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Strafe wegen Unfallflucht

| 20.04.2018 15:23 |
Preis: 48,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Hallo,
heute morgen beim Ausparken neben meiner Wohnung habe ich ein Auto verletzt. ich konnte nicht warte weil ich ein wichtiges Vorstellungsgespräch hatte. ich habe mich sofort nach meinem Gespräch bei der Polizei gemeldet. An dem Zeitpunkt hat der andere Autofahrer den Unfall noch nicht angemeldet.
Ich brauche unbedingt mein Führerschein für meine Arbeit, ansonsten kriege ich keine Stelle. Ich bin Ärztin.
Ich habe große Angst dass schwere Konsequenten passieren, war droht mich eigentlich?
ich habe mein Führerschein umschreiben lassen und weiß ich nicht ob ich in Probezeit bin?
Vielen Dank im Voraus

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wegen Unfallflucht wird nach § 142 StGB bestraft, wenn man sich vom Unfallort entfernt, ohne dass man es ermöglichst hat, die Unfallbeteiligung, die Personalien, Versicherungen usw. festzustellen.

Die Unfallflucht kann man dadurch begehen, dass man entweder sofort den Unfallort verlässt oder nicht ausreichend lange gewartet hat, bevor man den Unfallort verlässt.

Aber auch selbst wenn man ausreichend lange erfolglos gewartet hat oder entschuldigt den Unfallort verlässt, begeht man grds. eine Unfallflucht, man sich nicht nachträglich bei dem Unfallgegner oder bei der Polizei meldet.

Dies ergibt sich aus § 142 Abs. 1 und 2 StGB. In diesen Fällen sieht das Gesetz eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren vor. Die Strafhöhe bestimmt sich dabei anhand des konkreten Unfallhergangs, der Höhe des Unfallschadens und auch danach, warum der Täter den Unfallort verlassen hat. Dazu kommen ggf. noch der Entzug des Führerscheins sowie ein Eintrag in die Punktedatei.

Wurde das andere Fahrzeug nur ganz leicht und unwesentlich beschädigt, ist es allerdings möglich, dass gar keine Bestrafung erfolgt. Die Grenze hierfür liegt bei den verschiedenen Gerichten unterschiedlich, meistens wird aber ein Schaden zwischen 40,00 und 80,00 Euro als geringfügig angesehen.

§ 142 Abs. 3 StGB regelt, dass die Feststellung der Unfallbeteiligung auch dadurch möglich ist, dass sich der Beteiligte bei der nächstgelegenen Polizeistation meldet und dort den Unfall sowie die Fahrzeugdaten, Personalien etc. angibt. Die nachträgliche Meldung bei der Polizei lässt aber noch nicht automatisch die Strafbarkeit entfallen. Es ist aber möglich, dass durch die „Selbstanzeige" die Strafe geringer ausfällt.

Darüber hinaus sieht § 142 Abs. 4 StGB für Unfälle, die im nicht fließenden Verkehr, wozu vor allem die sogenannten Parkschäden gehören, passieren vor, dass von einer Strafe u. U. ganz abgesehen werden kann oder aber die Strafe, die sich aus den Abs. 1 bis 3 ergibt, gemildert werden kann.

Voraussetzung für die Anwendung des § 142 Abs. 4 StGB ist dann nicht nur, dass sich der Unfallbeteiligte selbst innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei meldet, sondern dass der Unfall nicht im fließenden Verkehr erfolgt ist sowie dass es sich um einen geringen Schaden an dem beschädigten Fahrzeug handelt. Die Schadenshöhe wird hier meist auf Schäden bis max. 1.500,00 Euro beschränkt.

Da Sie das andere Fahrzeug beim Ausparken beschädigt haben, ist es vielleicht möglich, dass § 142 Abs. 4 StGB zur Anwendung kommt. Sie haben sich nach Ihren Angaben wohl innerhalb der 24 Stunden bei der Polizei selbst gemeldet.

Entscheidend ist aber noch, wie hoch der Schaden an dem anderen Fahrzeug zu bewerten ist. Dazu wird ein Gutachten oder wenigstens ein Kostenvoranschlag benötigt.

Insgesamt ist es daher möglich, dass Sie straffrei oder mit nur einer geringen Geldstrafe davon kommen. Bei geringen Schäden wird meist auch nicht die Fahrerlaubnis eingezogen.

Da aber gerade bei dem Vorwurf der Unfallflucht das genaue Unfallgeschehen und viele Details von Bedeutung sind, kann eine genaue Einschätzung der möglichen Strafe hier nicht erfolgen. Im Normallfall wird bei Ersttäter keine Freiheitsstrafe verhängt, sondern eine Geldstrafe, die wahrscheinlich zwischen 40 bis 90 Tagessätzen liegen wird, je nachdem wie hoch der Schaden an dem anderen Fahrzeug ist. Bei reinen Bagatellschäden droht in der Regel auch kein Fahrverbot.

Ob Sie sich noch in der Probezeit befinden, kann an dieser Stelle mangels ausreichender Detailkenntnis ebenfalls nicht beantwortet und eingeschätzt werden. Die Probezeit müsste sich aber aus der Fahrerlaubnis ersehen lassen bzw. aus den Unterlagen der Fahrerlaubnisbehörde.

Sollte gegen Sie ein Verfahren wegen unerlaubten Entfernen vom Unfallort eröffnet werden, sollten Sie schnellstmöglich einen Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin vor Ort mit Ihrer Verteidigung beauftragen und selbst keine weiteren Angaben mehr zur Sache machen. Nach einer Akteneinsicht kann ein Rechtsanwalt soweit erforderlich gezielt Stellung zu dem Tatvorwurf nehmen und auch ggf. versuchen, einer drohenden Entziehung der Fahrerlaubnis entgegenwirken.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bei Verständnisfragen nutzen Sie bitte die einmalige, kostenfreie Nachfragefunktion auf diesem Portal.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin



Nachfrage vom Fragesteller 23.04.2018 | 14:05

Danke für Ihre Antwort,
Wenn ich in Probezeit wäre, erhalte ich zusätzliche Strafe wie Fahrverbot oder Aufbauseminar? und falls der andere Fahrer sich gar nicht meldet und die Schäden nicht beurteilt werden können, was passiert dann?
Vielen Dank noch mal

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.04.2018 | 14:24

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Wenn Sie sich in der Probezeit befinden, erfüllt eine Unfallflucht einen sogenannten A-Verstoß nach der FeV. Das bedeutet, dass Sie damit rechnen müssen, dass sich die Probezeit um 2 Jahre verlängert und dass Sie an einem Aufbauseminar, das Sie bezahlen müssen, teilnehmen müssen.

Wenn sich der Unfallgegner nicht meldet und der Schaden nicht beurteilt werden kann, kann es sein, dass das Verfahren wegen Unfallflucht gegen Sie eingestellt wird, weil von einem Bagatellschaden ausgegangen wird und Sie keine Strafe bekommen. Allerdings treffen die Ermittlungsbehörden die Entscheidungen, wie das Ermittlungsverfahren beendet wird. Sie müssen auch damit rechnen, dass es möglicherweise einige Zeit dauert, bis sich der Unfallgegner bei Ihnen meldet, weil er erst Ihre Daten in Erfahrung bringen muss oder weil das beschädigte Fahrzeug erst begutachtet wird.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage damt beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 26.04.2018 | 11:53

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 26.04.2018 5/5,0
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