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Urkundenfälschung nicht gewollt

| 14.03.2011 15:17 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin Kämpf


Sehr geehrte Anwälte,

ich habe eine Anzeige wegen Urkundenfälschung kann aber wirklich nichts dafür. Der Sachverhalt:

Ich mache für verschiedene Versicherungsagenten die Bürotätigkeit. Terminieren, Papierkram ect. Eines Tages habe ich Für Hr. XXX gearbeitet und mir ist ein Versicherungsantrag aufgefallen, der auf seinem Schreibtisch lag. Wir haben dann kurz telefoniert und ich habe ihn gefragt was wohl mit dem ANtrag auf seinem Tisch sei und als Antwort bekam ich "ach ja den kannst du unterzeichnen, da haben wir ne vollmacht drauf" Blöderweise hat er nicht gefragt von WEM der Antrag weil er fest der Annahme war es war eine Kundin bei der er eine Vollmacht für Unterschriften hat. Ich hab also im Namen für den falschen (für den keine Vollmacht bestand) unterschrieben in der Annahme, dass es auch eine vollmacht gab.
Als ich auf dem Heimweg war hab ich die Post noch in den Briefkasten und es ging an die Gesellschaft. Der Antrag wurde zur Police und gelang zum Kunden. Der versicherungsvertreter jedoch hat schnell bemerkt, dass ich einen falschen unterschrieben habe und hat mir dadurch auch keinen vorwurf gemacht, da er in seiner leichtigkeit am telefon was vertauscht hat. Auf das Bemerken hat der Versicherungsvertreter mehrmals bei dem Kunden angerufen und auf die Mailbox gesprochen, dass er einen Versicherungsschein bekommt und da was schief gelaufen ist und er das klären will. Mindestens 7 Anrufe.
Nachdem kein Kontakt zu dem Kunden zustande kam hat der versicherungsvertreter den Kunden einen Brief geschrieben mit dem Inhalt eines Widerrufs und er braucht die Unterschrift und dass er sich bitte melden soll um die Sache zu klären. der kunde hat sich aber wieder nicht gemeldet. Stattdessen hat er den Widerruf unterschrieben und zurück gesandt und anschließend 1 monat später ist er dann zur Polizei und hat den Versicherungsvertreter wegen Urkundenfälschung angezeigt. Hat aber auch bei seiner Anzeige angegeben, dass die Kontonummer auf dem Antrag nie seine war und auch nicht ist und dass der Vertreter öfter versucht hatte ihn zu erreichen aber er so sauer war, dass er nichts mehr hören wollte.
Nun war der Versicherungsvertreter angeklagt. Wir haben eine Stellungnahme geschrieben so wie es war, dass ich das unterzeichnet habe (auf die Anweisung und Verwechslung von dem Vertreter)und der Versicherungsvertreter hat auch geschrieben, dass er die alleinige Verantwortung trägt, da es eig. seine Schuld war. Das habe auch ich unterschrieben. Nun bekomme ich einen Anruf von der Polizei die mich befragten wie lange ich für Hr XXX schon arbeite usw und dann sagten diese mir, dass die Anzeige automatisch nun auf mich übergeht.

Der Polizist meinte auch, dass es sich hierbei wirklich anscheinend um ein Missverständnis handelt und denkt dass die Anklage vom Staatsanwalt fallen gelassen wird.

Wie sehen meine Chancen aus? und auf was muss ich mich einstellen??? Was könnte im schlimmsten Fall auf mich zukommen? Ich habe keine ruhige Minute mehr. Ich habe noch NIE eine Straftat begannen, noch bin ich sonst bei irgendeiner Sache auffällig geworden!

Bitte helfen Sie mir! Danke

Sehr geehrte Anfragende,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und darf Ihnen diese unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Zunächst darf ich Ihnen mitteilen, dass ich die Ansicht teile, dass das Ermittlungsverfahren gegen Sie seitens der Staatsanwaltschaft eingestellt wird.
Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Sie den betroffenen Antrag mit Ihrem eigenen Namen und dem Zusatz „i.V." (in Vertretung) oder „i.A." (im Auftrag) unterzeichnet haben. In diesem Falle wäre keine Urkundenfälschung gegeben. Sollte ich Sie diesbezüglich falsch verstanden haben, bitte ich höflich um entsprechende Mitteilung im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion.

In Betracht kommt weiterhin, dass Sie sich eines versuchten Betruges schuldig gemacht haben. Der Betrug, strafbar gemäß § 263 StGB, sieht als Strafe Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.
Ich halte aber auch dies nach Ihrer Sachverhaltsschilderung für abwegig, da Sie einerseits auf Anweisung Ihres Vorgesetzten und andererseits ohne Kenntnis der fehlenden Vollmacht handelten. Dies wird Ihr Vorgesetzter als Zeuge in einem gegen Sie zu führenden Strafverfahren auch bestätigen können.

Abschließend teile ich Ihnen mit, dass ohne Kenntnis der Ermittlungsakte eine verbindliche Einschätzung der im Falle einer strafrechtlichen Verurteilung zu erwartenden Strafe nicht möglich ist. Angesichts der Tatsache, dass sie nicht vorbestraft sind, gehe ich davon aber aus, dass sie bei einer Verurteilung allenfalls mit einer Geldstrafe zu rechnen hätten.
Sie können vorliegend einen im Strafrecht tätigen Rechtsanwalt mit Ihrer Strafverteidigung beauftragen und über diesen zunächst Akteneinsicht in die Ermittlungsakte nehmen. Im Anschluss hieran können Sie über Ihren Rechtsanwalt schriftlich zur Sache Stellung nehmen und auf eine Einstellung des Verfahrens hinwirken.
Zuvor sollten Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch und keine Angaben zur Sache machen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick ermöglicht zu haben, und stehe im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion ebenso wie für eine weitere Wahrnehmung Ihrer Strafverteidigung gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 14.03.2011 | 16:32

Sehr geehrter Hr. Kämpf,

dankeschön für ihre schnelle Antwort!

Allerdings muss ich ihnen mitteilen, dass ich mit dem Namen des Kunden unterschrieben habe und somit eine Urkundenfälschung zutrifft. So jung und dumm wie ich bin, habe ich noch nie zuvor so etwas unterschrieben und war der Meinung man unterschreibt mit dem Namen.

Und deswegen sagte der Polizist auch zu mir, dass ich schon fast fahrlässig gehandelt habe. Er aber trotzdem der Meinung ist, dass es eingestellt wird, da keine böse Absicht dahinter stand (auch wegen der Bankverbindung ect).
Helfen mir die Angaben von dem Kunden (die Bankverbindung die nicht stimmte und die Anrufe von meinem Vorgesetzten)??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.03.2011 | 16:54

Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Ihre Nachfrage teile ich Ihnen Folgendes mit:

Meines Erachtens haben Sie sich hier einer Urkundenfälschung schuldig gemacht. Die Urkundenfälschung sieht als Strafe Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.

Gleichwohl halte ich auch hier eine Einstellung – möglicherweise gegen Zahlung einer Geldauflage – für möglich.
Eine solche Einstellung nach § 153a StPO des Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts der Urkundenfälschung hat den Vorteil, dass keine Eintragungen in ihrem Bundeszentralregister oder im Führungszeugnis erfolgt.

Mit freundlichen Grüßen

Martin Kämpf
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 14.03.2011 | 16:57

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Stellungnahme vom Anwalt:
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