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Zeugnis für Job gefälscht

21.03.2013 10:29 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Die strafrechtliche Verfolgbarkeit einer Urkundenfälschung verjährt nach fünf Jahren. Droht im Rahmen eines Sorgerechtsstreits der andere Elternteil nachträglich mit Anzeige, kann dies wiederum eine strafbare Nötigung darstellen.

Sehr geehrte Anwälte,

ich habe folgendes Problem.

ich bin gerade im sorgerechtsstreit, meine Ex droht mir das sie mich anzeigen will wenn ich gegen sie vor gericht ziehen um das sorgerecht einzuklagen.
ich habe damals ein zeugnis gefalsch um in der Krankenpflege tätig zu sein um meine Familie zu ernähren damit ich mehr verdine, das heißt ich habe diese Ausbildung zum Krankenpfleger nimals beendet jedoch angefangen aber wie gesagt nicht beendet.
auf jedenfall bin ich jetzt seit 10 Jahren in dem Beruf und mache meine Arbeit besser als die Examinierten Pfleger, da ich ja bis jetzt nicht aufgefallen bin.
Sie wusste es 10 jahre lang und droht mir jetzt wie oben beschrieben mit einer anzeige wenn ich vor Gericht gehe.
Meine Frage ist jetzt was soll ich tun??????
würde es etwas bringen wenn ich jetzt kündige und aus dem Beruf raus gehe und eine Ausbildung mache? natürlich wirklich!! kann man mir dann noch etwas??? bzw. wenn ich kündige und dann zum Staatsanwalt gehe und es ihm sage was ich gemacht habe aber aus dem beruf raus gegangen bin?? oder was kann ich tun damit ich da möglichst gut raus komme??
sie müssen wissen das es wirklich nur aus dem grund war das ich einfach mehr verdinen wohlte um meine Familie damals zu ernähren, ich zwar noch dabei geblieben aber ich suche jetzt schon eine ausbildung und will nicht länger in einer lüge leben :-(

Mit freundlichen Grüßen.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Die strafrechtliche Verjährung für eine Urkundenfälschung setzt nach §§ 267, 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB nach fünf Jahren ab Vollendung der Urkundenfälschung ein.

Eine Strafverfolgung wegen Urkundenfälschung ist daher nicht mehr möglich.

2. Soweit tateinheitlich ein Betrug vorliegt, da Sie durch die evtl. Urkundenfälschung zu der Anstellung gekommen sind, so gilt auch hierfür nach §§ 263, 78 Abs. 3 Nr. 4 StGB eine fünfjährige Verjährungsfrist, die bereits abgelaufen ist.

Wenn bei nur vorgetäuschtem Berufsaubildungsabschluss jedoch gleichwertige Arbeit erbracht wird, scheidet Betrug aber i.d.R. ohnehin aus.

Die Gefahr einer strafrechtlichen Verfolgung scheidet nun nach zehn Jahren Zeitablauf in jedem Fall aus.

Eine Kündigung bei Ihrem Arbeitgeber oder eine Selbstanzeige bei der Staatsanwaltschaft wären daher vollkommen unnötig und brächten Ihnen keinen Vorteil

3. Die Kindesmutter begibt sich vielmehr selbst in die Gefahr, sich strafbar zu machen.
Es liegt hier der Verdacht einer versuchten Nötigung nach § 240 StGB nahe. Danach macht sich strafbar, wer durch Drohung einen anderen zu einem bestimmten Verhalten (hier Verzicht auf Geltendmachung des Sorgerechts) veranlasst bzw. zu veranlassen versucht.

Dabei steht es der Kindesmutter zwar grundsätzlich frei, einen wahrheitsgemäßen Sachverhalt gegenüber der Polizei anzuzeigen. Wenn dies jedoch allein zu dem Zweck geschieht, sich im Sorgerechtsstreit einen Vorteil zu verschaffen, kann darin eine strafbare Nötigung liegen.

Entsprechendes würde gelten, wenn die Kindesmutter droht, Ihren Arbeitgeber aufzuklären.

Sie sollten die Kindesmutter daher vorab über die rechtliche Bedeutung und die möglichen Konsequenzen Ihres Verhaltens aufklären und ggf. einen Rechtsanwalt beauftragen, um dem entsprechend Nachdruck zu verleihen.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

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