Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Schadenersatzforderung aufgrund geplatzen Grundstückskaufs

22.01.2014 15:11 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Zusammenfassung: Schadensersatz wegen Verletzung vorvertraglicher Pflichten

Nach einer längeren Verhandlung mit einem Grundstückseigentümer über den Verkauf eines Grundstücks wurde in beidseitigem schriftlichen Einverständnis über den Kaufpreis, schriftlich vereinbart einen Notar zu kontaktieren, zwecks Terminfindung, um den Kauf abzuschliessen.

Im Moment als schriftliches Einverständnis über den Kaufpreis herrschte, wurde mir vom Verkäufer ein Notar mit Namen und Adresse genannt, um dort einen Termin zu vereinbaren.

Daraufhin habe ich den Notar kontaktiert und ihn mit der Kaufabwicklung beauftragt.
Im besten Wissen und Gewissen, dass dies in beidseitiger Absprache mit dem Verkäufer erfolgte. Eine Woche vor Termin wurde mir dann von seiten des Verkäufers eine erhöhte Kaufpreisforderung gestellt, der er ansonsten dem Verkauf nicht mehr zustimmen möchte.

Nunmehr verlangt der Notar von mir Vertragsentwurfskosten für den geplatzten Notartermin
in Höhe von mehreren Hundert Euro.

Trotz mehrfacher Aufforderung meinerseits an den Verkäufer diese Kosten zu tragen, da er vom Verkauf Abstand genommen hat, stehe ich nunmehr dem Notar gegenüber alleine in der Pflicht.

Aus diesem Grund möchte ich wissen, ob Aussicht auf Erfolg besteht im Rahmen eines Schadensersatzes diese Kosten vom Verkäufer geltend zu machen, da ich mich in der wahren Verkaufsabsicht getäuscht sehe.

Der Verkäufer behaart darauf, dass er ein höheres Angebot erhalten hat und er sich mir nicht verpflichtet fühlt.

Deshalb meine Fragen:
Besteht der Verdacht auf Täuschung?
Besteht Anspruch auf Schadensersatz?
Erfolgte der Rückzug in Absprache mit dem Notar?

Mit der Bitte um sachkundigen Rat.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


Nach Ihrem Sachvortrag haben Sie mit dem Verkäufer in Vorverhandlungen gestanden und es lag eine schriftliche Vereinbarung über die Kaufpreishöhe vor.

Die Aufnahme von Vertragsverhandlungen begründet nach § 311 Absatz 1 Nr. 1 BGB ein vorvertragliches Schuldverhältnis mit den Pflichten nach § 241 Absatz 2 BGB.
Das bedeutet jedenfalls die Pflicht zur gegenseitigen Rücknahme. Die Verletzung dieser Pflichten kann Schadensersatzansprüche nach § 280 BGB begründen. Als weitere Pflichten sind hier anzuführen:

- Aufklärungspflichten
- Mitwirkungspflichten
- Obhutspflichten.

In Ihrem Fall war der Verkäufer mit der ausgehandelten Kaufpreishöhe einverstanden und hat Sie darüber hinaus gebeten, Kontakt zu einem Notar aufzunehmen, um den Kaufvertrag auch zu vollziehen.
Damit wurde bei Ihnen ein besonderes Vertrauen auf den Abschluss des notariellen Grundstückskaufvertrages durch den Verkäufer hervorgerufen.
Dieses schutzwürdige Vertrauen wurde dadurch schwer verletzt, dass der Verkäufer einen höheren Kaufpreis verlangt.
Dies steht im Widerspruch zu dem bereits Ihnen gegenüber erklärten Einverständnis.

Vor diesem Hintergrund können Sie dem Grunde nach Schadensersatz verlangen.
Das enttäuschte Vertrauen in das Zustandekommen des Vertrages führt dazu, dass der Schaden hier in den nutzlosen Aufwendungen besteht.
Hätten Sie ohne das schuldhafte Verhalten des Verkäufers einen Vertrag mit einem anderen abgeschlossen, gehört zum sog. negativen Interesse auch der aus diesem Vertrag entgangene Gewinn (bspw. Mieteinnahmen).
Sie könnten aber auch als Schadensersatz den Mehrpreis eines gleichwertigen Grundstücks verlangen.

Ich empfehle, die Dienste eines Kollegen in Anspruch zu nehmen, um die Sach- und Rechtslage abschließend klären zu lassen.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
http://www.kanzlei-roth.de/kontakt.php
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70047 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und fundierte Antwort bei einem komplexen Thema. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles bestens. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER