Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.405
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Zwangsverteigerung und Eigenbedarf


22.02.2007 14:42 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hintergrund.
Ich habe vor 10 Tagen bei einer Zwangsversteigerung ein 1 Zimmerappartement ersteigert. Die Mieterin dieser Wohnung wohnt seit 15 Jahren in dieser Wohnung. Der Mietvertrag hat keine besondere Kündigungsfrist.
Ich möchte gerne diese Wohnung für meine Tochter. Meine Familie (Meine Frau, 2 Töchter und ich) wohnt in einer DHH mit etwa 90m² Wohnfläche. Meine Tochter (22 Jahre alt)hat ein eigenes Zimmer, etwa 10m². Sie ist Studentin im 3. Semester, arbeitet geringfügig.

Bitte seien Sie so freundlich, mir Auskunft zum folgenden Anliegen zu geben:

1. rechtliche und formelle Formulierung des Grundes „Eigenbedarf“:
Der benötigte Wohnraum dient meiner Tochter (22 Jahre), welche zur Zeit noch zu Hause wohnt. Das momentane Wohnverhältnis zu Hause kann man als angespannt bezeichnen, da oft Unstimmigkeiten bezüglich der Lebensweise und generell der Lebenseinstellung zwischen Eltern und Tochter entstehen. Außerdem ist die Wohnung wesentlich näher zu ihrer Arbeitsstätte und zur Uni.
Da sich meine Tochter auch schon durchaus in dem Alter befindet, wo sie eigenständig wohnen möchte, würde sich ihr Auszug positiv auf das familiäre Klima auswirken.

2. Ich habe leider zu spät erfahren, dass die Mieterin geistig labil und auf Sozialhilfe angewiesen ist. Daher die mir unangenehme Frage, ob es möglich wäre, die Ersteigerung rückwirkend zu machen.

Vielen Dank
22.02.2007 | 15:03

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Nach § 57a ZVG haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können demnach das Mietverhältnis mit der gesetzlichen Frist. Die Frist beträgt in Ihrem Fall 9 Monate, da die Mieterin bereits 15 Jahre in der Wohnung wohnt. Sie müssen die Kündigung schriftlich erklären. Als Kündigungsgrund geben Sie an, dass Sie die Wohnung für Ihre Tochter benötigen, § 573 Abs. 2 Ziff. 2 BGB. Die Kündigung sollten Sie per Einschreiben/Rückschein schicken.
2.Mit Zuschlag sind Sie Eigentümer der Wohnung geworden. Die Tatsache, dass Sie nicht wußten, dass die Bewohnerin von Sozialhilfe lebt und geistig verwirrt ist, spielt hierbei keine Rolle, da sich dieser Irrtum nicht auf die Wohnung bezogen hat.
Nach Ihrem Vortrag sind daher keine Gründe für die Anfechtung der Willenserklärung ersichtlich.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

info@anwaeltin-heussen.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 22.02.2007 | 16:49

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Eine Nachfrage habe ich aber noch. Mir ist schon klar, dass ich ein Sonderkündigungsrecht habe.

Wichtig für mich wäre aber zu wissen, ob geschriebene Formulierung des Grundes "Eigenbedarf" rechtlich und formell vernünftig und nachvollziehbar ist und somit eine Eigenbedarfskündigung rechtfertigen.

Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.02.2007 | 21:25

Der Begriff "Eigenbedarf" ist der gängige Begriff für die Kündigung zur eigenen Nutzung oder zur Nutzung eines Familienmitgliedes. Da Sie die Wohnung für Ihre Tochter erworben haben, liegt der Eigenbedarfsgrund vor. Sie müssen in der Kündigung diesen Grund auch benennen.

Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60164 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Toll. vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,0/5,0
Meine Frage wurde ausreichend beantwortet, jedoch finde ich es nicht besonders hilfreich wenn man nur auf Paragraphen verweist, die zur Anwendung kommen, ohne deren Inhalt bzw. deren Auswirkung zu nennen. In meinem Fall hätte ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank an RA Fork! Kurz und präzise auf den Punkt, zügige Rückmeldung - jederzeit gerne wieder! ...
FRAGESTELLER