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Umbettung einer Urne im Ruhewald von Baum zum Familienbaum

| 20.02.2019 13:28 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte ,

Im Oktober 2017 verstarb unerwartet ein Bruder von uns 6 Geschwistern (3 Brüder u. 3 Schwestern).
Da keine Vorsorgevollmacht und auch kein Testament vorhanden war, hatte eine unserer Schwestern nach vorheriger Absprache mit den restlichen Geschwistern die Bestattung veranlasst im Ruhewald - an einem Baum, an dem ihm und auch uns fremde Verstorbene beigesetzt werden.
Zu diesem Zeitpunkt haben wir uns alle noch keine Gedanken darübergemacht, dass wir auch jetzt schon in einem Alter sind, indem wir heute oder morgen schon sterben könnten.
Im Juli 2018 verstarb dann ganz plötzlich nach kurzer schwerer Krankheit der Ehemann einer unserer Schwestern. Wir haben uns dann alle dafür entschieden, einen Familienbaum zu Erwerben und der Ehemann unserer Schwester wurde dann am Familienbaum beigesetzt.
Dieser Baum hat 12 Urnenbegräbnisstätten --- vorgesehen für uns 6 Geschwister mit Partnern.
Unsere Herzensangelegenheit ist nun, die Urne des im Oktober 2017 verstorbenen Bruders umzubetten an unseren Familienbaum (es ist sogar noch eine Urnenbegräbnisstätte vorgesehen für seine Lebensgefährtin, mit der er ca. 30 Jahre zusammengelebt und - gewohnt hat).
Nach mehrmaligem Vorsprechen bei der Verbandsgemeinde Wöllstein – Ordnungsverwaltung - hat unsere totenfürsorgeberechtigte Schwester im Januar 2019 einen Antrag auf Umbettung von Baum zum Familienbaum gestellt mit folgenden zwei Begründungen:
- unser Bruder soll nun seine letzte Ruhestätte am Familienbaum erhalten > Familienzusammenführung.
- unser Bruder hätte den Wunsch geäußert am Familienbaum beigesetzt zu werden, wenn er gewusst hätte, dass er schon so jung sterben muss, weil er, wie wir alle, ein Familienmensch war.

Der Antrag wurde nach nochmaligem Vorsprechen mündlich abgelehnt mit folgenden Begründungen:
- dass der von der Umbettung betroffene Verstorbene Anspruch hat auf die Wahrung seiner Totenruhe
und dass die Totenruhe über allem stehen würde.
- Aussage „so etwas machen wir nicht in diesem Ruhewald"
- die Urne sei vermutlich schon verrottet --- hierzu haben wir aber den Vorstand des Ruhewaldes befragt ,
und der meinte ,das würde mindestens 5 Jahre dauern bei unserer Witterung , bis die Urne verrottet ist.

Uns wurde vorgeschlagen , dass wir doch einfach ein neues Schild machen lassen könnten mit dem Namen unseres Bruders und dieses dann an den Familienbaum hängen , ohne die Urne umzubetten.
Außerdem wurde uns gesagt, wir könnten ja vor Gericht gehen mit diesem Fall , aber bis das Urteil gefällt sei, wäre die Urne verrottet und wir könnten dann sowieso nicht mehr umbetten lassen.

Durch langwierige Recherchen haben wir aber herausgefunden, dass eine Zustimmung der Ordnungsverwaltung erteilt werden kann bei Vorliegen eines wichtigen Grundes.
Die Begründungen, die wir angegeben hatten, sind sogar gewichtige Gründe, aus welchen heraus eine Umbettung begehrt werden kann. Der Umbettungswunsch ist von uns ein Ausdruck einer über den Tod hinausgehenden Verbundenheit mit unserem Bruder und Schwager.
Hierzu haben wir gefunden:
-Besteht einer der nächsten Angehörigen darauf, dass dem Wunsch des Verstorbenen Rechnung getragen wird, so muss diesem Begehren stattgegeben werden. Denn die mit der Umbettung verbundene Störung der Totenruhe ist gerechtfertigt, wenn es dem mutmaßlichen Willen des verstorbenen mit hinreichender Sicherheit entspricht.
- Aus Achtung vor dem letzten Willen des Verstorbenen sind auch Umstände zu berücksichtigen, die erst nach der Bestattung auftauchen und die Frage einer Umbettung hervorrufen.
- ein gewichtiger Grund ist auch , wenn der Verstorbene in einem Familiengrab zusammengelegt werden soll.

Wir hoffen , dass Sie uns weiterhelfen können.
Im Voraus möchten wir uns ganz herzlich für Ihre Bemühungen bedanken.

Mit freundlichen Grüßen im Namen aller Geschwister

20.02.2019 | 14:41

Antwort

von


(452)
HInter der Twiete 28
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gem. § 17 des rheinland-pfälzischen Bestattungsgesetzes ist die Umbettung tatsächlich nur mit Genehmigung der örtlichen Ordnungsbehörde zulässig.

Da die zuständige Ordnungsbehörde trotz Ihres Vorbringens dem Wunsch auf Umbettung nicht nachkommt, müssten Sie dies im Zweifel wirklich gerichtlich prüfen und gegebenenfalls genehmigen lassen.

Zutreffend ist, dass die nächsten Angehörigen des Verstorbenen das Recht der Totenfürsorge innehaben und daher Art und Ort der Bestattung bestimmen können. Im Falle der Umbettung einer schon bestatteten Leiche gehe dem Recht auf Totenfürsorge allerdings grundsätzlich die Totenruhe des Verstorbenen vor, so das OVG Rheinland Pfalz in einem bereits 15 Jahre alten Urteil. Denn es entspreche allgemeinem sittlichem Empfinden, die Ruhe der Toten möglichst ungestört zu lassen. Die Umbettung einer bestatteten Leiche könne deshalb nur aus einem wichtigen Grund verlangt werden, der im Einzelfall höher zu bewerten sei als die Achtung der Toten­ruhe.

Ob in Ihrem Fall tatsächlich ein "wichtiger Grund" vorliegt, kann nicht mit Sicherheit antizipiert werden.
Sie möchten die Urne nicht an einen anderen Ort, z.B. wegen Umzug o.ä. umbetten lassen, sondern im gleichen Ruhewald an einen anderen Baum, der als Familienbegräbnisstätte geplant ist. Sie müssen hier insbesondere auf den mutmaßlichen Wunsch Ihres Bruders abstellen, der aufgrund seiner Familienverbundenheit ein solches Grab gewünscht hätte.

Mit dieser Begründung könnten Sie am ehesten Erfolg bei einer gerichtlichen Entscheidung haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Gerne bin ich Ihnen bei der Durchsetzung Ihres Anspruches behilflich.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Bewertung des Fragestellers 22.02.2019 | 10:09

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