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Umgangsrecht in den Ferien

13.03.2016 19:07 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Umgangsrecht

Schönen Guten Abend,

ich bin seit Sommer letzten Jahres geschieden. Wir besitzen beide das Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Während der Trennungsphase haben wir uns auf folgendes Umgangsrecht unserer 5 jährigen Toter geeinigt. Ich hole diese dienstags vom Kindergarten ab, sie übernachtet bei mir und ich bringe sie am nächsten Tag wieder in den Kindergarten, desweiteren habe ich sie jedes zweite Wochenende freitags nach dem Kindergarten bis sonntags 17:00 Uhr. Darüber hinaus haben wir uns auf die hälftige Betreuung im Urlaub geeinigt. Bei Feiertagen ausser Ostern und Weihnachten gibt es leider keine Regelung.

Dies hat soweit gut geklappt. Bis jetzt. Unsere Tochter kommt diesen Sommer in die Schule und ich wollte mit meiner Exfrau den Herbsturlaub abstimmen. Dieser wurde mir verwehrt mit der Begründung, dass ich mein Urlaubspensum schon voll hätte. Ich habe dann meine Exfrau an unsere Vereinbarung erinnert, von dieser sie jetzt nichts mehr wissen will. Sie schickt unsere Tochter lieber in die Betreuung anstatt diese den Urlaub mit ihrem Vater verbringt. Leider haben wir nichts schriftlich fixiert, sondern nur vor Gericht angegeben, dass wir uns einig sind.

1.) Wie soll ich reagieren? Ein Gang zum Jugendamt oder den Beratungsstellen wird nicht zum Erfolg führen zumal sie mich dort aufgrund Ihrer derzeitigen Probleme mit der Tochter anschwärzt. Ihre Bemühungen zielen darauf hin den Umgang mit mir einzuschränken.

2.) Was würde passieren, wenn ich an dem kommunizierten Termin einfach fahre und mein "Recht" einfach durchsetze? Steht dann die Polizei vor der Türe?

3.) Wie verhält es sich bei Wochenendaufenthalten an "meinen" Wochenenden im benachbarten Ausland (Holland/Belgien)?

4.) Darf ich z.b. in der Woche meine jetzige Partnerin bitten meine Tochter vom Kindergarten oder Schule abholen lassen weil ich im Stau stehe?

Lieben Gruß und vielen Dank vorab.







13.03.2016 | 22:39

Antwort

von


(720)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist es so, dass eine Einigung, die nicht bei Gericht protokolliert wurde, nicht verbindlich ist, d.h. wenn sich die Kindesmutter nicht daran hält, können Sie diese Regelung nicht mit Zwang durchsetzen. Damit erübrigt sich Frage 2, denn das "Durchsetzen" bringt gar nichts, wenn die Mutter nicht will.

Daher rate ich Ihnen dringend dazu, eine gerichtliche Umgangsvereinbarung zu erwirken. Hier haben Sie sehr gute Chancen, da es gängige Rechtsprechung ist, dass das Kind die Hälfte der Ferien bei dem anderen Elternteil verbringt. Problematisch wäre nur der "zusätzliche" Tag in der Woche, das hängt vom Kindeswillen und vom jeweiligen Gericht ab, ob der Ihnen auch in der Schulzeit genehmigt wird, ich gehe aber davon aus, wenn es auch bisher der Fall war und das Kind das bislang mochte. Alle 2 Wochen am Wochenende ist sowieso der Standardumgang.

Sie haben auch das Recht, beim Umgang das Land zu verlassen und Urlaub z.B. in Holland zu verbringen, so auch das Oberlandesgericht Frankfurt am Main,
2. Familiensenat in Kassel, Beschluß vom 30.07.2008, 2 UF 185/08 :
"Will ein Vater mit seinem vierjährigen Sohn eine Flugreise ins Ausland unternehmen, ist ihm das auch dann zu gestatten, wenn die Kindesmutter und das Kind diese Reise nicht wünschen und der Vater die Reise ohne Wissen der Mutter gebucht hat.". Allerdings würde ich trotz des Urteils die Mutter stets in Kenntnis setzen, wenn Sie derartiges planen, um ganz auf der sicheren Seite zu sein.

Grundsätzlich darf Ihr neuer Partner das Kind abholen, sollte aber eine Vollmacht von Ihnen mitführen. Leider gibt es hier unterschiedliche Gerichtsentscheidungen, die auch durchaus ablehnend diesem gegenüber stehen.
Wenn es eine Ausnahme ist und eine Vollmacht vorliegt, sehe ich keine Probleme.

Letztendlich bleibt zusammenzufassen, dass eine Garantie nur vorliegt, wenn Sie eine gerichtlich gebilligte Umgangsvereinbarung haben, die im Notfall vollstreckbar und mit einem Ordnungsgeld versehen ist.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

ANTWORT VON

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