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Unternehmensgründung in Hong Kong - Wohnsitz in Deutschland

| 17.11.2020 14:49 |
Preis: 60,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Guten Tag,

Zur Sachlage:
ich habe vor eine Limited in Hong Kong zu gründen, dies würde dann alles online stattfinden. Ich würde keine physischen Produkte importieren, exportieren oder verkaufen. Mein derzeitiger Wohnsitz befindet sich in Deutschland, aber ich habe vor mich abzumelden, sobald die Reisebeschränkungen etc. aufgehoben sind. Ich würde mir als Geschäftsführer kein Gehalt auszahlen lassen, sondern das gesamte Geld im Firmenkonto lassen und es lediglich für Investitionen verwenden. Ich habe auch nicht vor eine Zweigniederlassung in Deutschland zu gründen. Anstatt eines Bankkontos werde ich einen anerkannten Online Bezahldienst (Neat) benutzen. Ich hätte dort nur ein virtuelles Büro und eine Sekretärin, aber keine weiteren Mitarbeiter.

Fragen dazu:

1) Muss ich den deutschen Behörde irgendwas melden?
2) Findet ein Informationsaustausch zwischen Hong Kong und Deutschland statt? Bzw. wird Hong Kong Deutschland mitteilen, dass ich dort als Deutscher ein Unternehmen gegründet habe?
3) Muss ich irgendwelche Steuern in Deutschland zahlen, auch wenn ich mir kein Gehalt auszahlen lass?

Ich habe bereits etwas im Internet recherchiert und dort konnte ich entnehmen, dass die Hong Kong Limited aufgrund des deutschen Wohnsitzes möglicherweise wie eine deutsche GmbH besteuert wird. Ist dies korrekt?

viele Grüße und vielen Dank im Voraus

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Zu Ihren Fragen…

1) Grundsätzlich nicht, aber da Sie sich selbst als Geschäftsführer (MD, CEO o.ä.) nicht am offiziellen Geschäftssitz aufhalten führt das zu einer Sitzverlegung an den tatsächlichen Ort der Geschäftsführung und somit zu einer Steuerpflicht in Deutschland nach § 1 Abs. 1 KStG.
Insoweit müssten Sie dann doch ein entsprechendes Gewerbe beim örtlich zuständigen Gewerbeamt anmelden und den Betrieb auch steuerlich an Ihrem Aufenthaltsort beim örtlich zuständigen Finanzamt anmelden.


2) Eine Unternehmensgründung wird hier sicherlich nicht Gegenstand eines internationalen Datentransfers sein, aber Konto- und Depotdaten werden hier schon seit 2017 ausgetauscht. Ich darf hier auf einen Artikel im Auszug verweisen.
„Deutschland sowie 102 (Stand: August 2017) andere Staaten haben sich darauf verständigt, durch gegenseitigen Informationsaustausch über Finanzkonten eine effektive Besteuerung sicherzustellen. Mit BMF Schreiben vom 06.04.2017 – IV B 6 – S 1315/13/10021 :046 hat das Bundesministerium für Finanzen eine Länderliste veröffentlicht mit denen nunmehr der erste Datenaustausch zum 30.09.2017 erfolgt. Zunächst erfolgt der AIA mit 490 Ländern (early adopters). Darunter auch z.B. British Virgin Islands, Cayman Islands, Guernsey, Jersey, Isle of Man, Anguilla, Argentinien, Mexiko, Südafrika und die Seychellen.

Ihr Frage scheint aber in die Richtung zu tendieren, hier eine steuerliche Umgehung zumindest zu tolerieren. Dass ich dazu nicht raten kann, versteht sich von selbst. Ggf. ließe sich die Geschäftsführung bis zum Zeitpunkt Ihrer persönlichen Anwesenheit oder dauerhaft aufgrund von nationalen Vorschriften in Hongkong delegieren.
Einen ähnlichen Fall hatte ich in Seoul, hier hat sich ein sog. Underwriter gegen ein nicht zu verachtendes Entgelt zur Übernahme der kommissarischen Geschäftsführung bereit erklärt. Ggf. ist die auch für Ihr Geschäft die bessere Wahl, einerseits sind Sie hier aus einer eventuellen Haftung raus und können sich so frei bewegen und aufhalten, ohne dass die Gesellschaft in Deutschland steuerbar würde. Sicherlich gibt es derlei Angebote auch in Hongkong.

3) Ja, so Sie die Hongkong Ltd. von Deutschland aus betreiben, fällt das Besteuerungsrecht aus deren Einkünften nach Deutschland, egal ob Sie sich hieraus ein Gehalt zahlen oder nicht.
Es würden aber nicht nur Steuern anfallen, sondern auch die o.g. Anmeldungen und steuerlichen Erklärungen einer Kapitalgesellschaft mit den entsprechenden Buchführungsvorschriften und Bilanzveröffentlichungen.


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe
Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 18.11.2020 | 13:16

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