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Schufaeintrag während Krankheit! Vorzeitige Löschung?


20.11.2007 14:17 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

im Jahr 2004 erlitt ich als selbständiger Immobilienmakler ein Burnout-Syndrom, bzw. eine depressive Symptomatik und wurde ab September 2004 für die folgenden 1,5 Jahre so gut wie lückenlos (drei Wochen fehlen) von verschiedenen Fachärzten für 100% arbeitsunfähig befunden, bzw. Krank geschrieben.

Im November 2004 überschnitt sich eine ungeplante Lastschrift mit der Abbuchung meiner E-Plus-Rechnung (lummelige 60 Euro), so dass ich in Zahlungsverzug geriet.
Aufgrund der Symptomatik hatte ich es zwei Monate lang nicht geregelt bekommen, die aktuelle Forderungshöhe, TAN für´s Onlinebanking, sowie einen funktionierenden Internetanschluß zum gleichen Zeitpunkt zu organisieren.
Darauf folgte ein Schufa-Eintrag, meine Bank kündigte mir meine eingeräumten Kreditlinien mit Drängen auf sofortige Rückführung und ein Inkasso-Unternehmen meldete sich zur Eintreibung der Mobilfunkrechnung.

Da mittlerweile meine Krankenversicherung das Krankentagegeld streitig machte (ich bekam für 5 Monate keine Tagegeld) war bei mir Land unter angesagt.

Ich kümmerte mich zuerst um die Befriedigung frischer Mahnungen, um nicht noch einen Schufa-Eintrag zu kassieren, mit der Folge, dass die Eplus-Inkasso-Geschichte erst ca. ein halbes Jahr beglichen wurde.

Nun, drei Jahre später, befinde ich mich als Berufsunfähigkeitsrentner auf dem Weg der Genesung und versuche wieder langsam ins Geschäftsleben einzusteigen.

Meine Rente beläuft sich auf knappe 2.000,- Euro und bin schuldenfrei, jedoch bekomme ich bei keiner Bank eine EC Karte, einen Dispo oder eine Autofinanzierung!

Obwohl ich eigentlich eher einen Orden verliehen bekommen müßte, trotz Krankheit und mehr als angespannten Finanzen mein Geschäft rückabgewickelt zu bekommen und all meine Rechnungen und Mahnungen zu bezahlen werde ich nun behandelt, als sei ich irgendein Schmock, der einen Finanzbetrug begangen hätte. Alle Banken benennen den negativen Schufa-Eintrag als Entscheidungsgrund.

Ich bemühte mich bei der Schufa um vorzeitige Löschung, diese verwiesen mich an E-Plus.
Eplus verweist nur auf die Löschfrist (Ende 2008) und für weitere Rückfragen an die Schufa... daß mein Hauptvertrag nun seit 2000 Anstandslos durchgelaufen ist, scheint die gar nicht zu interessieren.

Habe ich eine Möglichkeit, bzw. eine juristische Handhabe, den Eintrag vorzeitig löschen zu lassen?

Vielen Dank im Voraus
20.11.2007 | 15:11

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage(n). Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass es sich bei folgender Antwort lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung handelt und diese eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen kann. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung Ihres Anliegens völlig anders ausfallen. Dies vorausgeschickt beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Die Schufa darf selbstverständlich keine falschen Angaben speichern. Dies scheint jedoch nicht das Problem zu sein, da der Eintrag nach Ihren Angaben dem Sachverhalt ( Zahlungsverzug / Inkasso )entspricht.

In ihrem Internetauftritt gibt die Schufa – die Löschungsfristen wie folgt an:

„ Entfernt werden Angaben:

* zu Giro- und Kreditkartenkonten nach Kontoauflösung
über Versandkonten drei Jahre nach Eingang bzw. ab Mitteilung über Auflösung

* über Kredite nach drei Jahren ab dem Jahr der Rückzahlung

* zu nicht vertragsgemäß abgewickelten Geschäften, nach deren Erledigung, zum Ende des dritten Jahres ab Aufzeichnung

* titulierte Forderungen bleiben bis zur Erledigung gespeichert. Sie werden drei Jahre nach Rückzahlung entfernt

* Informationen aus Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte werden bei der SCHUFA nach drei Jahren gelöscht. Auch früher, falls die Löschung beim Amtsgericht der SCHUFA angezeigt wird.“


Quelle: www.meineschufa.de


Ein Anspruch auf Löschung könnte sich insbesondere aus § 28 Abs. 1 Nr. 2 Bundesdatenschutzgesetz ergeben.

Nach § 28 Abs. 1 Nr. 2 Bundesdatenschutzgesetz ist eine Speicherung nur „ zulässig, soweit es zur Wahrung berechtigter Interessen der verantwortlichen Stelle erforderlich ist und kein Grund zu der Annahme besteht, dass das schutzwürdige Interesse des Betroffenen an dem Ausschluss der Verarbeitung oder Nutzung überwiegt.“

Sie müssten also ein schutzwürdiges Interesse an der Löschung der Gläubigereintragung darlegen. Dieses muss das Interesse der Schufa am Bestand der Eintragung überwiegen. Ob dies so gegeben ist, ist eine Einzelfallentscheidung. Alles in allem empfehle ich zunächst bei der Schufa eine „Selbsauskunft“ einzuholen ( sofern nicht bereits geschehen ) und dann die Schufa außergerichtlich unter Darlegung Ihrer Schutzwürdigen Interessen aufzufordern unter Beachtung der eigenen Leitlinien, den Eintrag entsprechend zu löschen.

Außerdem rege ich an, bei dem Telefonunternehmen nochmals eine Bestätigung anfordern, dass der Vertrag seit mehreren Jahren reibungslos funktioniert und ggf. diese Bestätigung an die Schufa weiterreichen. Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung ermöglicht zu haben.

Bei Bedarf können Sie gerne die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt
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Tel./ Fax: 09071 - 2658

www.anwaltkohberger.de

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