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Rechtsstreit gegen meinem Anwalt


| 18.09.2005 18:56 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht



Mein Rechtsanwalt vertritt mich schon langjährig in mietrechtlichen Angelegenheiten erfolgreich gegen meinem Vermieter.
(Gerichtsurteil über die Umlegung von Nebenkosten).Jetzt vertritt jedoch mein Anwalt meinen Vermieter gegen mich in der bereits abgeschlossenen Angelegenheit. Auf meine Schreiben von mir anwortet mein Anwalt nicht. Nun meine Frage.
Ist es rechtlich als auch moralisch überhaupt vertretbar, das ein Anwalt beide Parteien in der selben Sache vertritt ?
Sollte ich die Anwaltskammer darüber informieren ?
Besten Dank
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich möchte Ihr Anliegen auf Grundlage Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten:

Es ist immer etwas schwierig, „aus der Ferne“ einer Onlineberatung die Aktivitäten eines Kollegen objektiv zu beurteilen – ohne Einsicht in die zugrundeliegenden Schriftsätze, Urteile usw.

Deswegen bitte ich um Verständnis, Ihnen hier nur eine grobe Einschätzung erteilen zu können:

Natürlich kann der Kollege nicht Sie und den Vermieter gleichzeitig vertreten. Das ist offensichtlich, es folgt aus dem Verbot der Doppelvertretung. Dieses ergibt sich aus § 3 Abs.1 BORA (der anwaltlichen Berufsordnung), strafrechtlich bewehrt ist es als Parteiverrat, siehe § 356 StGB. Aber dies wird ja wohl auch in Ihrer Fragestellung unterstellt.

Ein striktes Verbot, jemanden zu vertreten, der vor einiger Zeit in irgendeiner Form auf der „Gegenseite“ einer rechtlichen Auseinandersetzung stand, existiert SO ausdrücklich aber nicht, trotz der o.g. Rechtsgrundlagen. Dies kann wirklich nur mit Einzelfallkenntnis entschieden werden – Ihr Bericht ist da sicherlich nicht abschließend.

Ob die Vertretung gegen einen ehem. Mandanten vom Rechtlichen abgesehen tunlich und angemessen ist, auch wenn nicht ausdrücklich untersagt ist, darüber kann man natürlich verschiedener Meinung sein.

Der Rechtsanwalt darf jedenfalls nicht interne Kenntnisse aus dem abgeschlossenen Mandat, die er nur auf Grund des Vertrauensverhältnisses zum –ehemaligen- Mandanten erhielt, zu dessen Lasten und Zugunsten des nunmehrigen Mandanten einfließen lassen (so auch die Rechtsprechung zu § 356 StGB).

Eine genau Beurteilung en Detail ist mir –wie mehrfach erklärt- im Rahmen dieses Forums aber nicht möglich.

Allerdings ist es dem Kollegen gegenüber sicherlich nicht „ehrenrührig“, sondern Ihr gutes Recht, wenn Sie hier die Meinung der zuständigen Landes-Anwaltskammer einholen. Diese holt eine Stellungnahme des betroffenen Kollegen ein und beurteilt den Sachverhalt –u.a. einen evt. Verstoß gegen § 3 Abs.1 BORA- dann auf Grundlage der Stellungnahmen von Ihnen und des Kollegen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

Nachfrage vom Fragesteller 20.09.2005 | 17:59

Sehr geehrter Herr Schimpf

Vielen Dank für Ihre Anwort.
Nachfrage
Das Gerichtsurteil Az.4C 469/02 gegen meinen Vermieter ist vom 25.6.03. Und jetzt fordert ausgerechnet mein Anwalt im Namen des Vermieters eine Nebenkostennachzahlung von mir, obwohl das Urteil vom Amtsgericht, durchgesetzt von meinem Anwalt,etwas anderes aussagt. Ich bekomme eine Nachzahlung vom Vermieter.
Auf meine zwei Schreiben reagiert mein Anwalt nicht.Ich bin ausserdem selbst auch Eigentümer und damit Mitglied im Haus- und Grundeigentümerverein- nur da sitzt auch wieder mein Anwalt und vertritt mich in eigentümerrechtlichen Sachen. Eine verzwickte Angelegenheit.
An welche Anwaltskammer kann ich mich wenden, ich wohne in Worms.
Besten Dank nochmal
Mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.09.2005 | 18:15

Guten Abend,

unter dem Vorbehalt, dass ich mir hier nur auf Grundlage Ihrer Online-Informationen ein Urteil bilden kann: Diese Art Doppelvertretung dürfte nicht zulässig sein.

Ansprechpartner wäre die Rechtsanwaltskammer Koblenz:

Rheinstr. 24
D-56068 Koblenz
Telefon: (0261) 30335-0
Telefax: (0261) 30335-22-66

Mit freundlichen Grüßen

RA Schimpf

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