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Strafbarkeit Selbstmitbieten + Schrott erhalten


26.07.2005 12:42 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo!

Frage 1:
Ist es strafbar, wenn jemand nachweislich mit einem Zweitaccount oder über den Account eines Freundes die Preise aller eigenen Auktionen hochtreibt? (ca. 10 Fälle)

Ich habe bei jemandem Kompletträder ersteigert, die in der Kategorie "Alukompletträder Sommer => 17 Zoll" eingestellt waren.

Dass es sich um 15-Zöller handelt, konnte man in der Beschreibung an der angegebenen Reifengröße erkennen, ich suchte auch 15 Zöller.

Allerdings erhielt ich statt Alufelgen nur Stahlfelgen mit total verschlissenen Plastikradkappen. Auch von den "neuwertigen Reifen" sind zwei an den Flanken total abgerieben (haben wahrscheinlich am Radkasten geschliffen), dass ich Angst habe, dass bei Belastung die Flanken aufreissen.

Auf meine Nachfrage per email reagierte der Verkäufer nicht.

Heute fiel mir auf, dass der Verkäufer exakt dieselben Räder bereits vorher schon einmal (auch als Aluräder) versteigert und sie dummerweise mit dem Account, mit dem er die Preise hochtreibt, selbst ersteigert hat. Der erzielte Preis war damals ca. 67,- Euro, ich habe per Sofortkauf 150,- gezahlt und vorab überwiesen.

Die Reifen wurden von einem Bekannten in Reifentaschen verpackt abgeholt. Dass die Räder absolut nicht der Beschreibung entsprechen, merkte ich als ich sie gestern abend erhalten habe.

An den erhaltenen Rädern habe ich aber absolut kein Interesse.

Frage 2:
Welche zivil- und strafrechtlichen Möglichkeiten habe ich um gegen den Verkäufer vorzugehen? (Anspruch auf Übereignung von neuwertigen Alukompletträdern? Fahrtkostenersatz für meinen Bekannten? Betrugsanzeige? Rückerstattung?)

Den Link zur Auktion kann ich bei Bedarf per email mitteilen.
26.07.2005 | 13:26

Antwort

von


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Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
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Sehr geehrter Rechtssuchender,

wenn es sich bei dem Verkäufer der "Alufelgen" um einen Unternehmer handelt (Powerseller) und Sie haben die Felgen zum Privaten Gebrauch erworben, dann haben Sie gem. §§ 312b, 355 BGB ein Widerrufsrecht. Sie haben dann also die Möglichkeit, innerhalb vom zwei Wochen seit Zusendung der Ware den Widerruf gegenüber dem Verkäufer zu erklären. Konsequenz ist, dass der Verkäufer den Kaufpreis zurückzahlen muss und Sie die Alufelgen zurücksenden müssen. Die Rücksendekosten hat dabei der Verkäufer zu tragen.

Wollen Sie den Vertrag widerrufen, dann übersenden Sie den schriftlichen Widerruf ( braucht nicht begründet werden) aus Beweisgründen per Einschreiben mit Rückschein an den Verkäufer und behalten Sie eine Kopie des Schreibens für Ihre Unterlagen.

Da die Felgen mangelhaft sind ( Stahlfelgen statt wie beschrieben Alufelgen) haben Sie grundsätzlich auch die Möglichkeit dem Verkäufer zuvor eine Frist zu setzen für die Lieferung neuer Felgen (Alufelgen).Schreiben Sie des Weiteren, dass Sie vom Vertrag zurücktreten werden, wenn nicht innerhalb der Frist geliefert wird.

Übersenden Sie auch dieses Schreiben per Einschreiben mit Rückschein usw.

Sollte der Verkäufer nicht neue Felgen innerhalb der Frist liefern, treten Sie vom Vertrag zurück und fordern Sie den Verkäufer auf, den Kaufpreis zurückzuzahlen. Wenn Ihnen im Zusammenhang mit dem Kauf irgendwelche Schäden entstanden sind, können Sie diese zusätzlich geltend machen. (zB Rücksendekosten, Paketkosten usw )
Die Kosten die Ihrem Bekannten entstanden sind, werden Sie nicht geltend machen können, da es sich nicht um einen Schaden handelt, der Ihnen entstanden ist. Anders, wenn Ihr Bekannter von Ihnen zuvor Aufwendungsersatz verlangt.

Der erstgenannte Widerruf ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn der Verkäufer Felgen auch gewerblich verkauft (wird bei einem Powerseller wohl zumeist der Fall sein) und Sie die Felgen zum privaten Gebrauch gekauft haben. Der Vorteil beim Widerruf ist, dass Sie den Mangel nicht beweisen müssen, da Ihnen das Widerrufsrecht bei Vorliegen der genannten Voraussetzungen immer zusteht.( also auch wenn der Verkäufer Ihnen korrekte Ware zugesendet hätte). Der Nachteil ist, dass Sie darüber hinaus keinen Schadensersatz verlangen können.

Geben Sie dem Verkäufer zuvor eine Nachfrist für die Neuleiferung, machen Sie Ihre Gewährleistungsrechte geltend. Es kommt in diesem Fall nicht darauf an, ob der Verkäufer ein Unternehmer ist. Der Nachteil ist allerdings, dass Sie im Falle eines Prozesses beweisen müssten, dass der Verkäufer Alufelgen verkaufen wollte. Sie müssten dann auf jeden Fall sein damaliges Angebot im Internet ausdrucken. Aber auch das würde dann der freien richterlichen Beweiswürdigung unterliegen, das heisst der Richter kann Ihnen dann glauben oder auch nicht.

Wenn die Voraussetzungen hierfür vorliegen, würde ich dem Widerruf den Vorzug geben.

Im Übrigen ist das Mitbieten des Verkäufers um den Preis hochzutreiben kein Betrug oder strafbar, sondern im Rahmen von Versteigerungen durchaus üblich. Bietet der Verkäufer nämlich zu hoch mit, bleibt er letztlich auf seiner Ware sitzen.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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