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Anwalt verklagt mich auf Zahlung seiner Liquidation

| 13.03.2016 12:07 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Vorliegend geht es um die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Haftung des Rechtsanwaltes bei der Bearbeitung eines Mandats entstehen kann und ob eine Honorarrechnung ausgeglichen werden muss.

In der Güteverhandlung vertritt mein Anwalt meine Interessen nicht mehr, sondern ignoriert meinen Willlen. Es ging um meine Klage von Pflichtteilsergänzungen gegen den Miterben. Das Gericht hatte mich mehrfach aufgefordert, die Leistungsstufe zu beziffern. Ein neuer Richter kommt rein und erklärt, dass ich angeblich nicht aktiv legitimiert bin. Mein Anwalt, die Gegenanwälte und der Richter treiben dann ein Spiel, mich mit allen Mitteln dazu zu bringen, dem Miterben mittels eines gerichtlichen Protokolls meine Anteile an den Immobilien, die mir bereits durch Erbeinsetzung gehören, an den Miterben zu übertragen. Sog Erbkauf. Obwohl ich erkläre, dass ich das nicht will, verhandeln die og. weiter.
Wohlgemerkt, meine Klaganträge gingen nur um die Pflichtteilsergänzungen.
Durch das "Friß oder Stirb"-Verhalten der o.g. kommt es schließlich doch zum Erbverkauf meiner Anteile. Im Nachhinein fordere ich meinen Anwalt auf, dieses unsägliche Geschäft rückgängig zu machen. Lapidarisch wird mir erklärt, dass es "leider" kein Rücktrittsrecht für mich gibt. Eine Anfechtung sei gar nicht möglich. Und wenn ich das unbedingt wollte, sollte ich den Anwalt neu mandatieren.
Was ich dann herausfand: Fakt ist, es fand in dieser dubiosen Gerichtsverhandlung keine rechtliche Beratung statt, mein Mann wurde nach § 1365 nicht befragt, ob er mit dem Verkauf meines ganzen Besitzes einverstanden war, kurz, ich wurde in der Verhandlung über den Tisch gezogen.
Nun verklagt mich dieser Anwalt auf Zahlung seiner Forderungen. Ich wurde durch ihn sehr geschädigt, weil er mitbeteiligt war, meinen ererbten Besitz an den Miterben zu verscherbeln. Zumal nach § 127 a BGB so ein Verkauf eines Gegenstands, der nicht Streitgegenstand der Verhandlung war, gar nicht in der Güteverhandlung geregelt werden kann, zumal ich das gar nicht wollte.
Wie kann ich mich gegen diesen Anwalt und seine Forderungen nach Bezahlung seiner Rechnung währen?

13.03.2016 | 13:46

Antwort

von


(173)
Rathausplatz 1
76829 Landau
Tel: 06341 - 91 777 7
Web: http://www.seither.info
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage.

Grundsätzlich müssen Sie zwei verschiedene Sachverhalte auseinanderhalten.

1.
Primär geht es in dem vorliegenden Verfahren um die Frage, welches Honorar Ihr damaliger Rechtsanwalt von Ihnen verlangen kann. Dies orientiert sich zunächst strikt an dem AUftrag, den Sie dem Kollegen erteilt haben. Ihren Schilderungen entnehme ich, dass er Sie in einem gerichtlichen Verfahren vertreten hat. In einem solchen Verfahren wird durch das Gericht ein Gegenstandswert festgesetzt. Dieser Gegenstandswert ist Grundlage für die Berechnung der Rechtsanwaltsgebühren. Bei einem vollumfänglichen Verfahren, welches vor Gericht beginnt und dann in einem gerichtlichen Verfahren und hier in einem Vergleich endet, entstehen beispielweise eine Geschäftsgebühr, eine Verfahrensgebühr, eine Terminsgebür und eine EInigungsgebühr zuzüglich Auslagen.

Ob die Gebührenrechnung richtig ist, lässt sich ohne Vorlage der Rechnung natürlich nicht abschließend prüfen. Sie sollten aber einmal schauen, ob der in der Rechnung genannte GEgenstandswert richtig ist und ob die Gebühren den obigen entsprechen. Auch können Sie mithilfe eines Prozesskostenrechners im Internet überprüfen, ob die Rechnung als solche richtig ist.

Natürlich könnten Sie mir diese auch nochmals zukommen lassen, wobei dies dann die Prüfung im Rahmen der vorliegenden Anfrage überschreiten würde.

2.
Eine ganz andere Frage ist natürlich, ob sich der Kollege richtig verhalten hat oder ob es einen Ansatzpunkt gibt, der einer Haftung entspricht. Im Grundsatz muss hierbei ein Rechtsanwalt immer ausführlich und umfangreich beraten, Ihnen die Konsequenzen aufzeigen und Ihnen den sichersten Weg aufzeigen. Ihre Schilderungen deuten darauf hin, dass dies hier nicht wirklich erfolgt ist, da Sie ja mit dem gefundenen Ergebnis im Rahmen des Vergleiches nicht zufrieden waren.

Hierbei ist aber zu bedenken, dass Sie selbst in der mündlichen Verhandlung anwesend waren, ein Vergleich wird vom Gericht protokolliert, anschließend nochmals vorgespielt. Erst nach der abschließenden Genehmigung durch die Parteien ist der Vergleich dann gültig. Dies bedeutet, dass Sie grundsätzlich zumindest wussten, was als Vergleich vereinbart wurde. Dies ist auch der Hintergrund, weshalb es kein RÜcktrittsrecht (bzw. genauer Widerrufsrecht) gab. Dies ist eher unüblich, wenn alle Parteien selbst vor Ort sind. Wenn Sie sich unsicher waren und dies auch entsprechend äußerten, wäre es aber vielleicht sinnvoller gewesen, einen solchen Vorbehalt aufzunehmen.

Bei jeder Anwaltshaftung muss man aber berücksichtigen, dass Sie ANsprüche nur dann haben, wenn Sie bei einem anderen (besseren) Verhalten des Kollegen ein besseres Ergebnis erzielt hätten. Sie schildern, das Gericht hätte Ihnen die Aktivlegitimation abgesprochen, dies würde darauf hindeuten ,dass zumindest nach der Ansicht des Richters SIe mit Ihren ANsprüchen nicht durchgedrungen wären.

Man muss sich daher letztlich fragen: Was wäre passiert, wenn es nicht zu dem Vergleich gekommen wäre? Hätten Sie dann unter dem Strich ein besseres Ergebnis erzielt als mit dem Vergleich? Letztlich müsste man daher den ursprünglichen Prozess fiktiv fortsetzen, prüfen, was dort entschieden worden wäre und dies dann mit dem nun vorliegenden Vergleich vergleichen. Dies kann u.U. zu Ansprüchen führen.

Eine genauere Prüfung ist hier natürlich nur möglich, wenn man sich genau mit dem Vorprozess auseinandersetzt, wozu beispielsweise die Anforderung der Gerichtsakte möglich ist.

3.
Möglicherweise könnten Sie eine Erfüllung des Vergleiches gemäß § 1365 BGB verweigern. Ob § 1365 BGB vorliegend eingreift, müsste unter Berücksichtigung der gesamten Umstände geprüft werden. Ebenfalls ist unklar, was dies für den Vergleich und das vorherige Verfahren bedeutet.

Ich bedaure daher, Ihnen keine verbindliche Auskunft geben zu können. Letztlich wird man den vorherigen Prozess genauestens prüfen können.

Grundsätzlich stehe ich Ihnen für Nachfragen und eine Interessenvertretung zur Verfügung. Wenn Sie dies wünschen, können Sie sich gerne mit mir in Verbindung setzen. Zunächst würde ich dann allerdings die zugrundeliegenden Akten anfordern müssen.

Mit freundlichen Grüßen
Maximilian A. Müller
Rechtsanwalt, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht


Rechtsanwalt Maximilian A. Müller
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Bewertung des Fragestellers 15.03.2016 | 14:01

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Diese Antwort ist leider nicht ausreichend für meine Frage. Der Anwalt, der mich vertrat, hat in der Verhandlung keine Beratung gegeben, erst hinterher in Emails. Das ist leider so in Deutschland, man weiß nie, auf wen man trifft, und ob er seinen Beruf versteht.

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15.03.2016
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