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Umgangsrecht und übliche 14 tägige Regelung

18.11.2012 01:31 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Ich bin Alleinerziehender Vater und unser Sohn Kai 4,5 Jahre alt lebt bei mir.
Es gibt eine gerichtliche Vereinbarung über das Umgangsrecht, unser Sohn ist jedes Wochenende bei seiner Mutter. 14 tägig von Fr. - So. für 2 Tage und 14 tägig von Fr. - Sa. für 1Tag.

Ich habe versucht aufgrund dessen, dass es immer wieder Streit zwischen mir und meiner Frau gibt und ich im Prinzip kein richtiges Wochenende gemeinsam mit meinem Sohn habe das Umgangsrecht abzuändern. Bei dieser Anhörung vor dem Familiengericht hat die Richterin geraten, dass es bei dieser Regelung bleiben soll. In dem Fall das die Richterin ein Urteil spricht, würde sie entscheiden, dass ich ein Wochenende bekomme und meine Frau drei darauf folgende volle Wochenenden. Daraufhin haben wir uns geeinigt das der Umgang unverändert bestehen bleibt. Die Begründung, Kai ist erst 4,5 und der Kontakt zur Mutter soll entsprechend gefördert werden. Das Jugendamt war in diesem Zusammenhang mit ihrer Aussage mehr als schwach und hatte eigentlich keine Meinung... Also ist alles geblieben wie es ist...

Frage: jeder Vater hat egal wie alt das Kind ist ein 14 tägiges Umgangsrecht, weshalb ist dieses anders, wenn das Kind wie in meinem Fall beim Vater lebt?

Habe ich bei einem erneuten Antrag (ca. 6 Monate danach) eine Chance das Umgangsrecht auf die übliche 14 tägige Regelung zu ändern und wie sollte ich dabei Vorgehen?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne möchte ich Ihre Fragen auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantwortet.

Hierbei muss ich jedoch vorausschicken, dass gerade im Bereich der elterlichen Sorge und des Umgangsrechts sehr viel von den Umständen des Einzelfalles und davon abhängt, wie der jeweilige Richter oder die jeweilige Richterin diese Umstände einschätzt. Stets soll hierbei das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen. Welche Entscheidung nach Ansicht des Gerichts dem Wohl des Kindes am meisten entspricht, ist aber wohl in erster Linie eine soziologische und psychologische Frage, weniger einer rechtliche. Dennoch kann das Gericht selbstverständlich nur auf der Grundlage der geltenden Rechtsordnung entscheiden.

Hinsichtlich des Umgangsrechtes stellt sich die Rechtslage grundsätzlich wie folgt dar.

Nach der Konzeption des Gesetzes ist das Umgangsrecht nicht nur und auch nicht in erster Linie das Recht des jeweiligen Elternteils. Gemäß § 1626 Abs. 3 gehört vielmehr in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen zum Wohl des Kindes. Das Kind hat mit anderen Worten ein eigenes Recht und einen eigenen Anspruch darauf, dass ihm der Umgang mit beiden Elternteilen ermöglicht wird. Die Eltern ihrerseits sind sowohl zum Umgang mit ihrem Kind berechtigt wie auch dazu verpflichtet, im Interesse ihres Kindes diesem Umgang auch tatsächlich zu pflegen, § 1684 Abs. 1 BGB.

Wie diese Rechte und Pflichten nun im Interesse aller Beteiligter am sinnvollsten konkret geregelt werden sollen hängt, wie schon gesagt, sehr stark von den Umständen des Einzelfalls ab.

Dennoch lässt sich sagen, dass jedenfalls bei etwas älteren Kindern sehr häufig eine Regelung dahingehend getroffen wird, das ein 14-tägiges Umgangsrecht angeordnet wird. Bei jüngeren Kindern wird davon ausgegangen, dass diese ein anderes Zeitempfinden haben, so dass unter Umständen kürzere Abstände notwendig sein können, um eine befürchtete Entfremdung mit dem Elternteil zu vermeiden.

Dass hierbei Unterschiede gemacht werden, je nach dem ob der Umgang durch einen Vater oder eine Mutter ausgeübt werden soll, mag möglich sein. Ob diese Unterschiede dann gerechtfertigt sind, mag dahinstehen.

Auf ihren konkreten Fall bezogen sehe ich es aber jedenfalls als problematisch an, dass Ihr Sohn tatsächlich an jedem Wochenende bei seiner Mutter ist und Sie deshalb praktisch nie die Gelegenheit dazu haben, ein gemeinsames Wochenende zu verbringen. Dadurch wird Ihrem Sohn aus meiner Sicht auch die Gelegenheit genommen, Sie vielleicht auch noch in einer etwas anderen Rolle zu erleben. Also nicht nur bei der Bewältigung des Alltags. In diesem Sinne ist auch verschiedene Rechtsprechung ergangen und ich nehme an, dass die Richterin deshalb darauf hingewiesen hatte, dass sie gegebenenfalls so entscheiden würde, dass Sie Ihren Sohn jedenfalls an einem kompletten Wochenende im Monat bei sich hätten.

Offensichtlich erschien Ihnen letztlich die derzeit bestehende Regelung doch sinnvoller, sonst hätten Sie das Gericht die entsprechende Entscheidung wie angekündigt treffen lassen.

Wenn Sie in der Zukunft die Umgangsregelung abändern lassen wollen, dann können Sie jedenfalls den genannten Punkt für sich geltend machen, dass Sie die Gelegenheit haben müssen, zumindest auch ein komplettes Wochenende mit Ihrem Sohn zu verbringen.

Ansonsten hängt es von den konkreten Umständen ab, wann eine Regelung mit 14-tägigem Umgang getroffen werden wird. Mir ist bewusst, dass diese Auskunft für Sie nicht sehr befriedigend weil vage ist. Eine konkretere Aussage lässt sich hier aber leider nicht treffen. Allenfalls noch, dass jedenfalls der Beginn der Schulzeit eine Zäsur darstellen könnte. Ihr Sohn wird dann ja sicherlich an den Wochenenden auch des öfteren Unternehmungen mit seinen Schulfreunden erleben wollen. Wahrscheinlich wird dies leichter möglich sein, wenn er die Wochenenden dann auch regelmäßiger bei Ihnen verbringt, da Ihre Wohnung ja sein Lebensmittelpunkt ist und wahrscheinlich auch seine Schulfreunde eher in Ihrer Nachbarschaft wohnen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Paterak, Rechtsanwalt


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