Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
499.704
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

außerordentliche Kündigung privater Darlehensvertrag

| 17.08.2018 11:33 |
Preis: 50,00 € |

Kredite


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Guten Tag,

am 29.05.2018 habe ich mit einem Freund einen privaten, zinslosen Darlehensvertrag über 2000€ abgeschlossen.

Im Vertrag ist geregelt, dass das Geld für den Ausbau einer Wohnung verwendet wird, die sich in Hauseigentum des Darlehensnehmers befindet und die ich dann bewohnen sollte.

Das Darlehen sollte ab 01.09.18 für 300€ pro Monat von mir abgewohnt ( anstatt Miete ) werden.

Nun hat sich die Situation als nicht tragbar entwickelt. Der "Freund" hat begonnen mich zu moppen, hat mich in betrunkenem Zustand letztendlich rausgeworfen und mir gesagt, ich soll ihm alle Rechnungen geben ( ich habe in die Wohnung für den Ausbau, Trockenbauwände, Bad komplett mit Fliesen, Rohrleitungen und vieles mehr, das zur Substanz und nicht beweglich ist, mehrere Tausend Euro investiert. ), er zahlt mich aus und ich soll meine Sachen packen und verschwinden.
Er hat mir mehrmals gesagt, dass er kein Geld hat.
Ich weiß aber, dass der Bau weiter geht.

Für den Vorfall an sich gibt es keine Zeugen, aber für die Zeit unmittelbar danach. Anrufe, persönliche Gespräche, Hilfe beim Packen und auch Information der Handwerker.

Jetzt ist meine Frage, kann ich den Vertrag außerordentlich, fristlos über Paragraph 490 kündigen.

Wie steht es dann mit den Rückzahlungsfristen und welche handhabe hätte ich dann? Würde sich das bei der Summe von 2000€ lohnen?

Desweiteren würde ich gerne wissen, ob eine Chance besteht, die anderen Investitionen zurück zu bekommen. Darüber gibt es leider keinen Vertrag.

Vielen Dank, Gabriele Finsterbusch.
17.08.2018 | 12:22

Antwort

von


(161)
Harmsstraße 86
24114 Kiel
Tel: 0431 88 70 49 75
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Der Darlehensgeber kann fristlos kündigen, wenn der Darlehensnehmer ihm einen wichtigen Grund für die Kündigung bietet. Ein wichtiger Grund ist immer dann gegeben, wenn es dem Darlehensgeber nicht mehr zumutbar ist, das Darlehensverhältnis bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist aufrechtzuerhalten.

Der Anwendungsfall eines wichtigen Kündigungsgrundes beim Darlehen ist gesondert gesetzlich geregelt: § 490 BGB sieht vor, dass das Darlehen gekündigt werden kann, wenn sich die Vermögensverhältnisse des Darlehensnehmers wesentlich verschlechtern, wenn sich der Wert einer für das Darlehen gestellten Sicherheit wesentlich verschlechtert oder eine solche Verschlechterung einzutreten droht.

Oder aber auch wenn aus sonstigen Gründen das Vertrauensverhältnis zwischen Darlehensgeber und Darlehensnehmer zerstört ist. Hierbei sind die Interessen beider Vertragsparteien im Einzelfall gegeneinander abzuwägen.

Sofern Sie aus der Wohnung geworfen wurden, diese daher nicht wie im Vertragszweck ab dem 01.09.2018 weiter bewohnen können, sprich Ihnen damit eine Sicherheit der Rückgewährung entzogen wurde, der Darlehensnehmer keine anderweitige gleichwertige Sicherheit der Rückzahlung angeboten hat und sprichwörtlich das Vertrauensverhältnis weggefallen ist, sehe ich damit einen m.A.n. fristlosen Kündigungsgrund als begründet an.

Ggf. ist auch ein Kündigungsgrund nach dem sog. "Wegfall der Geschäftsgrundlage" gegeben.

Mit einer wirksamen fristlosen Kündigung des Darlehensvertrages wird der geleistete Forderungsbetrag nebst Zinsen etc. (wenn vereinbart) sofort fällig, sprich der Darlehensnehmer muss Ihnen dann den geleisteten Betrag sofort zurückzahlen. Kann er dies nicht im Rahmen einer gesetzten Frist, befindet er sich in Verzug und muss Ihnen dann noch anfallenden Verzugsschaden (Zinsen, Rechtsbeistandskosten etc.) erstatten.

Hinsichtlich den abweichend vom Darlehensbetrag Ihrerseits geleisteten Investitionen ist es problematischer. Sofern Sie eine beweisbare Zusicherung haben, dass Sie anlässlich dieser Investitionen ausbezahlt werden (behalten oder übergeben Sie bitte nur Kopien der Handwerksleistungen und Rechnungen) , sollte dies unproblematisch sein.

Mieter sind i.d.R. verpflichtet, von ihnen vorgenommene oder auf ihre Kosten veranlasste bauliche Veränderungen der Mieträume, Einbauten, Einrichtungen oder Installationen bei Auszug zu beseitigen. Dies gilt in der Regel elbst dann, wenn der Vermieter die Veränderungen ausdrücklich genehmigt hat (vgl. BGH NJW 1981, 2564; OLG Düsseldorf ZMR 1990, 218; LG Berlin GE 1994, 583), weil dieser damit in der Regel nicht automatisch erklärt hat, auf einen Rückbau zu verzichten.

Andererseits ist eine Rückbauverpflichtung i.d.R. dann ausgeschlossen, wenn eine erhebliche Verbesserung eintritt und der Rückbau zu einer Verschlehcterung der Mietsache führt.

Meist schulden die Mieter also keinen Rückbau, wenn die Mieträume dadurch nach allgemein geltenden Maßstäben deutlich verschlechtert würden (vgl. LG Hamburg WuM 1988, 305; OLG Frankfurt WuM 1992, 57; LG Berlin GE 1999, 316; LG Münster WuM 1999, 515).

Einen direkten Schadensersatzanspruch in Erwartung eines langjährigen Nutzungsverhältnis in Bezug auf die getätigten Investitionen kennt das Gesetz in Bezug auf Mieter insoweit nicht, da dies ausnahmslos bedauerlicherweise in die Risikobereich des Mieters/Nutzers fällt.

Anders könne man ggf. nur dann argumentieren, wenn Ihre Investitionen mit Blick auf die Sanierung der Wohnung für die Möglichkeit der Schaffung eines Nutzungsverhältnisses ähnlich einer Bauträgervereinbarung oder aus gesellschaftsvertraglichen Gründen (GbR) oder dergleichen vorgenommen worden sind, dann nämlich wäre der Rauswurf aus der Wohnung als eventuelle Pflichtverletzung unter dem Gesichtspunkt der Rechtsmissbräuchlichkeit und ggf. einer Schadensersatzpflicht begründet. Dies ist jedoch vorerst nur vage eingeschätzt und bedarf daher eine komplexen Prüfung der getroffenen Vereinbarungen um die Wohnung, welche im Rahmen dieser Ersteinschätzung nur sehr begrenzt möglich ist.

Im Ergebnis bleibt daher festzuhalten, Sie sollten dringend eine Vereinbarung mit dem Wohnungseigentümer herbeiführen, in welcher die Rückzahlungsmodalitäten des Darlehens für den Fall der Kündigung als auch der bereits geleisteten Investitionen geregelt sind, damit in dieser Form eine beweisbare schriftliche Erklärung vorliegt, dmait dann mögliche gerichtliche Verfahren deutlich erleichtert werden, zumindest mit Blick auf die Erstattung der Investitionen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Lembcke

Neu

Darf's noch eine Frage mehr sein?

Viele oder regelmäßige Fragen? Mit der Frag-einen-Anwalt.de Flatrate unbegrenzt Fragen stellen.
Sie haben ein Problem, von dem Sie wissen, dass noch mehr Fragen kommen? Sie sind Handwerker, Arzt, Freiberufler oder Gründer? Dann sollten Sie sich das mal näher anschauen.
Details anschauen
Bewertung des Fragestellers 19.08.2018 | 13:06

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich bin mit der sehr ausführlichen Antwort sehr zufrieden. Das hat mir sehr weiter geholfen. "
Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Sascha Lembcke »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 19.08.2018
5/5,0

Ich bin mit der sehr ausführlichen Antwort sehr zufrieden. Das hat mir sehr weiter geholfen.


ANTWORT VON

(161)

Harmsstraße 86
24114 Kiel
Tel: 0431 88 70 49 75
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Miet und Pachtrecht, Arbeitsrecht, Strafrecht, Inkasso, Vertragsrecht, Verkehrsrecht