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Schmerzensgeld nach Hundebiss und Sulkus Ulnaris Syndrom

| 31.01.2010 14:46 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Ein Bekannter wurde von einem kleinen Hund gebissen und leidet seit dem an Morbus - Sudeck. Dies ist bereits über ein Jahr her. Im Sommer vergangenen Jahres kam noch ein Sulkus Ulnaris Syndrom in beiden Armen dazu und im Herbst Athropien in den Händen.

Die Hundehalterhaftpflichtversicherung hat zwar wegen des Morbus Sudeck schon etwas bezahlt, verweigert jedoch weitere Zahlungen, weil hier der Zusammenhang bezweifelt wird, bzw. die Versicherung der Auffassung ist, dass diese Krankheiten durch Vorerkrankungen entstanden sind, bzw. Verletzungen, die man sich selbst zugefügt haben könnte.

Leider kann sich mein Bekannter keinen Anwalt leisten.

Daher folgende Fragen, muß die Haftpflichtversicherung auch den Anwalt bezahlen? Wieviel Schmerzensgeld bekommt man ungefähr für die obengenannten Krankheiten?

Wie soll man denn Beweisen, dass die Krankheiten nicht durch Vorerkrankungen oder Verletzungen entstanden sind, die man sich selbst zugefügt hat, sondern im Zusammenhang mit dem Hundebiss stehen.

31.01.2010 | 16:19

Antwort

von


(140)
Saarlandstraße 62
44139 Dortmund
Tel: 0231 580 94 95
Web: http://www.rechtsanwalt-do.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.
Der Halter eines Hundes haftet für Schäden, die sein Hund anrichtet. Und für ihn haftet in der Regel die Haftpflichtversicherung.

Nach § 253 II BGB muss bei Verletzungen an Körper und Gesundheit auch für einen so genannten immateriellen Schaden eine „billige Entschädigung in Geld“ (Schmerzensgeld) geleistet werden.

Sofern die Versicherung bzw. der Hundehalter freiwillige Zahlungen verweigern und führen außergerichtliche Verhandlungen zu keinem annehmbaren Ergebnis, so muss der Geschädigte bzw. sein Anwalt überlegen, ob eine Klage Sinn macht.

In einem Klageverfahren muss dann das Gericht überzeugt werden, dass der vorgebrachte Krankheitsverlauf seine Ursache in dem z.B. Hundebiss findet.

In der Regel wird sich das Gericht diese Meinung nicht ohne zu Hilfenahme eines medizinischen Gutachtens bilden können.

Wenn das Gericht die Meinung des Geschädigten teilt, verurteilt es den Hundehalter bzw. seine Versicherung zur Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Wie hoch das Schmerzensgeld zu bemessen ist, ist eine schwierige Frage und vor einem Gerichtsverfahren schwer vorherzusagen.

Das Gesetz bestimmt nämlich nicht für verschiedene Verletzungen bestimmte Beträge. Es redet von einer „billigen Entschädigung“. Wie viel das ist, entscheidet das Gericht anhand zahlreicher Faktoren.

Wichtige Fragen sind: Wie sind Ausmaß, Schwere und Dauer der physischen und psychischen Leiden? Wie mussten die Verletzungen ärztlich behandelt werden? Trägt der Geschädigte Mitverschulden? Wie wurde der Schaden bislang von Schädiger und Verischerung reguliert? Und so weiter.. Sogar die Vermögensverhältnisse des Geschädigten und des Schädigers spielen eine gewisse Rolle.

Daher fällt es mir schwer aus der Ferne eine Prognose abzugeben. Zur Orientierung: Bei „einfachen Hundesbissen“, die folgenlos verheilen, liegen die Schmerzengelder in der Regel im mittleren dreistelligen Bereich. Etwas größere Bisswunden mit sichtbaren Narben im unteren vierstelligen Bereich. Bei Einschränkung der Bewegungsfähigkeit, Schädigung der Nerven oder bei bleibenden Schäden, kann der Betrag auch deutlich im fünfstelligen Bereich liegen. Bei sehr schweren Verletzung auch darüber.

Zu dem zu leistenden Schadensersatz gehören im Prinzip auch die so genannten Rechtsverfolgungskosten, sprich die Kosten für einen Rechtsanwalt. Es ist aber so, dass Ihr Bekannter der Vertragspartner des Anwalts ist. Ihr Bekannter ist als Mandant derjenige, von dem der Anwalt seine Vergütung auf jeden Fall verlangen kann. Versicherung und Hundehalter müssen die Kosten (wenn Sie es nicht freiwillig tun) erst ersetzen, wenn der Prozess gewonnen wird.

Meiner Ansicht nach sollte sich Ihr Bekannter an einen Anwalt wenden. Wegen der Kosten gibt auch die Möglichkeit, dass sie (zumindest teilweise) von der staatlichen Beratungshilfe bzw. Prozesskostenhilfe übernommen werden. Über die Kosten kann vorab in einer persönlichen Beratung mit dem Anwalt gesprochen werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen Überblick geben und meine Antwort hat Ihnen weiter geholfen. Noch Fragen? Dann nutzen Sie die kostenlose Nachfragefunktion.

Bitte bedenken Sie, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Zu einer umfassenden Beratung gehört, gemeinsam alle relevanten Informationen zu erarbeiten. Das kann diese Plattform nicht leisten. Hier soll nur eine erste überschlägige Einschätzung Ihres geschilderten Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen gegeben werden. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Tatsachen bei Ihrer Schilderung kann sich eine ganz andere rechtliche Beurteilung ergeben.



Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Belgardt
Rechtsanwalt


Kanzleianschrift:
Großholthauser Str. 124
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Kontaktmöglichkeiten:

Telefon: 0231. 580 94 95
Fax: 0231. 580 94 96
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Nachfrage vom Fragesteller 31.01.2010 | 17:04

Leider kannn ich ihrer Anwort nicht entnehmen, ob die Haftpflichtversicherung des Schädigers auch den Anwalt des Geschädigten zahlen muß, wenn es sich noch darum handelt die Angelegenheit außergerichtlich zu verhandeln, so wie z.B. bei der KFZ - Haftpflichtversicherung, wenn man einen Autounfall hat.

Wie bereits beschrieben handelt es sich um ein dauerhaftes Schmerzsyndrom ( Morbus - Sudeck) Nervernschädigungen an den Armen mit Bewegungseinschränkungen( Sulkus Ulnaris) und Athrophien in den Händen( Gewebe löst sich auf! ). Nach dem die Sache nun schon über ein Jahr geht und keine Besserung in Sicht ist kann mein Bekannter wahrscheinlich auf unabsehbare Zeit nicht mehr arbeiten und wird dadurch möglicherweise Frührenter oder zum Sozialfall. Die Versicherung hält in immer wieder mit neuen Ausreden hin und schreibt beleidigende Briefe. Auch deshalb kann er nicht genesen, weil er sich dann immer so aufregen muß und die Krankheit sich verschlimmert. Er möchte daher ein Schmerzensgeld von mindestens 5000,- im Monat fordern. Ist das zu hoch?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2010 | 17:36

Vielen Dank für Ihre Nachfrage. Auch die vorgerichtlichen Anwaltskosten, die durch Verhandlung mit der Versicherung entstehen, muss die Versicherung grundsätzlich ersetzen. Allerdings nur, wenn sie entweder die Regulierung freiwillig übernimmt und die Haftung anerkennt oder - falls sie das nicht tut - dazu verurteilt wird.

Bezüglich der gewünschten Summe fällt es mir schwer, dies ohne genaue Kenntnis der Umstände zu beurteilen. Obwohl die Verletzung erheblich scheint, dürfte eine Rente von 5000 €/Monat (60.000 €/Jahr) aber schwer realisierbar sein.

Zum Vergleich: Eines der höchsten jemals in Deutschland zugesprochenen Schmerzengelder hat das Landgericht Kiel einem 3,5 jährigen Kind zugesprochen, das nach einem Unfall ab dem ersten Halswirbel abwärts irreparabel querschnittgelähmt war und sein Sprachvermögen verloren hatte. Es belief sich auf 500.000 € und eine monatliche Rente von 500 €.

Mit freundlichen Grüßen
RA Belgardt

Bewertung des Fragestellers 31.01.2010 | 17:48

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