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Renovierungskosten bei 11 Monaten Wohnzeit berechtigt?


25.01.2007 18:07 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum




Sehr geehrter Anwalt,
Sehr geehrter Anwältin,


Aus beruflichen Gründen musste ich mir in Emmerich eine Zweit-Wohnung mieten. Dort habe ich mit meinem Lebenspartner vom 01.03.06 bis 31.01.07 gewohnt.

Um eventuelle Renovierungskosten zu sparen haben wir die Wohnung so gelassen wie sie beim Einzug war, das heißt, nicht mal einen Nagel in die Wand geschlagen. Nur einige Möbel haben wir aufgestellt.

Nun ist mein Lebenspartner Raucher (ca. 20 Zigaretten täglich), und obwohl im Wohnzimmer das Fester immer offen stand sind die Wände in der Nähe der Zimmerdecke etwas gelb geworden. Auch die Lamellen, die im Wohnzimmer vor den Fenstern hängen sind etwas vergilbt.
Und an der Stelle, wo wir im Wohnzimmer saßen, sind die Flusen von einer Decke in den Teppichboden gelangt, sodass der Teppich an dieser Stelle etwas gefärbt ist, und nur noch maschinell gereinigt werden kann.

Unsere Vermieterin meinte nun bei meinem Auszug am 18.01.07, dass sie die Wohnung, so wie es nun ist, nicht weitervermieten kann und dass ich für die Kosten für Streichen und Reinigen aufkommen müsste, oder dies selber erledigen müsse.


Nun sind meine Fragen:
1) Gilt nicht gesetzlich, dass die "normale" Abnutzung der Wohnung vom Vermieter getragen werden müssen?
2) Wenn ja, gilt dies auch für das Rauchen, wenn durch offenes Fenster immer frische Luft gewährleistet war?
3) Sind nun alle Forderungen der Vermieterin berechtigt?

Wir haben dort ja schließlich nur ca. 11 Monate gewohnt!


Zur Hintergrundinformation:
Der Mietvertrag ist ein Vordruck, den die Vermieterin von Hand ausgefüllt hat. In dem Feld "Schönheitsreparaturen" ist weder Mieter noch Vermieter angekreuzt.
Und am Schluss hat die Vermieterin noch folgendes handschriftlich eingetragen:
"Die Wohnung wurde vor dem Einzug des Mieters gestrichen und gesäubert. Der Teppichboden wurde maschinell gereinigt. Die Wohnung muss im gleichen Zustand bei Auszug übergeben werden."


Kostenvoranschlag der Vermieterin der Renovierung:
Reinigung der Lamellen: 2x 46,99 = 93,98 EUR
Latex Farbe zum Anstreichen: 42,98 EUR
5 Stunden für Anstreicher: 62,50 EUR
Teppichreiniger, Leihgerät: 29,99 EUR
2 Stunden für Reinigung: 25,00 EUR
2 Stunden Decke, Leisten reinigen: 25,00 EUR

Summe: 280,45 EUR

Ich soll nun laut Vermieterin entscheiden, ob diese Summe von der Kaution (800 EUR) abgezogen werden soll, oder ob ich diese Reinigungen selber durchführen möchte.


Mit freundlichen Grüssen,

Bernd
Sehr geehrter Ratsuchender,

unter Beachtung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes kann ich Ihre Frage wie folgt kurz beantworten:

Die von Ihnen angesprochene Regelung zu den Schönheitsreparaturen scheint im vorliegenden Falle keine Rolle zu spielen. Ohnehin hat der BGH starre Fristenregelungen in Mietvertragsformularen für ungültig erklärt.

Gravierender scheint mir jedoch die von Ihnen angesprochene Individualvereinbarung im Mietvertrag zu sein. Grundsätzlich hat der Vermieter "normale" Abnutzungserscheinungen bei der Vermietung hinzunehmen. Er ist jedoch berechtigt, deren Beseitigung einseitig auf den Vermieter durch eine individuelle Vereinbarung abzuwälzen. Dies scheint im vorliegenden Falle durch den handschriftlichen Zusatz der Vermieterin geschehen zu sein, sodass Sie sich diese Regelung im Zweifel auch entgegen halten lassen müssen.

Die Mietzeit spielt für diesen Fall keine Rolle, da Sie entsprechende Abnutzungen selbst einräumen. Hinsichtlich des Kostenvoranschlags kann ich Ihnen nur den Rat geben, ggf. selbst einen einzuholen und zu vergleichen. Auf den ersten Blick scheinen die Kosten jedoch nicht überzogen zu sein.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

RA Ralf Kunold
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