Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.422
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schimmel im Wohnwagen

| 06.08.2018 15:54 |
Preis: 48,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Auch bei einem Kaufvertrag über gebrauchte Fahrzeuge unter Privatleuten hat der Käufer Gewährleistungsrechte oder die Möglichkeit, den Vertrag anzufechten, wenn er vom Verkäufer arglistig getäuscht wurde. Er muss aber nachweisen können, dass der Verkäufer den Mangel der Sache kannte.

Guten Tag.
Wir haben im Oktober 2016 einen Wohnwagen von privat gekauft.
Mit einem ganz normal üblichen Vertrag.
Wie der Zufall es so will, haben wir vor ein paar Wochen den Vorbesitzer des Wagens kennen gelernt. ( Der Verkäufer war nie auf den Wagen angemeldet)
Dieser hat sich gewundert, das wir den Wohnwagen haben. Er hat den bei einem Händler abgegeben, da es ein total Schaden war. Ihm wurde gesagt das Dach ist schimmelig , was er auch mit eigenen Augen sehen konnte.
An der Stelle des Schimmels wurde ein neues Dachfenster verbaut, um noch zu vertuschen.
Da das Dach langsam drohte runter zu kommen, entschloss ich mich letzte Woche , die morschen Latten zu entfernen.

Kann ich da noch etwas reklamieren?

06.08.2018 | 17:21

Antwort

von


(25)
Braamkamp 14
22297 Hamburg
Tel: (040) 87 50 47 34
Web: http://www.kanzlei-alsterland.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrte Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gern wie folgt beantworten möchte:

Ich fürchte, dass Sie mit einer Reklamation in Ihrem Fall nicht weit kommen werden. Wenn der Wohnwagen von privat gekauft wurde und ein „normaler Vertrag" verwendet wurde, dann gehe ich davon aus, dass die Sachmängelgewährleistungsrechte von dem Privatverkäufer wirksam ausgeschlossen wurde.

Auf eine solche Vereinbarung könnte sich der Verkäufer gemäß § 444 BGB nur dann nicht berufen, wenn er über den Mangel arglistig getäuscht hat. In diesem Fall wäre gemäß § 123 Abs. 1 BGB auch die Anfechtung des Kaufvertrages möglich. Dies hätte zur Folge, dass der Vertrag rückabgewickelt werden könnte. Das wäre theoretisch auch noch zehn Jahre nach Vertragsschluss möglich, wenn er innerhalb eines Jahres nach dem Zeitpunkt angefochten wird, in dem Sie von der Täuschung erfahren habe.

Mit Ihrem Rechtsgefühl liegen Sie also richtig, weil hier grundsätzlich Möglichkeiten bestehen, den Vertrag anzugreifen. Ohne Zweifel handelt es sich bei einem Schimmelbefall im Wohnwagen auch um einen Mangel im Sinne des § 434 BGB.

Das Problem liegt aber im praktischen Bereich, insbesondere wenn es darum geht, zu beweisen, dass der Verkäufer arglistig gehandelt hat. Mit dem Vorbesitzer werden Sie unter Umständen lediglich beweisen können, dass der Zwischenhändler von dem Mangel wusste. Hier sollte vorab zumindest geklärt sein, was der Händler dem privaten Verkäufer mitgeteilt hat. Wenn der Händler zur Vertuschung ein neues Dachfenster verbaut hat, spricht einiges dafür, dass Verkäufer nichts von der Schimmelproblematik musste. Etwas anderes würde natürlich gelten, wenn der Händler, der das Fahrzeug gekauft hat und der „Privatverkäufer", vom dem Sie den Wohnwagen haben, ein und dieselbe Person sind.

Durch den zeitlichen Abstand und die Veränderungen an den Wohnwagen (neues Dachfenster/Entfernung von Latten) sollten weitere Schritte aber auch davon abhängig gemacht werden, ob noch zu beweisen ist, dass der heute vorliegenden Mangel tatsächlich identisch mit dem Mangel ist, von dem der Vorbesitzer berichtet hat. Schimmel und seinen Ursachen könnten ja durchaus entfernt worden sein und innerhalb von zwei Jahren neu entstanden sein.

Zusammengefasst haben Sie durchaus die Möglichkeit, den Vertrag anzufechten. Sie werden aber nachweisen müssen, dass bei dem Vertragsschluss und der Übergabe im Oktober 2016 ein Mangel in Gestalt des Schimmelbefalls vorgelegen hat, der für Sie nicht erkennbar war und von dem der Verkäufer positive Kenntnis hatte und diese trotzdem verschwieg.

Auch wenn das Ergebnis meiner Prüfung vielleicht nicht ganz Ihrer Hoffnung entsprach, hoffe ich, dass Sie durch meine Antwort einen Überblick gewonnen haben und darauf aufbauend eine Entscheidung treffen können. Wenn etwas unklar geblieben ist, stehe Ihnen gerne über die kostenlose Nachfragefunktion weiter zur Verfügung.

Freundliche Grüße


Rechtsanwalt Jörn Blank


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich neben Ihrer Arbeit auch noch um rechtliche Fragen und Belange kümmern? Das raubt Zeit und Nerven. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 09.08.2018 | 21:41

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Jörn Blank »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 09.08.2018
5/5,0

ANTWORT VON

(25)

Braamkamp 14
22297 Hamburg
Tel: (040) 87 50 47 34
Web: http://www.kanzlei-alsterland.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Zivilrecht, Verwaltungsrecht, Miet und Pachtrecht, Verkehrsrecht, Reiserecht