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krankes Pferd gekauft - Recht auf Rückgabe???

15.11.2010 18:36 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Carolin Richter


Sehr geehrte Frau Anwältin,
Sehr geehrter Herr Anwalt.

Ich hätte gern meine Rechte in folgender Sache aufgezeigt und wüsste gern, wie meine Chancen im Falle einer Verhandlung stehen.

Ich habe am 01.10.10 ein Pony auf Raten gekauft. Das heisst, ich habe 400 Euro bezahlt, jede weitere Rate wäre am 15. des weiteren Monats fällig (je 300 Euro, da der Kaufpreis 1000 Euro betragen sollte)

Es kam dazu, weil ich eigentlich ein anderes Pony bei der jungen Dame besichtigt hatte, allerdings gefiel mir Leo (das Pony um das es hier geht) besser. Da wir so viel Geld auf einmal nicht aufbringen können, bat ich die Verkäuferin um Ratenzahlung. Sie meinte erst, das mache sie nicht mehr, da sie schlechte Erfahrungen hätte., ließ sich aber dann zu meinem (vorerst) Glück darauf ein.

Mir wurde versichert, dass das Pony nochmals entwurmt werde und das der Hufschmied die Hufe frisch schneiden würde.

Als ich das Pony abholte, wurde mir unter fadenscheidigen Gründen erklärt, das ich die Entwurmung selbst machen müsse, da ihr Tierarzt nich da sei. Also gut. Da hätte ich mit leben können.
Die Hufe seien aber gemacht worden. Mein Lebensgefährte fragte mich nach dem kauf (leider nicht vorher) warum das Pony so fleckig aussähe. Ich in meiner Euphorie endlich meinen Traum verwirklicht zu haben, hatte dies nicht bemerkt.

Als ich das Pony jedoch in Ruhe zu Hause besichtigte, fielen mit diese Stellen auch auf und ich betrachtete sie genauer. Sie waren schuppig und kahl. Ausserdem juckte sich das Pony ohne unterlass wirklich den ganzen Tag, wann immer es konnte und mir fiel aus, das ein Stück Huf ausgebrochen war.

Auf meine Nachfrage hin wurde mir nach etlichem hin und her bestätigt, das doch kein Hufschmied da war. Ganz toll!!!

Die Flecken hätte er bei ihr nicht gehabt und die hätte er bei mir bekommen. Ich sagte ihr, was der Tierarzt mir sagte, nämlich das diese Schuppen schon länger bestünden und keinesfalls erst seit ein paar Tagen bestehen können. So bat ich sie, sich das selbst anzusehen.

Das tat sie auch und brachte von Ihrem Tierarzt ein Mittelchen mit (für Rinder und Schafe) welches das Problem beheben sollte (wohl Parasitenmittel-ob das bei ihr bekannt ist? Wie sonst kann ein Tierarzt eine Diagnose stellen, ohne das Tier gesehen zu haben). Ich sagte ihr, das ich nicht bereit bin, für ein offenbar krankes/parasitenbefallenes Tier so viel Geld zu bezahlen.

Sie schlug mir vor entweder 100 Euro weniger zu bezahlen oder sie nehme das Pony zurück. Da wir uns ein eventuell Hautkrankes Pony wirklich nicht leisten können (und bei 1000 Euro Kaufpreis auch von Gesundheit ausgegangen waren) sagte ich, sie solle ihn abholen.

Auf einmal aber ginge das nicht mehr. Ich soll bezahlen, ob ich will oder nicht und wir haben einen Vertrag. Ich bin aber bei Kaufabschluss von der Gesundheit des Ponys ausgegangen, welche mir ja auch mehrmals mündlich zugesichert wurde. Ich bin nicht bereit, weiter zu zahlen und sagte ihr, das ich vom Kauf zurück trete.

Ich bot ihr sogar an, mir nur 300 Euro wieder zu geben (wegen desAufwands mit bringen und abholen usw) Aber sie verlangt, das ich zahle.

Ich kann mir ein krankes Pony einfach nicht leisten und um genau raus zu finden, was er hat, würden schon imense Kosten für einen Tierarzt anfallen, welche ich einfach nicht habe. Welche Rechte habe ich?

Im Übrigen hat die "Verkäuferin" noch die Papiere des Ponys. Das heisst, ich kann ihn auch nicht weiter geben an Leute, die Ihn sich leisten können.

Ich war zu gutgläubig und hatte mich bei dem Preis darauf verlassen, das das Tier gesund ist. Da mir diese Person offensichtlich bewusst ein nicht 100 % gesundes Tier verkauft hat, möchte ich das Tier, egal ob Parasiten oder Hautkrank NICHT mehr erwerben.

Sie droht mir jetzt mit Ihrem Anwalt, da ich die Rate nicht gezahlt habe (ich habe nochmals gesagt, sie möchte das Tier abholen) und ich werde mich wehren. Ich hoffe, ich habe Chancen.

Nochmal, er war weder entwurmt noch war ein Schmied da. Er hat Parasiten und Gott weiss, was noch.

Ich hoffe, mir kann jemand helfen.

Mit ganz freundlichen Grüssen

Becker

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsangaben und Ihres Einsatzes.

Beim Tierkauf sind grundsätzlich die gleichen Regelung anzuwenden wie bei einem Kaufvertrag über Sachen. Dem Käufer stehen dadurch die gleichen Gewährleistungsrechte zu, wie zum Beispiel Nachbesserung, Minderung, Schadensersatz, Rücktritt.

Sie geben an, dass Ihr Pony an einer Erkrankung leidet. Damit ist das Pony im juristischen Sinne "mangelhaft". Bei Mangelhaftigkeit kommt es für die Gewährleistungsrechte darauf an, ob dieser Mangel bereits bei Gefahrübergang (Übergabe des Ponys) vorgelegen hat. Dieser Nachweis ist teilweise recht schwierig zu bringen. Dazu aber noch konkreter unten.

Falls Sie das Pony für ihre privaten Zwecke und nicht aus gewerblichen Gründen gekauft haben, liegt ein Verbrauchsgüterkauf vor (§ 476 BGB). Das heißt Sie dürfen das Pony nur Verbraucherin und nicht als Unternehmerin gekauft haben. Im Fall des Verbrauchsgüterkaufs gilt zugunsten des Käufers die gesetzliche Vermutung, dass bei Gefahrübergang der Mangel vorlag, wenn er sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang zeigt. Dies ist bei Ihnen der Fall. Diese Vermutung ist gem. § 90 a Satz 3 BGB auf Tiere entsprechend anwendbar. Da sich bei Ihnen der Mangel innerhalb von sechs Monaten gezeigt hat, muss die Verkäuferin beweisen, dass das Tier bei Übergabe gesund war.

Bei einem Tierkauf sind aber auch die Besonderheiten, die sich daraus ergeben, dass es eben ein Tier ist, zu beachten. Tiere unterliegen kraft ihres Daseins als Lebenwesen einer ständigen Veränderung und Beeinflussung durch Pflege und Umwelteinflüsse. Bei Tierkrankheiten kommt es dabei maßgeblich auf die genaue Krankheit, Infektionsmöglichkeit und Inkubationszeit an. Es kann daher ungewiss bleiben, ob sich das Tier vor oder nach der Übergabe infiziert hat. Falls es bei Ihnen sich jedoch um einen Vebrauchsgüterkauf handelt, wird wie oben beschrieben, ersteinmal vermutet, dass die Krankhiet bei Übergabe vorlag.

Diese Vermutung ist aber widerleglich. Der Verkäufer hat die Möglichkeit das Gegenteil zu beweisen, zum Beispiel durch ein Sachverständigengutachten.

Falls es Ihnen irgendwie möglich ist, sollten Sie versuchen zu klären, um was für eine Krankheit es sich handelt. Grundsätzlich haben Sie erstmal gute Chancen das Geld gegen Rückgabe des Ponys zurückzuerhalten. Gegebenenfalls sollten Sie einen Kollegen oder eine Kollegin vor Ort zur weiteren Vertretung in einem gerichtlichen Verfahren aufsuchen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen Überblick verschaffen. Bitte beachten Sie, dass geringfügige Sachverhaltsabweichungen zu einer veränderten rechtlichen Beurteilung führen können. Bitte beachten Sie weiter, dass eine Onlineberatung keine Beratung vor Ort ersetzen kann.

Mit freundlichen Grüßen

C.Richter
Rechtsanwältin

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