen

Solange renoviert wird, kann das Zimmer noch nicht als Arbeitszimmer nutzen, erst wenn alles fertig ist, was sich über mehrere bis viele Monate hinziehen wird.

Können diese Instandhaltungskosten, die ich dann bezahlen werde, von mir abgesetzt werden, obwohl das Haus nicht mein Eigentum ist?

Mit diesem Thema habe ich mich schon ausführlich beschäftigt und mir sind bereits zwei indirekte Lösungen bekannt:
1. Ich müsste Miteigentümer werden.
oder
2. Ich müsste meinem Mann Miete zahlen, dann könnte dieser die Kosten absetzen.

Beide Lösungen sind inakzeptabel, da diese zu aufwändig und nochmal mit Zusatzkosten verbunden sind. Das kann doch nicht im Sinne des Finanzamtes sein, das sich dadurch die abzugsfähigen Kosten nochmal erhöhen würden.

Gibt es eine dritte, direkte und einfacherer Lösung?
Wenn ja, steht mein Gebot, im anderen Fall nicht.

(Wenn ich dann noch ein Schriftstück dazu erhalten könnte, das mir als Rechtsgrundlage dient, bin ich bereit einen wesentlich höheren Preis zu zahlen, die Konditionen dazu sollten wir dann aber in etwas privaterer Form klären.)




Einsatz editiert am 13.07.2013 11:15:19
Eingrenzung vom Fragesteller
10.07.2013 | 13:34
Eingrenzung vom Fragesteller
13.07.2013 | 11:20

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich gerne wie folgt beantworte:

Meines Erachtens gibt es sie, die "dritte" Lösung.

Im BFH-Beschluß vom 23.8.1999 (GrS 1/97) BStBl. 1999 II S. 778 hat der Große Senat des Bundesfinanzhofes entschieden, dass Aufwendungen eines Ehegatten, soweit sie auf das von ihm genutzte Arbeitszimmer entfallen, als Werbungskosten abzugsfähig sind, auch wenn der andere Ehegatte Alleineigentümer der Immobilie ist.

Auf diese Entscheidung, die Sie im vollen Wortlaut im Internet finden, können Sie sich meines Erachtens stützen.

Allerdings ist bei den einzelnen Instandhaltungsmaßnahmen zu differenzieren:
Absetzbar sind lediglich die anteiligen Kosten für Renovierungsmaßnahmen am Gesamtgebäude (z.B. die Reparatur oder Erneuerung des Daches, der Haustür, der Außenfassade, der Heizung, der Fenster) und der Renovierung von Allgemeinflächen des Hauses (z.B. Flur, Diele, Treppenhaus). Werden ausschließlich Wohnräume renoviert, dürfen die Kosten nicht anteilig bei den Arbeitszimmerkosten angesetzt werden (FG Münster vom 26.3.1998, EFG 1998 S. 1000).

Ich hoffe, ich habe Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen können.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schroers
Rechtsanwalt





Nachfrage vom Fragesteller 15.07.2013 | 09:27

Sehr geehrter Herr Schoers,

den von Ihnen genannten BHF-Beschluss hatte ich auch schon gesehen und gelesen. Dort geht es um Anschaffungs- und Herstellkosten bzw. AFA. An den Anschaffungs- und Herstellkosten habe ich mich nicht beteiligt, auch nicht mein Mann, denn dieser bekam das Haus durch eine Schenkung seiner Eltern. Meiner Info nach sind Instandhaltungsmaßnahmen eines alten Hauses(Haus ist bald 40 Jahre alt) jedoch Werbungskosten ohne AFA und wenn absetzbar, dann sofort und in voller Höhe. Auch habe ich gelernt, dass zwischen Instandhaltungskosten, Modernisierungskosten und Renovierungskosten unterschieden werden muss.
Bei den Renovierungskosten habe ich keine Verständnisprobleme (diese sind unbeschränkt abzugsfähig), bei den Instandhaltungs- und Modernisierungskosten habe ich Verständnisprobleme:
Ich werde die Instandhaltungs- und Modernisierungskosten für diese eine große Zimmer mit vielen Fenstern und vielen Türen alleine übernehmen.
Leider habe ich mehrfach im Internet lesen können, das „laufende Gebäudekosten" nicht absetzbar seien, und ich nehme mittlerweile an, Instandhaltungskosten gehören zu diesen "laufenden Gebäudekosten"?
(Ich konnte keine konkreten Informationen finden, wie neue Fenster und Türen zu behandeln sind.)

(Anteilige Kosten für Treppenhaus, Flur und neue Eingangstür möchte ich gar nicht absetzen, da mir dies für die geringe Ersparnis ein zu hoher Aufwand ist.)

Frage zu „Werden ausschließlich Wohnräume renoviert, dürfen die Kosten nicht anteilig bei den Arbeitszimmerkosten angesetzt werden (FG Münster vom 26.3.1998, EFG 1998 S. 1000).":
Es geht nur um Kosten für dieses eine Zimmer. Das Zimmer, vorher Wohnraum meiner Schwiegereltern, steht jetzt leer und wird dann erst (nach Instandhaltung + Renovierung) zu meinem Arbeitszimmer. Oder darf ich aus dem Wohnzimmer kein Arbeitszimmer machen? Oder muss ich erst mein Arbeitszimmer nach unten verlegen, um dann während der Instandhaltung nicht arbeiten zu können bzw. es wieder vorübergehend in einen anderen Raum auslagern? Auf einer Baustelle kann ich schlecht arbeiten.

Ich hoffe Sie können mir bzgl. meiner Rückfragen noch ein wenig helfen?
Vielen Dank im Voraus!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.07.2013 | 12:24

Sehr geehrte Fragestellerin,

es ist zwar zutreffend, dass der BFH-Beschluss nur Anschaffungs- oder Herstellungskosten betrifft, der in der in der Entscheidung zum Ausdruck kommende Rechtsgedanke, dass bei dieser Sachlage, der Einkunftstatbestand Vorrang vor den Eigentumsverhältnissen hat, gilt m. E. aber ebenso für die bei Ihnen in Rede stehenden Aufwendungen.

Werden diese Aufwendungen von Ihnen getragen und betreffen sie ausschließlich das Arbeitszimmer, sind sie steuerlich abzugsfähig.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schroers
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.07.2013 | 10:53

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"Auf Grund der Nutzung der Worte "m.E." bzw. "meines Erachtens" musste ich leider einen kleinen Punktabzug geben. „Meines Erachtens" bedeutet „meiner Meinung nach" und hat demnach keine rechtliche Wirkung. Sollte ich mich irren(?) würde ich die volle Punktzahl geben."
Stellungnahme vom Anwalt:
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