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Schmerzensgeld nach Hundebiss in Gesicht von Kind


| 24.11.2012 01:48 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank erst einmal für Ihre Bemühungen, folgende doch etwas längeren Erklärung zu lesen.

Wir waren an einem Nachmittag bei einer befreundeten Familie S. eingeladen. Diese Familie setzt sich sehr für den Tierschutz ein. Deshalb hatte diese Familie S. seit 4 Wochen einen Hund aus dem Tierheim. Der Hund sollte an die befreundete Familie H übergeben werden, welche den Hund zuvor schon im Tierheim adoptiert hatte ( Also namentlich als Halter eingetragen ist) ihn aber noch nicht bei sich aufnehmen konnte. So befand sich der Hund also nach vorheriger Absprache für diesen Zeitraum x bei Familie S.
Familie S ist also Hundeaufseher und hat darüberhinaus eine entsprechende Versicherung abgeschlossen.
Nun mein Problem. Wir gingen also zu Besuch bei Familie S. Frau S erklärte sofort, sie hätten einen neuen Hund aus dem Tierheim, wir sollen ihn mal anschauen. Mein Sohn (zum damaligen Zeitpunkt 10 Jahre) wollte ihn gerne streicheln. Ich fragte Frau S., ob der Hund denn lieb sei. Sie antwortete mir, dass sei ein ganz lieber und öffnete uns das Gartentor. Wir streichelten den Hund erst gemeinsam dann begrüßten wir Erwachsenen uns. Mein Sohn streichelte in dieser Zeit den Hund weiter. Dieser biss nun auf einmal ohne jegliche Vorwarnung zu. Mein Sohn hat eine verbleibende 2,5 cm lange Narbe unter dem linken Auge, kleine Narben an der Lippe und am Arm davongetragen. Attest von der ärztlichen Behandlung liegt vor.

Die Versicherung von Frau S. weigert sich natürlich zu zahlen, hier sei kein schuldhaftes Verhalten ihrerseits zu erkennen. Muss ein schuldhaftes Verhalten beim Hundeaufseher vorliegen? Oder ist dies wie beim Hundehalter als Gefährdungshaftung anzusehen? Was wäre als schuldhaftes Verhalten zu werten? Sollten wir uns besser an die Hundehalterin wenden, auch wenn sich diese zu diesem Zeitpunkt nicht in der Nähe befand?
Mein Sohn soll persönlich eine Erklärung an die Versicherung schreiben, ich sehe darin ohne anwaltliche Unterstützung eher einen ziemlichen Nachteil. (wie gesagt, 10 Jahre alt.) Im Interesse meines Sohnes würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn wir zumindest eine kleine Entschädigung erwirken könnten.

Wenn Sie mir raten würden, mich ausführlicher Beraten zu lassen, würde ich ein Angebot gerne annehmen, im Falle dessen, Sie sind der Meinung ,dass wir tatsächlich Ansprüche geltend machen könnten.

Ich bedanke mich sehr für ihre Mühen

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1)
Die Anspruchsgrundlage ergibt sich vorliegend aus § 833 BGB, der die sogenannte Halterhaftung normiert.

Fraglich ist in Ihrem Fall nur, wer als Tierhalter anzusehen ist, da nur dieser nach § 833 BGB Anspruchsgegner sein kann.

Als Tierhalter ist anzusehen, wer nach der Verkehrsanschauung darüber entscheidet, ob Dritte der von einem Tier ausgehenden, nur unzulänglich beherrschbaren Gefahren ausgesetzt wird. Danach ist eine Halterhaftung zu ungunsten desjenigen anzunehmen, der die Bestimmungsmacht über das Tier hat. Indiz hierfür können sein,

1. wer aus eigenem Interesse für das Kind aufkommt,
2. den allgemeinen Wert und Nutzen des Tieres für sich in Anspruch nimmt,
3. und das Risiko des Verlustes trägt.

Die Familie H. hat den Hund bereits zu dem früheren Zeitpunkt angenommen und sich als neue Eigentümer legitimieren lassen, indem sie sich als Halter eintragen ließen. Bis zum Zeitpunkt der eigentlichen Übernahme des Hundes sollte Frau S. lediglich gewisse Obhuts- und Versorgungspflichten für die Familie H. übernehmen. Dabei würde es nichtmal eine Rolle spielen, wenn die Familie H. den Hund vor der endgültigen Übergabe gesehen hätte (so jedenfalls eine Entscheidung des LG Düsseldorf). Daher ist zunächst davon auszugehen, dass die Familie H als Halter anzusehen ist.

Diese Auffassung ist jedoch nicht zwingend. Grundsätzlich ist es nämlich möglich, dass mehrere Personen Tierhalter sind. Vorliegend könnte argumentiert werden, dass Frau S. und Familie H. nebeneinander auf gleicher Ebene Bestimmungsmacht über das Tier hatten. Dies aus dem Grunde, dass der Erwerbsvorgang durch die fehlende Übergabe des Hundes nicht völlig abgeschlossen war. Frau S. könnte als vorherige Halterin Ihre Bestimmungsmacht vollständig abgegeben.

Eine eindeutige rechtliche Lage kann daher nicht festgestellt werden. Im Falle einer gerichtlichen Geltendmachung des Schadens hätte hier das Gericht das letzte Wort.

2)
Daneben besteht auch die Möglichkeit, den Schaden über § 823 BGB geltend zu machen. Entgegen dem § 833 BGB handelt es sich bei diesem aber um keine Gefährdungshaftung. D.h., dass ein Verschulden der Frau S. nachzuweisen wäre. Hinweise hierauf lassen sich dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt nicht entnehmen.

Dieses wäre in etwa zu bejahen, wenn der Hund bereits im Vorfeld agressives Verhalten gezeigt hätte. Andererseits kann natürlich auch die völlige Unkenntnis des Hundes bedingen, dass Frau S. entsprechende Vorsicht hätte walten lassen müssen.

Zur abschließenden Beurteilung wäre aber meinerseits notwendig, zusätzliche Informationen zum Sachverhalt einzuholen.

3)
Nicht erörtert wurde bislang die Möglichkeit, ob Frau S. möglicherweise durch eine entsprechende Vereinbarung die Haftpflicht für das Tier übernommen hat. Auch die Existent dementsprechender Übereinkünfte sind zu überprüfen.

4)
Abschließend lässt sich feststellen, dass Ihrem Sohn ein Anspruch auf Schmerzensgeld und möglicherweise weitergehender Schadensersatzansprüche zusteht.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist dieser Anspruch gegen die Familie H. zu richten.

Es wäre daher sachdienlich zu erforschen, ob diese bereits eine Halterhaftpflicht für den Hund abgeschlossen haben. Sollte dies der Fall sein, steht in jedem Fall ein solventer Haftungsschuldner zur Verfügung.

Es ist in jedem Fall anzuraten, rechtliche Schritte einzuleiten. Aufgrund der bleibenden Gesichtsnarbe sowie der weiteren Verletzung vor dem Hintergrund des jungen Alters Ihres Sohnes, wird die Höhe des Schmerzensgeldes nicht ganz unbeträchtlich sein.

Hinzu kommen mögliche weitere Schadensersatzpositionen die allerdings erörtert werden müssten.

Gerne stehe ich Ihnen für die weitere Vertretung in dieser Angelegenheit zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich einfach unter der unten angegebenen E-Mail-Adresse. Das hier gezahlte Honorar würde hierbei angerechnet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
André Meyer, Rechtsanwalt
Bewertung des Fragestellers 23.01.2013 | 15:22


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FRAGESTELLER 23.01.2013 5/5.0
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