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Rechte an Hochzeitsfotos weitergeben

| 06.04.2010 23:16 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich/wir haben folgendes Problem, und überlegen ob ich/wir rechtliche Schritte einleiten sollen.

Unsere Hochzeit haben wir von einer Hochzeitsplanerin planen lassen und ihr schriftlich, obwohl anders besprochen, im Vertrag die Nutzung von Bildern unserer Hochzeit für Ihre Homepage erlaubt.

Ebenfalls habe wir einen Fotografen mit dem Festhalten des Tages in Film und Bildern beauftragt. Er kam aus Frankreich und hat uns weder AGBs vorgelegt, noch sind auf seiner Homepage welche vorhanden (www.lab-images.com ). Im Vertrag wurde über etwaige Rechte nichts erwähnt, es sieht aber die Aufnahmen in Originalauflösung auf einer DVD vor etc.

Jetzt hat die Hochzeitsplanerin Bilder von uns auf Ihrer Homepage, aber nicht ihre eigenen, sondern von dem Fotografen, also "unsere" Bilder. Der Fotograf hat ebenfalls Bilder von uns auf seiner Homepage.

Meine Fragen wären:
1) Wenn nichts vertraglich und in AGBs vereinbart ist, wer hat dann die Rechte an den Fotografen-Bildern unserer Hochzeit? Immerhin haben wir über 1500 Euro für den Auftrag bezahlt.
2) Darf der Fotograf die Bilder an die Hochzeitsplanerin weitergeben?
3) Hat der Fotograf das Recht, Bilder von uns im Web zu veröffentlichen, wenn wir dies mit ihm weder schriftlich noch mündlich vereinbart haben?
4) Können wir die Rechte an den Bildern nachträglich erwerben, ich meine muss der Fotograf diese zu einem marktüblichen Preis an uns verkaufen (falls diese bei ihm liegen)?
5) Wenn den Vertrag bzgl. der Bildnisrechte nur ich unterschrieben habe, gilt dasselbe dann für meine Fau weil es "unsere" Hochzeit war?

Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!


1) Wenn nichts vertraglich und in AGBs vereinbart ist, wer hat dann die Rechte an den Fotografen-Bildern unserer Hochzeit? Immerhin haben wir über 1500 Euro für den Auftrag bezahlt.

Ja, die Urheberrechte an dem Foto hat nach langjähriger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes der Fotograf.



2) Darf der Fotograf die Bilder an die Hochzeitsplanerin weitergeben?

Der Fotograf hat zwar die Urheberechte, diese korrespondieren aber mit Ihren Rechten am eigenen Bild, also Ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht.

Aus diesem Grund darf der Fotograf trotz seiner rechtlichen Stellung als Urheber der Fotos nicht nach Belieben damit verfahren, insbesondere diese nicht ohne oder gegen Ihren Willen an Dritte weitergeben.



3) Hat der Fotograf das Recht, Bilder von uns im Web zu veröffentlichen, wenn wir dies mit ihm weder schriftlich noch mündlich vereinbart haben?

Die Antwort hierauf ergibt sich bereits aus meiner Antwort zu 2. . Der Fotograf darf diese natürlich nicht ohne Ihre Zustimmung veröffentlichen.



4) Können wir die Rechte an den Bildern nachträglich erwerben, ich meine muss der Fotograf diese zu einem marktüblichen Preis an uns verkaufen (falls diese bei ihm liegen)?

Ja, Sie können die Rechte erwerben. Sie haben aber leider keinen Anspruch auf Übertragung der Fotos gegen den Fotografen, da Sie keine entsprechende vertragliche Vereinbarung mit dem Fotografen haben. Um diese Frage aber abschließend beurteilen zu können, wäre eine Einsicht in den Vertragstext erforderlich.

Sie schrieben ja: ………“ es sieht aber die Aufnahmen in Originalauflösung auf einer DVD vor“. Ich gehe davon aus, dass Sie hiermit den Vertrag mit dem Fotografen meinen.

Die Aufnahme macht ja nur dann Sinn, wenn Sie die DVD auch ausgehändigt bekommen, was sich zudem auch aus dem Gesamtcharakter des Auftrages ergibt.

Gegebenenfalls könnte sich so aus einer Vertragsauslegung ein Herausgabeanspruch bzw. Übertragungsanspruch im Hinblick auf die Urheberrechte ergeben. Um diese Frage aber abschließend klären zu können, wäre wie gesagt eine Vertragsprüfung erforderlich.


5) Wenn den Vertrag bzgl. der Bildnisrechte nur ich unterschrieben habe, gilt dasselbe dann für meine Frau weil es "unsere" Hochzeit war?

Ja, davon können Sie grundsätzlich ausgehen.



Sofern Sie noch Verständnisfragen haben, zögern Sie bitte nicht nachzufragen

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen restlichen Dienstagabend!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax. 0471/57774

Nachfrage vom Fragesteller 07.04.2010 | 23:40

Vielen Dank für Ihre Antworten.

Habe ich also richtig verstanden, dass voraussichtlich sowohl Fotograf als auch Hochzeitsplanerin unsere Bilder zu unrecht veröffentlichen:
- Fotograf weil keine Berechtigung unsererseits,
- Planerin weil die Bilder unzulässig in ihrem Besitz sind, da der Fotograf sie ja nicht hätte weitergeben dürfen - richtig?

Ich hatte ja schon erwähnt, dass der Fotograf aus Frankreich kam. Die Hochzeitsplanerin aus der Schweiz. Gelten dort ähnliche Rechte, oder gibt es gar europäische Rechtssprechung dafür? Hätten Sie mir noch die Grundlage zumindest deutchen Rechts, vielleicht jedoch sogar Europäischem oder Schweizer, sprich einige Paragraphen oder Urteile die auf unseren Fall zutreffend sind.

Vielen Dank für Ihre professionelle Hilfe.

MfG
Christian Wiblishauser

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.04.2010 | 12:46

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte:

Zu 1.) Habe ich also richtig verstanden, dass voraussichtlich sowohl Fotograf als auch Hochzeitsplanerin unsere Bilder zu Unrecht veröffentlichen:
- Fotograf weil keine Berechtigung unsererseits,
- Planerin weil die Bilder unzulässig in ihrem Besitz sind, da der Fotograf sie ja nicht hätte weitergeben dürfen - richtig?


Der Fotograf darf die Bilder wieder weitergeben, noch veröffentlichen, da er von Ihrer Seite keine Berechtigung hat, dass es vollkommen zutreffend.

Der Hochzeitsplanerin hingegen sind die Fotos zwar sozusagen zu Unrecht in ihren Besitz gelangt, jedoch darf die Hochzeitsplanerin die Fotos solange verwenden auf ihrer Homepage, bis Sie Ihr dieses Recht wieder entzogen haben.

Sie schrieben nämlich insoweit:

"von einer Hochzeitsplanerin planen lassen und ihr schriftlich, obwohl anders besprochen, im Vertrag die Nutzung von Bildern unserer Hochzeit für Ihre Homepage erlaubt. "

Zu 2.)Gelten dort ähnliche Rechte, oder gibt es gar europäische Rechtssprechung dafür? Hätten Sie mir noch die Grundlage zumindest deutchen Rechts, vielleicht jedoch sogar Europäischem oder Schweizer, sprich einige Paragraphen oder Urteile die auf unseren Fall zutreffend sind.

Meines Wissens nach ist das Urheberrecht im europäischen Raum sehr ähnlich, so dass sich daher voraussichtlich auch in der Schweiz oder in Frankreich die gleichen Rechtsfolgen ergeben dürften. Abschließend kann ich in dieses aber leider nicht bestätigen, da ich im deutschen Recht ausgebildet bin und mich mit dem Urheberrecht des Landes Schweiz und Frankreich leider nicht hinreichend auskenne.

Dementsprechend kann ich Ihnen auch leider keine schweizer oder französische Rechtsprechung bieten, da ich mit meiner Datenbank hierauf nicht zugreifen kann.

Hinsichtlich des deutschen Rechtes kann ich ihn aber sehr gerne weiter helfen.

Das Urheberrecht des Fotografen an den angefertigten Fotos ergibt sich schon seit langem nach der insoweit gefestigten Rechtsprechung:

z.B. Urteil des LG Köln vom 20.12.2006 28 O 468/06 JurPC Web-Dok. 188/2007

z.B. LG Hamburg, Urteil vom 04.04.2003, 308 O 515/02, ZUM 2004, 675


Dass der Fotograf die Fotos ohne Ihre Zustimmung nicht veröffentlichen und verbreiten darf ergibt sich unter anderem aus § 22 Kunsturhebergesetz. Aus dieser Vorschrift ergibt sich indirekt auch, dass sie diese Erlaubnis der Hochzeitsplanerin auch wieder entziehen können, es sei denn Sie haben etwas anderes mit ihr vereinbart. Diese Vorschrift lautet:

„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. Nach dem Tode des Abgebildeten bedarf es bis zum Ablaufe von zehn Jahren der Einwilligung der Angehörigen des Abgebildeten. Angehörige im Sinne dieses Gesetzes sind der überlebende Ehegatte oder Lebenspartner und die Kinder des Abgebildeten und, wenn weder ein Ehegatte oder Lebenspartner noch Kinder vorhanden sind, die Eltern des Abgebildeten.“


Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Donnerstagnachmittag und alles Gute und vor allem viel Erfolg in der Angelegenheit!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste


Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax. 0471/57774

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Bewertung des Fragestellers 10.04.2010 | 12:46

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