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Werkstatt hat Teil verkehrt eingebaut. Wer trägt Folgekosten (Schadenersatz)?

06.06.2015 19:12 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um Haftung aus Werkvertrag für direkte Schäden und Folgeschäden.

Guten Tag,

ich habe seit 2013 ein Kleingewerbe, welches ich am 1.3. diesen Jahres in ein Hauptgewerbe umgemeldet habe. Der Kauf eines Transporters sollte mir bei der Vergrößerung meiner kleinen Firma helfen. Gesagt, getan. Ein vom Landkreis beantragter zinsloser Kredit in Höhe von 3000,- € wurde genehmigt und sollte mir bei meiner Expansion behilflich sein.

Nach dem Kauf eines passenden Transporters fiel dieser bereits nach 4 Tagen komplett aus. Er ging während der Fahrt aus und wurde am Folgetag durch den ADAC in unsere ortsansässige Werkstatt A gebracht. Da ich als Gewerbetreibende keinen Garantieanspruch beim Autohändlern geltend machen konnte, war dies natürlich Pech. Nachdem einige Tage ins Land gingen wurde uns von Werkstatt A mitgeteilt, dass es sich um eine defekte Dieselpumpe handelt. Diese wurde von mir im Internet (für 450,- €) gekauft und von Werkstatt A eingebaut. Leider ohne Erfolg. Irgendwann wurde der Transporter nach Werkstatt B gezogen, um einen Ausleseversuch zu starten, allerdings auch ohne Ergebnis und ohne, dass ich dies je in Auftrag gegeben hatte. Es Waren mittlerweile 5 Wochen vergangen, in der Werkstatt A trotz Nachfragen meinerseits kein klares Ergebnis bei der Fehlersuche geben konnte und mich stattdessen an einen Spezialisten verwies. (Dies habe ich als Sms gespeichert).

Ich wurde dann von Werkstatt A nach Werkstatt C abgeschleppt, wo weitere 7 Wochen (!!!!) der Fehlerauche begannen. In der Zeit bekam ich von Werkstatt A eine Rechnung in Höhe von 350,- € für ausgeführte Arbeiten (Tausch der Dieselpumpe). Außerdem enthielt diese Rechnung einen Rechnungsbetrag in Höhe von 99,- Euro von Werkstatt B für das Auslesen, was allerdings wie gesagt nicht möglich war aufgrund fehlender, passender Gerätschaften.
Werkstatt C tauschte dann weitere Ersatzteile, die mich weitere 300,- €. Kosteten (selbst gekaufte Teile). Einige von der Werkstatt gekauften Teile und der Arbeitslohn stehen noch aus, da ich die Rechnung erst noch bekomme.

Die Rechnung der Werkstatt A habe ich trotz zurückhalten mittlerweile bezahlt, da ich nach 8 Wochen Post von dessen Kreditbank mit einer Zahlungserinnerung bekam.

Leider war Werkstatt C nun auch mit dem Latein am Ende und sah sich gezwungen den Transporter nach Werkstatt D zu ziehen. Der Transporter sagte immernoch keinen Ton. Der Meister von Werkstatt D war zunächst fast 2 Wochen krank und dann erfolgte das lang ersehnte Wunder - der Fehler wurde gefunden.

Werkstatt D bestätigte mir am Telefon, dass der Einbau der Dieselpumpe von Werkstatt A vollkommen verkehrt, nämlich um 180 Grad verdreht, war und das Fahrzeug somit nicht laufen konnte, egal wieviel andere Ersatzteile noch getäuscht worden wären.

Ich war natürlich geschockt und setzte Werkstatt A sofort davon in Kenntnis, diese streitet aber alles ab. Man müsse erst einmal beweisen, dass die Pumpe von ihm verkehrt eingebaut gewesen wäre, da mittlerweile soviele andere Menschen am Fahrzeug gebastelt hätten.

Keiner davon war allerdings an der Dieselpumpe, da alle davon ausgingen, dies wäre sachgemäß erfolgt und der Fehler liegt woanders. Man muss dazu sagen, dass mir mittlerweile oft gesagt wurde, dass dies ein typischer Anfängerfehler sei und einem Meister nicht passieren dürfte. Selbst wenn er die Dieselpumpe korrekt verbaut hätte, wäre der Wagen ja gelaufen. Es gab keinen anderen Fehler am Transporter. Der falsche Einbau wird mir von Werkstatt D auch noch schriftlich bestätigt.

Ich habe nun einen immensen Schaden, nicht nur, dass ich zahlreiche Rechnungen der Werkstätten bezahlt habe und noch bezahlen muss (von Werkstatt C und D kommen die Rechnungen noch), sondern mir fehlen auch 3 Monate Verdienstausfall, da ich ohne diesen Transporter kein Geld verdient habe. Außerdem musste ich mir weiteres Geld leihen, um die Ersatzteile zu kaufen, die verbaut wurden. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter....

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn die Werkstatt A die Dieselpumpe falsch eingebaut hat,

der Beweis sollte Ihnen Ihrer Schilderung nach durchaus gelingen („Keiner davon war allerdings an der Dieselpumpe"),

haftet diese Werkstatt für die Folgeschäden, die Ihnen nachweisbar (dafür tragen Sie die Beweislast) entstanden sind. Und Sie können auch den Werklohn von A zurück verlangen.

Werkstatt B kann Ihnen den Ausleseversuch mangels Auftrag auch nicht in Rechnung stellen.

Was Werkstatt C angeht, wird sich die Frage stellen, ob diese den falschen Einbau der Dieselpumpe hätte bemerken müssen, bevor man weitere Ersatzteile einbaut. Zahlen Sie allenfalls unter Vorbehalt, besser jedoch gar nicht und halten Werkstatt C deren Erkennen müssen der falsch eingebauten Dieselpumpe entgegen.

Was die Zeitversäumnisse angeht, wird jeder Fall und die adäquate (=naheliegende) Kausalkette für eine Folgehaftung im Einzelnen zu prüfen sein, wofür Sie die Beweislast triff. Deshalb sollten Sie das ggf. einem/r Kollege/in vor Ort auf der Grundlage aller Unterlagen, Verträge und Einzelabsprachen zur näheren Prüfung anvertrauen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 06.06.2015 | 20:23

Vielen Dank für Ihre Mühe und ihre Antwort.

Die Rechnungen für Werkstatt A (Rechnung von Werkstatt B ist darin enthalten, da diese sich helfen bzw. in einigen Fällen zusammen arbeiten) sind nun leider bereits beglichen, da ich der Zahlungsaufforderung nachgegangen bin und bis zum Zahlen der Rechnung vorausgesetzt habe, dass die Dieselpumpe korrekt eingebaut, der richtige Fehler aber nicht gefunden wurde. Die Werkstatt hat ja eine Fehlersuche durchgeführt, was natürlich auch Zeit kostet, auch wenn es zu keinem Ergebnis führte.

Ich kenne Werkstatt A seit über 20 Jahren und habe nie damit gerechnet, dass der Fehler im Nachhinein abgestritten wird. Werkstatt C ist ebenso wie ich vom korrekten Einbau der Dieselpumpe ausgegangen und hat seine Fehlersuche in anderen Richtungen fortgesetzt. Dass das alles soviel Zeit in Anspruch genommen hat ist zweifelsfrei fraglich. Letztlich was soll ich als Frau und Laie an dieser unbefriedigenden Situation ausrichten?

Es ist definitiv bewiesen, dass der korrekte Einbau der Pumpe von Werkstatt A zufolge gehabt hätte, dass der Wagen läuft, was er aber nicht tat. Einen anderen Fehler hat das Fahrzeug nicht gehabt, denn als Werkstatt D die Dieselpumpe um 180 Grad drehte, schnurrte der Wagen wie eine Katze... Somit konnte Werkstatt A die Pumpe nicht korrekt eingebaut haben, sonst wäre sie vorher schon gelaufen und somit auch der Transporter.

Werkstatt A beharrt auf den korrekten Einbau und weist alle Schuld von sich. Ich möchte einfach sicher sein, dass ich Chancen habe, entstandene Kosten wiederzubekommen, denn noch mehr Kosten kann ich mir einfach nicht leisten.... Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.06.2015 | 23:45

Gerne zu Ihrer Nachfrage:

Die Indizien (Anscheinsbeweis) sprechen gegen die Werkstatt A. Deshalb wird sich Werkstatt A ggf. durch ein Sachverständigengutachten entlasten müssen.

Fordern Sie unter Verweis auf Werkstatt D ("Der falsche Einbau wird mir von Werkstatt D auch noch schriftlich bestätigt") alle Zahlungsforderungen zurück. Dass die Rechnungen von B in A enthalten sind, vereinfacht die Sache für Sie. Sie haben dann nur einen Gegner.

Leiten Sie die Rechung C an A als Schadensersatzforderung weiter. Dem Protest von C begegnen Sie mit meinen obigen Hinweisen zum Erkennenmüssen des eigentlichen Fehlers.

Ggf. kommt auch eine Schlichtung durch eine Kfz-Innung in Frage, was bei komplizierten Beweislagen durchaus sinnvoll sein kann. Dazu etwa http://schlichtungsportal.de/kfz-schiedsstellen/
Viel Erfolg wünscht,
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

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