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Verpflichtung aus Bürgschaft bei Hausverkauf

26.05.2007 10:50 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Bürge und habe folgendes Problem.

Eine Immobilie aus einem Gemeinschaftserbe besteht aus ½ Miteigentum von A und ½ Miteigentum von B.

Gläubiger C hat seit 1999 Eintrag im Grundbuch mit einer erstrangigen Forderung (ca. 25 TSD) auf das gesamte Gemeinschaftserbe, da A bürgt für B gegenüber Gläubiger C.

Gläubiger D hat ebenfalls einen Eintrag im Grundbuch seit 2007 mit einer Forderung (ca. 30 TSD) nur auf die Miteigentumshälfte von B.

Die gesamte Immobilie soll jetzt zum Preis von 55 TSD verkauft werden.

Frage:

In welcher Folge werden die Gläubiger aus dem Verkaufserlös bedient?

1.) Kann C seine Forderung zuerst gegenüber A geltend machen, damit D aus dem Erlös an B bedient werden kann? Erbe A würde in diesem Fall leer ausgehen.

2.) Ist es denkbar, dass C und D die Rangfolge tauschen, damit beide Forderungen erfüllt werden können?

3.) Muss C im Interesse von Erbe A (Bürge) seine Forderung zuerst gegenüber Erbe B (Hauptschuldner) geltend machen? In diesem Fall, würde Gläubiger D leer ausgehen

Gibt es irgendwelche Vorschriften die die Auszahlung an die Gläubiger regelt?
Was kann A tun, damit Fall 1 und 2 nicht eintritt?


Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen lassen sich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes kurz und knapp wie folgt beantworten:

Formaljuristisch ist zunächst einmal festzuhalten, dass das Wesen der Bürgschaft in einer Ausfallhaftung besteht. Kommt der Hauptschuldner seiner Verpflichtung ggü.dem Gläubiger nicht nach, hat der Bürge für diese Verpflichtung einzustehen. Das heißt in der Praxis, dass der Gläubiger sich somit zunächst einmal unmittelbar an den Schuldner zu halten hat. In Ihrem Fall bedeutet dies also, dass der Gläubiger C zunächst B in Anspruch nehmen müßte und Sie somit bei Befriedigung aus dem Verkaufserlös von Ihrer Bürgenhaftung befreit würden.

Ein Tausch der Rangstellen der Gläubiger ist grundsätzlich möglich, soweit zwischen diesen darüber Einigkeit besteht, die natürlich notariell festgehalten werden muss. Aber warum sollte C seine sichere Rangstelle zugunsten D aufgeben?

Denn - und nun begeben wir uns in eine praktische Betrachtungsweise - das Haus ließe sich wahrscheinlich ohnehin nicht mit der Grundbuchbelastung auf dem Miteigentumsanteil von B veräußern. Der Erwerber müßte in diesem Falle die Verpflichtung von B ggü. D übernehmen, zumindest die Grundschuld. D wird sie nicht so ohne weiteres freigeben. Auch bei Befriedigung von C und Ihrer Befreiung aus der Bürgschaftsverpflichtung bleibt also noch immer der Anspruch von D zu klären. B müßte also diese Verpflichtungen anderweitig ablösen, um den Verkauf der Immobilie zu ermöglichen.

Etwas anderes gilt natürlich für den Fall, dass nur Ihr Miteigentumsanteil veräußert werden soll. Sollte hier die erstrangige Grundschuld des C weggefallen sein, wäre dies ohne weiteres möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Kunold
Rechtsanwalt
Fachanwlt für Familienrecht

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