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Arbeitsrecht und Arbeitszeit

11.03.2013 09:16 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Das Arbeitszeitgesetz erlaubt die Verlängerung der werktäglichen Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Stunden im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage zu meinen Arbeitszeiten, bzw. meinem Arbeitsvertrag. Ich arbeite seit 4 Jahren in einer Zahnarztpraxis zu folgenden Arbeitszeiten: Mo. 8-12 Uhr u. 14-18 Uhr, Die. 8-12 Uhr u. 14-19 Uhr, Mi. 8-14 Uhr, Do. 8-12 Uhr u. 14-19 Uhr, Frei. 8-14.30 Uhr.
Lt. meinen Arbeitsvertrag beträgt die wöchentliche Arbeitszeit 40 Std., aber nach den o.g. Arbeitszeiten komme ich auf eine wöchentliche Arbeitszeit von 38,5 Std..
Nun sollen künftig die fehlenden 1,5 Std. nachgearbeitet werden, d. h. Mo., Die. u. Do. jeweils bis 12.30 Uhr verlängern. Nun meine Frage: Ist es lt. Arbeitszeitgesetz erlaubt dauerhaft länger als 8 Std. pro Tag zu arbeiten, was ja bisher dienstags und donnerstags (9 Std. - Tag) immer der Fall war u. künftig nun auch montags der Fall sein wird? Bisher dachte ich, dass die längere Arbeitszeit dienstags und donnerstags mit dem Mittwoch und Freitag praktisch ausgeglichen wurde. Wenn ich seit 4 Jahren zu o. g. Arbeitszeiten tätig war, verjährt nicht nach einer gewissen Zeit der Anspruch auf eine 40 Std. Woche?

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Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

§ 3 Abs. 1 S. 2 ArbZG erlaubt eine Verlängerung der Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen die Arbeitszeit im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten wird. Da hier der Samstag als Werktag mitzählt, ist sogar eine Gesamtwochenstundenzahl von 48 Stunden erlaubt. Sie arbeiten jedoch bisher lediglich 38,5 Stunden pro Woche und sollen jetzt 40 Stunden pro Woche arbeiten, so dass diese Höchstgrenze nicht überschriten wird.

Es gibt keine gesetzliche Regelarbeitszeit von acht Stunden werktäglich, erst bei 10 Stunden gibt es eine Obergrenze, die grundsätzlich nicht überschritten werden darf. Insofern ist es arbeitszeitrechtlich in Ordnung, dass Sie an einigen Tagen in der Woche 9 oder jetzt 9,5 Stunden arbeiten, da dies an den anderen Tagen wieder ausgeglichen wird.

Im Hinblick auf die gegenüber dem Arbeitsvertrag in den letzten vier Jahren um 1,5 Stunden verringerte Wochenarbeitszeit könnte durchaus eine betriebliche Übung dahingehend anzunehmen sein, dass Ihre Wochenarbeitszeit abweichend vom Arbeitsvertrag 38,5 Stunden beträgt. Das gewohnheitsrechtliche Institut der betrieblichen Übung besteht in einer gleichförmigen Wiederholung bestimmter Verhaltensweisen des Arbeitgebers, aus denen die Arbeitnehmer einen bestimmten Rechtsbindungswillen ableiten können. Hier müssten die Umstände genauer geprüft werden. Da dies aber letzlich eine Wertungsfrage ist, gibt es hier immer ein gewisses Risiko.

Sie sollte auch bedenken, dass Ihr Arbeitgeber vermutlich weniger als zehn Arbeitnehmer ohne Auszubildende beschäftigt, so dass er Sie - Sonderfälle wie Schwangerschaft, Schwerbehinderung etc. einmal außen vor gelassen - jederzeit fristgemäß entlassen werden kann, da Sie keinerlei Kündigungsschutz haben. Vor diesem Hintergrund sind arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen immer vorsichtig zu führen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elke Scheibeler, Rechtsanwältin

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