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Taubennest am Fenstersims - Probleme mit Vermietergesellschaft


| 29.11.2007 20:50 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Maximilian A. Müller



Ich, Studentin, bewohne eine Mietwohnung einer großen Gesellschaft in Stuttgart.Diesen Sommer war ich 4 Wochen bei meiner Mutter in Augsburg zu Besuch.Als ich wiederkam, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass sich Tauben, während dieser Zeit ein Nest an meinem Fenstersims gebaut hatten, ich hatte die Klappläden mit einer extra dafür angebrachten Vorrichtung halb verschlossen,wie ich es seit Jahren mache im Sommer weil die Sonne direkt ins Zimmer knallt.Die Tauben haben Taubenbabys gelegt.Dann bemerkte ich, dass in meinem ganzen Wohnzimmer tausende Ungeziefer umhergingen, ich erkundigte mich im Internet und erfuhr dass es sich wahrscheinlich um Taubenmilben oder Taubenzecken handelt, die zudem gesunheitschädlich sein können und die sich Ihren Weg über die sowieso veralteten maroden Fenster in das Wohnungsinnere gemacht haben.Ich war in Panik und verzweifelt und rief sofort den Hausmeister unseres Hauses an, dieser wimmelte mich ab mit den Worten dass es ihn nichts anginge und ich mich selbst darum kümmern solle.Ich bat ihn mir zu helfen oder mir einen Kammerjäger zu schicken.Doch er wollte damit nichts zu tun haben.Da ich finanziell nur von Bafög lebe,und kaum über die Runden komme, erkundigte ich mich bei einem Anwalt was ich nun tun solle.Er sagte ich solle nochmals versuchen mit meinen Vermietern eine Lösung zu finden.Ich rief nochmals beim Hausmeister an und sagte ihm dass mein Anwalt gesagt habe ich solle mich, aufgrund der Gesundheitsgefahr nochmals mit Ihnen in Verbindung setzen. Als er von einem Anwalt hörte, entschloss er sich dann doch mal ein paar Tage später vorbeizuschauen. Er kam und machte Fotos und sagte mir, ich könne nicht "scheiße bauen und dann erwarten dass andere mir da raushelfen".Ich war etwas erbost und ermahnte in seine Wortwahl zu überdenken.Schließlich bewohne meine Familie seit über 30 Jahren diese Wohnung und wir hatten nie Probleme mit den Vermietern.Er fragte mich wieso ich die Klappläden so verschlossen habe, ich sagte ihm dass wir das im Sommer seit Jahrzenten immer so machten, und bisher nie etwas passiert sei und außerdem die Klappläden eine Vorrichtung dafür haben, damit sie so halbverschlossen Schatten spenden. Er fragte mich was ich nun von ihm erwarte. Ich sagte am besten Hilfe und Rat.Dann sagte er, er könne die Taubenbabys ja nicht töten um das Nest zu entfernen usw.Ich sagte ihm dass ich das auch nicht wolle,aber ich gerne in meiner Wohnung leben wolle ohne Ungeziefer.Daraufhin einigten wir uns zu warten bis die Tauben flugfähig waren um sie nicht dem sicheren Tod auszusetzen. Ich wohnte dann 3 Wochen bei meiner Schwester und pendelte täglich zwischen den Stadtteilen, wodurch mir Kosten entstanden die ich kaum zahlen konnte da ich täglich zur Uni musste.Die Abmachung war also so, dass ich über 3 Woche außerhalb meiner Wohnung verbleibe bis die Tauben fliegen können, und der Hausmeister dann einen Kammerjäger schickt der sich um das Nest kümmert usw und ich dann um die Reinigung und Desinfizierung der Wohnung.Gesagt,getan.Der Kammerjäger war dann da, entfernte das Nest in einem Müllsack, kratzte noch etwas Kot vom Sims und sprühte noch ein wenig das Zimmer ein, nach 30min ging er. Wochen später dann erhielt ich einen Brief von der Gesellschaft, dass ich mich zu 50% an den Kosten beteiligen müsse wie abgemacht.Der Betrag wurde meinem Mietkonto angelastet, und kam samt Mahnung wegen Mieterückzahlung ins Haus geflattert.2Tage später kam noch eine Kopie der Rechnung des Kammerjägers mit 2 Std Arbeitszeit berechnet, obwohl er gerade mal 30min da war.Zudem wurden Mittel aufgelistet die er garnicht benutzt hatte und trotzdem bezahlt werden sollten.In einem Schreiben machte ich meine Vermieter darauf aufmerksam, dass ich diese Rechnung nicht unterschrieben habe und sie zudem fehlerhaft sei und darüber hinaus, ich eine Vereinbarung mit dem Hausmeister hatte, der mir zusicherte dass er sich darum kümmere und ich den Rest erledige.Der Hausmeister leugnet nun diese Vereinbarung mit mir getroffen zu haben und nun besteht die Gesellschaft darauf dass ich 50% zahle.Dass ich, in meinem Schreiben auf die fehlerhafte Rechnung Bezug nahm, wurde überhaupt nicht beachtet.Ich habe doch nicht umsonst 3 Wochen außerhalb meiner eigenen Wohnung gelebt und Kosten auf mich genommen, um dann nochmal 50% Kosten aufgebürgt zu bekommen, da hätte ich mir das alles sparen können und einen Kammerjäger sofort holen können, das wäre für mich weitaus billiger gewesen.Ich habe extra diese Vereinbarung mit dem Hausmeister getroffen, um nicht in finazielle Nöte zu gelangen.Was soll ich nun tun?Soll ich bezahlen?Dann würde ich doch sozusagen zugestehen dass diese Vereinbarung nie existiert hat( was sie aber hat), und das möchte ich nicht, weil ich es einfach schäbig finde wie sich der Hausmeister verhält.Andererseits habe ich Angst dass mir noch mehr Kosten entstehen könnten, ich habe zwar Rechtschutz, aber ich weiss nicht ob ich rechtlich irgendwas erwirken kann.Ich habe eine Zeugin, die die Unterredung mit dem Hausmeister mitanhörte, also bin ich wenigstens nicht allein, aber lohnt es sich überhaupt dagegen zu klagen.Es geht mir einfach um mein Recht,Ich lasse mich nicht als Lügnerin hinstellen.Was meinen Sie dazu?Was könnte ich machen?Vielen dank im Voraus
Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage kann ich unter Berücksichtigung Ihrer Schilderungen und Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

1.
Grundsätzlich liegt im Ungezieferbefall der Wohnung ein Sachmangel im Sinne der mietrechtlichen Vorschriften. Dies bedeutet, dass der Vermieter tätig werden muss, um den Mangel zu beseitigen und auch die entsprechenden Kosten hierfür tragen muss.

2.
Auch im vorliegenden Fall ist daher davon auszugehen, dass der Vermieter die Kosten der gesamten Ungezieferbekämpfung tragen muss. Etwas anderes könnte allenfalls dann gelten, wenn Sie durch Ihr (fehlerhaftes) Verhalten den Ungezieferbefall herbeigeführt hätten. Die Tatsache, dass Sie die Klappläden halb geöffnet hatten, dürfte hierfür nicht ausreichen, da dieses Verhalten sicherlich nicht fehlerhaft ist und im Übrigen in den vergangenen Jahren nie zu einem Schaden geführt hat.

3.
Ich gehe daher davon aus, dass selbst ohne vorherige Vereinbarung mit dem Hausmeister der Vermieter die Kosten hätte tragen müssen. Sofern Sie sich nunmehr mit dem Hausmeister dahingehend geeignet hatten, dass dieser nach 3 Wochen den Kammerjäger auf Kosten des Vermieters beauftragt, so spricht auch dies für Sie.


4.
Schließlich ist auch darauf hinzuweisen, dass Sie selbstverständlich berechtigt sind, die Rechnung des Kammerjägers anzuzweifeln und auch Einwendungen hinsichtlich der konkreten Arbeit geltend zu machen.

5.
Wenn der Vermieter tatsächlich Sie in Anspruch nehmen möchte, müsste er beweisen, dass

- der Ungezieferbefall durch Ihr fehlerhaftes Verhalten verursacht wurde

- die Kosten angemessen, erforderlich und zutreffend waren.

Dies dürfte dem Vermieter bereits schwer fallen. Zudem könnten Sie durch Ihre Freundin unter Beweis stellen, dass Sie eine entgegenstehende Vereinbarung hatten.


6.
Aufgrund der vorstehenden Erwägungen würde ich Ihnen daher empfehlen, die geltend gemachten Kosten nicht zu begleichen. Da Sie darüberhinaus eine Rechtsschutzversicherung haben, wäre zu empfehlen, einen Kollegen zu beauftragen, damit dieser der Forderung entgegen treten kann, um die Angelegenheit klären zu können.


Bitte beachten Sie, dass eine genaue Prüfung der Angelegenheit stets die genaue Kenntnis des Sachverhaltes und der vorliegenden Unterlagen voraussetzt.

Ich hoffe, Ihnen dennoch weitergeholfen zu haben und stehe gerne im Rahmen der NAchfragefunktion oder auch im Rahmen der weiteren Interessenvertretung weiter zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Maximilian A. Müller, Rechtsanwalt
Rechtsanwaltskanzlei Dr. Seither & Kollegen

Nachfrage vom Fragesteller 29.11.2007 | 22:43

Sehr geehrter Herr Müller
Ich danke Ihnen herzlichst für Ihre Antwort
Noch eine kurze Nachfrage:
Der Vermieter teilte mir in seinem letzten Brief mit, dass es nach den vertraglichen Vereinbarungen dem Mieter obliegt, den Mietgegenstand Ungezieferfrei zu halten.Dies gilt doch sicherlich nur für selbstverschuldete Ungezieferverursachung oder? Die anwesende Zeugin hat der Hausmeister auch nicht gesehen, da diese sich im Esszimmer befand, und sich an der Unterredung nicht beteiligte, aber mithörte.Wie ich sehe befindet sich Ihre Kanzlei in Landau, was sehr schade ist, da ich Sie gerne als rechtlichen Beistand gewählt hätte, wäre das denn trotzdem möglich, obwohl ich selbst in Stuttgart wohne?Würde meine Versicherung da Probleme machen aufgrund der Entfernung?Ich kenne mich da nicht so aus, entschuldigen Sie bitte.
MFG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2007 | 23:28

VIelen Dank für Ihre Nachfrage,

sofern sich Ihr Vermieter auf einen angeblichen vertraglichen Passus beruft, so kann leider ohne Kenntnis Ihres Mietvertrages nicht überprüft werden, inwieweit sich hieraus eine Kostentragung Ihrerseits für die Ungezieferbeseitigung ergibt.

Grundsätzlich habe ich jedoch Zweifel, dass der Mieter für einen von ihm nicht verschuldeten Ungezieferbefall in Anspruch genommen werden kann.

Ihre Zeugin kann selbstverständlich auch dann auftreten, wenn der Hausmeister sie nicht wahrgenommen hat.

Selbstverständlich könnten Sie mich auch aus Stuttgart heraus mit der weiteren Interessenwahrnehmung beauftragen, Ihre Rechtsschutzversicherung dürfte hier keinerlei Probleme machen. Lediglich im Falle einer gerichtlichen Verhandlung könnte es zu Reisekosten kommen, aber hier können wir sicherlich auch eine gute Alternative finden. Über eine weitere Tätigkeit würde ich mich freuen, bitte senden Sie bei Interesse einfach eine EMail an meine Adresse mueller@seither.info.

Mit freundlichen Grüßen
Maximilian A. Müller

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