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Werkstatt hat uns betrogen !


| 10.02.2007 09:00 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Guten Morgen,

ich werde in Kurzform versuchen, zu schildern was uns mit unserer Werkstatt passiert ist.

Wir haben einen 2,5 Jahre alten VW T5, der 180000 km gelaufen ist.

Er verlor ungewöhnlich viel Kühlwasser und wir gaben ihn in unsere Werkstatt ( nicht zu VW ), da wir Geld sparen wollten. Mit drei Kindern muß man einfach rechnen :-(.

Am vierten Tag, nachdem wir das Auto in die Werkstatt gaben, wurde uns gesagt, daß der Zylinderkopf und der Wärmetauscher kaputt seien und die Kosten sich auf ca. 2500-3000 EUR belaufen würden. Es wurde um Anzahlung gebeten und wir borgten uns Geld und zahlten 1000 EUR an. Ich mußte einen Auftrag für die anfallenden Arbeiten unterschreiben.

5 Tage später wurde uns gesagt, daß es doch nur die Zylinderkopfdichtung sei, die kaputt ist.

Einen Tag später die Aussage, :Der Zylinder ist zwischen dem 3.und4.Zylinder so stark gekrümmt, daß doch der zylinderkopf getauscht werden sollte. Da das Auto aber so alt ist, wurde uns gesagt, daß eigentlich der ganze Motor getauscht werden sollte. Kosten ca. 10.000 Eur.

Darufhin fuhren mein Mann und zwei weitere Personen zu dieser Werkstatt, um sich die Krümmung zeigen zu lassen.
Sie konnten keine Krümmung feststellen.
Die Aussage des Mechanikers dazu : Die Krümmung ist so minimal, daß sie nur mit einem Haarlineal messbar wäre.
Auf die Frage nach diesem Werkzeug wurde meinem Mann gesagt, daß sich so ein Lineal nicht in der Werkstatt befindet.

Nach einem späteren Gespräch mit der Werkstatt wurde uns bestätigt, daß die Krümmung so gering sei, daß eine neue Dichtung diese abdichten könne.

2 Wochen nachdem wir das Auto in die Werkstatt brachten, konnten wir das angeblich Fahrtüchtige Auto abholen.
uns wurde noch gesagt, daß in aller Eile noch der Wasserbehälter getauscht wurde, da dieser angeblich defekt war.

Wir bezahlten und fuhren nach Hause. Erst später sahen wir, daß auf unserer Rechnung keine detaillierten Aufführungen über die ausgeführten Arbeiten gemacht wurden. Dafür stand aber ein anderer großer Absatz darunter : "Zylinderkopf zwischen 3.und 4. Zylinder leicht verzogen, Empfehlung der Werkstatt neuen Zylinderkopf verbauen oder Austauschmotor verwenden. Motor wurde auf Kundenwunsch mit neuer Zylinderkopfdichtung wieder zusammengebaut. "

Mein Mann fuhr mit einer weiteren Person auf die Autobahn - nach 26km ging ein Lämpchen an : KÜHLMITTELVERLUST !

Aussage der Werkstatt : Siehe Empfehlung auf der Rechnung.
Das Auto war 2 Wochen in der Werkstatt !

Sie schickten uns weg. Wir fuhren zu VW.
Dort wurde festgestellt, daß die Wasserpumpe kaputt sei. Diese wurde dann repariert.
Weiterhin erfuhren wir, daß der Zylinderkopf sich gar nicht mehr verziehen oder krümmen kann. Es ist ein ganz neues Modell. Es wäre, sollte es so gewesen sein, der erste Deutschlandweit.

Gestern hatten wir ein Gespräch mit der Werkstatt.
Unsere Forderung : Wir wollen das volle gezahlte Geld und die Kosten des Leihwagens erstattet haben.
Die Werkstatt möchte eine Einigung, denn sie hatten auch Kosten, durch z.B. Fehlersuche, Reparatur...

Diese Einigung wäre aber finanziell fatal für uns, denn wir haben bei VW eine Fehlersuche, Reparatur, Leihwagen usw. wieder bezahlen müssen.

Ist die Werkstatt wirklich im Recht ?
Bleiben wir nun auf den Kosten, die die Werkstatt verursacht hat, sitzen ?



Ich danke Ihnen für Ihre Zeit und hoffe, daß das von mir angegebene Honorar ausreichend ist. Ich kenne mich mit dieser Art von Problemen leider nicht aus.

Mit freundlichen Grüßen
Judith


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Sehr geehrte Ratsuchende,

zunächst weise ich Sie daraufhin, dass durch Weglassen oder Hinzufügen von Sachverhaltsangaben die rechtliche Beurteilung anders ausfallen kann. Daher ersetzt das Forum von " frag-einen-Anwalt.de" nicht den Besuch bei einer Kollegin/ bei einem Kollegen vor Ort.

Ihre Frage beantworte ich unter Verwendung der oben gemachten Angaben wie folgt:

Der zwischen Ihnen und der Werkstatt abgeschlossene Vertrag ist ein Werkvertrag mit dem Inhalt, das Fahrzeug wieder zu reparieren.

Durch den Werkvertrag wird gemäß § 631 Abs.1 BGB der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller (also Sie) zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.
Gegenstand des Werkvertrages kann sowohl die Herstellung oder Veränderung einer Sache als auch ein anderer durch Arbeit oder Dienstleistung herbeizuführender Erfolg sein.
Mit anderen Worten gesagt beim Werkvertrag ist immer ein bestimmter Erfolg geschuldet, d.h. in Ihrem Fall wäre der Erfolg die Reparatur des Fahrzeuges.

Des weiteren hat der Unternehmer gemäß § 633 Abs.1 BGB das Werk frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen.
Nach Abs.2 dieser Vorschrift ist das Werk frei von Sachmängeln, wenn es die vereinbarte Beschaffenheit hat. Soweit die Beschaffenhaeit nicht vereinbart ist, ist das Werk frei von Sachmängeln,
1. wenn es sich für die nach dem Vertrag vorausgesetzte, sonst
2. für die gewöhnliche Verwendung eignet und eine Beschaffenheit aufweist, die bei Werken der gleichen Art üblich ist und die der Besteller nach der Art des Werkes erwarten kann.

In Ihrem Fall liegt also ein Mangel vor, da der geschuldete Erfolg nicht eingetreten ist.

Die Rechte des Bestellers bei Mängeln richten sich nach § 634 BGB. Ist das Werk mangelhaft, kann der Besteller

1. nach § 635 BGB Nacherfüllung verlangen. Verlangt der Besteller Nacherfüllung,so kann der Unternehmer nach seiner Wahl den Mangel beseitigen oder ein neues Werk herstellen.

2. nach § 637 den Mangel selbst beseitgen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen.
Voraussetzung hierfür ist,dass der Besteller dem Unternehmer eine angemessene Frist zur Nacherfüllung bestimmt.
Nach Abs.2 findet § 323 Abs.2 BGB entsprechende Anwendung.
Des weiteren bedarf es einer Bestimmung einer Frist auch dann nicht, wenn die Nacherfüllung fehlgeschlagen oder dem Besteller unzumutbar ist.

3. nach den §§ 636, 323 und 326 Abs.5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 638 die Vergütung mindern und

4. nach den §§ 636, 280,281,283 und 311a Schadensersatz oder nach § 284 Ersatz vergeblicher Aufwendungen verlangen.

Auch bei 3+4 muss eine Fristsetzng vorliegen, wenn diese nicht entbehrlich ist.

Zusammengefasst gesagt, könnten Sie den Mangel selbstbeseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, wenn Sie der Repararturwerkstatt eine angemessene Frist zur Nacherfüllung gesetzt hätten.
Dies ist aber laut Ihren Angaben nicht geschehen, so dass der Anspruch nur besteht, wenn die Fristsetzung entbehrlich war.
In Ihrem Fall stellt sich also die Frage, ob die Nacherfüllung durch diese Werkstatt für Sie zumutbar war.

Bei dem Begriff " unzumutbar" handelt es sich um einen unbestimmten Rechtsbegriff.
Unbestimmte Rechtsbegriffe sind solche Begriffe, die auf der Tatbestandsseite einer Norm stehen und bei der Rechtsanwendung des einschlägigen Tatbestandes im Einzelfall einer Auslegung bedürfen.
Ob ein Gericht von "Unzumutbarkeit" in Ihrem Fall ausgeht, kann also pauschal nicht gesagt werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung bieten und Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwaeltin Tanja Stiller

Nachfrage vom Fragesteller 10.02.2007 | 12:29

Ich danke Ihnen sehr für die schnelle Antwort.

Wir haben der Werkstatt die Möglichkeit gegeben, den Mangel zu beseitigen.
Die Werkstatt bestand aber darauf, daß es keinen Mangel gibt, da uns die Empfehlung gegeben wurde einen Austauschmotor zu verwenden oder wenigstens, einen neuen Zylinderkopf einzubauen.

Da wir seit dem Auftreten erster Probleme nie allein in die Werkstatt fuhren, gibt es einen Zeugen, der anwesend war als die Werkstatt auf ihr Recht der Nachbesserung verzichtete.
Denn es gab ja nach ihrer Aussage keinen Mangel an der geleisteten Arbeit.

Ist es dann unser Recht, unsere Forderungen durchzusetzen ?

Vielen Dank !
Judith

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.02.2007 | 13:42

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Nachfrage beantworte ich natürlich gern.

Wie bereits dargelegt schuldet der Unternehmer den Eintritt eines gewissen Erfolges, nämlich die Reparatur ihres Fahrzeuges.
Nach § 634 Abs.1 in Verbindung mit § 637 BGB haben Sie das Recht der Selbstvornahme, wenn ein Mangel vorliegt. Dass ein Mangel vorliegt wurde Ihnen bei VW gesagt.
Desweiteren ist notwendig, dass Sie dem Unternehmer die Möglichkeit zur Nacherfüllung gegeben haben.
Dazu müssten Sie dem Unternehmer eine angemessene Frist setzen.
Nach Ihren Angaben, haben Sie einen Zeugen dafür, dass die Werkstatt auf die Möglichkeit der Nacherfüllung verzichtet hat. Dies ist ganz wichtig, denn Sie müssen vor Gericht beweisen, dass ein Mangel vorgelegen hat und die Fristsetzung zur Nachbesserung entbehrlich war.
Diese Fristsetzung war nur entbehrlich, wenn der Unternehmer nach § 323 BGB die Nacherfüllung endgültig und ernsthaft verweigert hat. Sie tragen also die Beweislast.

Diese Online-Beratung bietet lediglich eine erste rechtliche Orientierung und ersetzt nicht den Gang zu einer Kollegin/ einem Kollegen ,der dann vor Ort die konkrete Vorgehensweise in Ihrem Fall beschließt.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtanwältin Tanja Stiller


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