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Verkauf von Internet-Backlinks - Kunde droht mit Anzeige - was habe ich zu befürchten

05.02.2011 16:03 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Ich habe bei Ebay mehrmals folgenden Artikel verkauft:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&rd=1&item=260730692687

Ich habe diese Backlinks auf der Benutzerseite (eigene Diskussion erstellen / im Mitgliederbereich) von Wikipedia eingefügt.

Nun droht mir ein Kunde mit Anzeige. Er hat von Wikipedia folgende Email erhalten:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin Autor bei Wikipedia. Sie haben bei xxxxxxxxxxxxxx einen Wikipedia-Backlink auf Ihre Webseite xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx.de gekauft. Der Kauf ist für Sie aus den folgenden Gründen wertlos und kann sich auch als nachteilig erweisen.

1. Der Backlink befand sich auf einer "NoFollow"-Seite, die von Suchmaschinen bei der Berechnung von Pageranks etc. nicht berücksichtigt wird.
2. Durch den fortgesetzten Missbrauch Wikipedias durch tofemedia besteht die Gefahr, dass alle Webseiten, für die er Backlinks platzieren will, auf die Wikipedia-Spamliste kommt – diese Liste kann von Suchmaschinen bei der Bewertung von Internetseiten berücksichtigt werden. Dort gelistete Seiten werden aus dem Index teils gestrichen.
3. Der Backlink wurde gelöscht. Wikipedia hat ein automatisiertes Verfahren
entwickelt um erneute Einfügungen Ihres Links zu erkennen und einzuschreiten.

Wie Sie die Sache bewerten und welche Handlungen Sie unternehmen, bleibt
Ihnen überlassen. Ich an Ihrer Stelle käme mir von xxxxxxxxx über den Tisch gezogen vor und würde mir überlegen, ob ich da nicht was machen könnte um zumindest mein Geld wieder zu bekommen. Immerhin haben sie gutes Geld für Nichts bezahlt. Die versprochene Dienstleistung kann tofemedia nicht erbringen.

-Email Ende-

Solche Backlinks werden bei Ebay immer wieder angeboten und auch ich selbst habe schon mal so einen ersteigert. Erst dadurch bin auch auf die Idee gekommen, selbst diese Dienstleistung anzubieten.

Ich habe mich bereits bei dem Kunden mehrmals entschuldigt - habe auch den vollen Kaufpreis (ca. 16 Euro) dem Kunden SOFORT zurückerstattet und außerdem alle Angebote aus Ebay entfernt.

Trotzdem will der Kunde nicht von einer Anzeige absehen. Seine letzte Email:

war nun gestern beim Anwalt der uns mitteilte das wir eine Klage wegen
versuchten Betrug und verkaufen von Webseiten Links die Ihnen nicht
gehören eingereicht werden kann. Zudem lag es uns ans Herz umgehend eine
Anzeige gegen Sie bei der Staatsanwaltschaft zu machen.
Bevor wir das machen wollten wir gerne noch mal eine Stellungnahme von
Ihnen dazu haben.


Nun meine Frage:

Sollte der Kunde wirklich eine Anzeige machen - was habe ich dann zu befürchten?

Zur Info:
- ich hatte nie vor irgendwelche Kunden zu betrügen
- ich hab doch meiner Meinung nach nichts verbotenes getan oder ?
- Das Geld (ca. 16 Euro) ist zurückerstattet ! (kann man dann überhaupt noch wegen Betrug angezeigt werden?)
- ich bin NICHT vorbestraft - hatte noch nie mit der Polizei zu tun oder ähnliches

Sollte es zu einer Anzeige oder gar zu einer Gerichtsverhandlung kommen, was habe ich zu erwarten?
Was passiert, nachdem er mich angezeigt hat - steht irgendwann die Polizei vor der Tür oder erhält man Post vom Anwalt oder wie ist das ?
Wie soll ich mich verhalten ?

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf Grundlage Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

1. Sollte der Kunde wirklich eine Anzeige machen - was habe ich dann zu befürchten?

Wenn die Staatsanwaltschaft durch eine Anzeige von dem Verdacht einer Straftat Kenntnis erhält, hat sie gemäß § 160 Abs. 1 StPO im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens zu entscheiden, ob Ihr Verhalten Anlass für die Erhebung einer Anklage bei Gericht gibt. Hierbei wird die Staatsanwaltschaft den Sachverhalt ermitteln und Sie dazu auffordern, sich zu dem Tatvorwurf zu äußern.

2. Sollte es zu einer Anzeige oder gar zu einer Gerichtsverhandlung kommen, was habe ich zu erwarten?

Das Gesetz sieht für einen Betrug eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Der Versuch wird regelmäßig milder bestraft. Das Mindestmaß der Freiheitsstrafe ermäßigt sich dann auf höchstens zwei Jahre. Die alternative Geldstrafe wird auch ermäßigt. Da Sie bisher aber noch nicht vorbestraft sind und der Schaden – auch wenn zurückerstattet – eher als gering anzusehen ist, ist bei Ihnen allenfalls eine Geldstrafe zu erwarten.

Eine Geldstrafe wird durch Anzahl und Höhe der Tagessätze ausgedrückt. In Ihrem Fall kommt eher der untere Bereich in Betracht, etwa eine Anzahl von 10 bis 30 Tagessätze. Für die Höhe des Tagessatzes ist Ihr monatliches Nettoeinkommen maßgeblich. Dividiert durch 30 ergibt die Höhe eines Tagessatzes.

3.Was passiert, nachdem er mich angezeigt hat - steht irgendwann die Polizei vor der Tür oder erhält man Post vom Anwalt oder wie ist das?

Die Staatsanwaltschaft wird Sie als Beschuldigter einer Straftat vernehmen. Wenn Sie von der Staatsanwaltschaft zur Vernehmung geladen werden, sind Sie zum Erscheinen verpflichtet, vgl. § 163a Abs. 3 StPO.

4. Wie soll ich mich verhalten ?

Sie sollten zunächst abwarten, ob der Kunde überhaupt Strafanzeige stellen wird. Sollte Ihr Angebot auf Ebay „Backlinking" tatsächlich rechtswidrig sein, hat der Kunde sicherlich eine gewisse Mitschuld, da er sich schließlich diesen vermeintlich rechtswidrigen Vertrag mit Ihnen abgeschlossen hat. Unter Umständen könnten Sie dem Kunden einen geringen Vergleichbetrag unterbreiten, um so die Angelegenheit abzuschließen.


Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage vermittelt zu haben und bedanke mich für eine positive Bewertung.

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