Sehr geehrter Ratsuchender,
vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
1) Ja, ich denke Eigenbedarf ist unter diesen Umständen durchsetzbar.
2) Sprechen Sie eine Eigenbedarfskündigung aus. Diese sollte mit vernünftigen und nachvollziehbaren Gründen versehen sein. Die hier angegebenen Gründe sollten ausreichen.
3) Heir gibt es keine starren Fristen. Wichtig ist, dass der Eigenbedarf und der Wille die Wohnung selbst zu nutzen tatsächlich vorgelegen haben und nicht nur vorgeschoben waren. Falls Ihre Tochter tatsächlich einzieht und dort lebt und dann aus einem guten Grund wieder wegzieht (Beruf, neue Beziehung, ...) wird man nicht von einem vorgeschobenen Kündigungsgrund reden können.
4) Nein. Ihre Tochter muss sich nicht auf eine Behelfswohnung im Büro Ihres Sohnes verweisen lassen.
5) Ich halte dies im Prinzip für unproblematisch. Allerdings sollt man dies bei der Kündigung evtl. berücksichtigen. Bspw. nicht zu stark auf die Büronutzung abstellen.
6) Auch dies kann nicht schematisch beurteilt werden. Ich denke allerdings, dass man etwas Zeit (ca. ein 3/4 Jahr) verstreichen lassen sollte, allein um mögliche Angriffe abzuwehren. Wichtig ist auch hier, dass Ihnen nicht unterstellt werden kann, dass die Kündigung nur vorgeschoben war. Dies ist aber dann nicht der Fall, wenn sich lediglich heraus stellt, dass Teile des (Wohn-)Raums nicht mehr gebraucht werden.
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Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.