Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sind Kinderkrankentage Arbeitszeit oder muss ich sie nacharbeiten?

| 16. Juni 2022 13:42 |
Preis: 51,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Hallo,

mein Arbeitgeber zieht mir die Kinderkrankentage von meinem Stundenkonto ab.
Konkret habe ich im Mai 2022 zwei Tage in Anspruch nehmen müssen, da ein Kind von mir erkrankt war.

Ich bin in Teilzeit beschäftigt, 25 Stunden je Woche und arbeite wochentags Montag bis Freitag je ca. 5 Stunden.
Ich arbeite als Physiotherapeutin im Krankenhaus nach TVÖD.

Im Mai hatte ich laut Arbeitgeber eine Sollarbeitszeit von 105 Stunden.
Von meinen geleisteten Stunden wurden mir für die beiden Kinderkrankentage je 5 Stunden abgezogen, sodass ich Minusstunden auf meinem Stundenkonto habe, die ich zeitnah wieder nacharbeiten muss.
Den Lohn für die beiden Tage erhalte ich von der Krankenkasse.

Meine Recherche diesbezüglich ist nicht eindeutig. Ich bin jedoch davon ausgegangen, dass die mir zustehende „Freistellung" von der Arbeit nicht eine „Verlagerung" der Arbeitszeit bedeutet.

Für eine Erklärung wäre ich sehr dankbar.

16. Juni 2022 | 15:30

Antwort

von


(392)
Roßmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: +498191/3020
Tel: +491717737949
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gem. § 3 EFZG gilt nicht bei Krankheit eigener Kinder.

Sie haben aber für mehrere Tage im Jahr einen Ausgleichsanspruch an Ihre Krankenkasse für Krankengeld

Arbeitnehmer und Familien werden auf diese Weise vom Gesetzgeber über die Krankenkassen geschützt.

Für kurze Zeit ergibt sich aber ein Anspruch gem. § 616 BGB.

Danach behalten Arbeitnehmer ihren Anspruch auf Lohnzahlung, wenn sie ohne eigenes Verschulden für eine unerhebliche Zeit nicht zur Arbeit kommen können, also eine lediglich "vorübergehende Verhinderung" vorliegt, unter die auch die Krankheit eines Kindes des Arbeitnehmers fällt.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Helge Müller-Roden
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 16. Juni 2022 | 16:13

Sehr geehrter Herr Müller-Roden,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Leider ist meine Frage nicht beantwortet. Der Sachverhalt der Lohnfortzahlung ist mir bewusst.
Meine Frage lautet, ob ich die beiden Tage der Freistellung nacharbeiten muss? Mit anderen Worten, darf mein Arbeitgeber die 10 Stunden von meinen geleisteten Überstunden abziehen bzw. von meinem Stundenkonto abziehen?
Mein Arbeitgeber verlangt, dass ich die 10 Stunden nachhole, obwohl ich wegen Kind krank nicht arbeiten konnte und ich den Lohn dafür von der Krankenkasse erhalten habe.

Freundliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16. Juni 2022 | 16:51

Sorry, das war mein Fehler, ich hatte den letzten Teil nicht im Blick.

Natürlich müssen Sie nicht nacharbeiten!

Sinn der gesetzlichen Regelung(en) ist ja, dass Eltern Zeit haben, sich um ihr krankes Kind zu kümmern.

Die Arbeitszeit ist ein Fixgeschäft und kann nur zu der vereinbarten Zeit erledigt werden, sofern keine Vereinbarung getroffen wird. Fällt sie aus, stellt sich die Frage der Vergütungspflicht, wobei der Grundsatz gilt: Ohne Arbeit kein Lohn.

Bei nur 2 Tagen kann der Arbeitgeber froh sein, dass sie nicht über 616 BGB gegangen sind und Ihre Vergütung von der Krankenkasse übernommen wurde.

Das Ergebnis wird deutlich, wenn Sie sich eine 14.-tägige Erkrankung vorstellen. Wann wollen Sie diese Stunden den neben der normalen Arbeitszeit nachholen?

Da stoßen Sie schnell an die Grenze des ArbZG, das 8 Std./ Tag als Regelfall vorsieht.

Wenn der Arbeitgeber die 10 Std. von Ihrem Guthabenkonto nimmt, dann müßte er sie auch voll bezahlen. Das geht aber auch nur mit Ihrer Zustimmung!

Bewertung des Fragestellers 16. Juni 2022 | 17:29

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Vielen Dank für die ausführliche und sehr kompetente Antwort. Es hat mir sehr weitergeholfen.

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Helge Müller-Roden »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 16. Juni 2022
5/5,0

Vielen Dank für die ausführliche und sehr kompetente Antwort. Es hat mir sehr weitergeholfen.


ANTWORT VON

(392)

Roßmarkt 194
86899 Landsberg
Tel: +498191/3020
Tel: +491717737949
Web: http://www.kanzlei-am-rossmarkt.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Fachanwalt Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Erbrecht, Familienrecht, Ordnungswidrigkeiten