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Recht am eigenen Bild zur Verwendung auf Facebook


| 28.07.2013 12:44 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Guten Tag

Meine Frage bezieht sich auf die Frage ob ich für ein Bild von mir zahlen muss, welches ich in meinem Facebookaccount veröffentlicht habe, dass jemand anderes von mir gemacht hat.

Auf der Internetseite eines Sportfotografen (Dort werden seine Fotos in verschiedenen Formen zum verkauf angeboten.) habe ich unter anderem Fotos gefunden auf denen ich auch am Rande zu sehen war (Aktiv, zwar nicht als Spieler, aber auch nicht als reiner Zuschauer. Vergleichbar mit Balljungen beim Fußball.) Einige dieser Bilder (Acht) habe ich dann per Screenshot heruntergeladen (Die Fotos besitzen alle ein Wasserzeichen.) und anschließend auf meinem privaten Facebookaccount wieder veröffentlicht und mich darauf verlinkt. (Es ging hierbei um verschiedene Fotos von verschiedenen Sportveranstaltungen über den Zeitraum von ungefähr einem Jahr. Solange sind die Fotos teilweise auch schon online.)

Vor ungefähr zwei Wochen wurde ich vom Fotograf gebeten (wir kennen uns Privat) die Fotos zu löschen, sonst würden rechtliche Konsequenzen folgen. Dieser bitte bin ich jedoch nicht nachgegangen, da ich der Meinung war das recht am eigenen Bild in diesem Fall vorrangig sei.

Gestern bekam ich dann jedoch ein offizielles Schreiben von ihm im Form einer Rechnung über 2000 € zu begleichen innerhalb von einer Woche, andernfalls werde ein Mahnverfahren gegen mich eingeleitet.
Die Rechnung weißt folgende Punkte auf:
1. Foto a 50€
2. Strafzuschlag wegen Nichtnennung des Urhebers gem. Urteil OLG Düsseldorf (AZ. I-20 U 138/05) a 50€
3. Strafzuschlag wegen nicht genehmigtem Download und Verwendung auf Facebook a 150€
Das ganze gilt für jedes der acht Fotos. Macht zusammen 2000€.

Meine Frage ist nun, muss ich diese 2000€ zahlen oder überwiegt in diesem Fall das Recht am eigenen Bild.

Insbesondere interessiert mich hier das Verhältnis des Rechtes am eigenen Bild im Zusammenhang mit einer zwar öffentlichen, jedoch nicht kommerziellen Nutzung im Internet. Zudem ja darüberhinaus dem Fotograf kein Schaden entstanden ist, da er dieses Bilder ja selbst im Internet jedem zugänglich gemacht hat.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Soweit durch die Fotos tatsächlich das Recht an eigenen Bild verletzt wurde, hätte der Fotograf die Bilder ohne Ihre Einwilligung nicht verwerten dürfen, vgl. § 22 KUG. Daher konnte dem Fotografen durch die ungenehmigte Verwendung auf der privaten Facebook-Seite auch kein Schaden entstehen, den er „per Rechnung" geltend machen kann. Zudem würde Ihnen selbst aufgrund der Veröffentlichung auf der Internetseite Unterlassungs- und ggf. Schadensersatzansprüche zustehen, mit denen Sie aufrechnen könnten. Nicht zuletzt wäre es auch rechtsmißbräuchlich durch den Fotografen, einerseits sich Ihnen gegenüber rechtswidirg zu verhalten und andererseits von Ihnen die Beachtung seiner Rechte einzufordern.

Problematisch dürfte in Ihrem Fall lediglich sein, ob nicht eine der in § 23 KUG normierten Ausnahmen greift. So könnte die Abbildung Ihrer Person ggf. nur als „Beiwerk" eingestuft werden, oder als Bilder von Versammlungen etc. (hierzu gehören auch Sportveranstaltungen). Dies kann ohne Ansicht der Bilder natürlich nicht eingeschätzt werden und würde im Streitfalle dem Ermessen der entscheidenden Richter unterliegen. Aber selbst wenn eine solche Ausnahme greifen und damit Ansprüche des Fotografen aus dessen Urheberrechten bestehen würden, dürfte eine Forderung von 2000,- EUR für eine reine Nutzung auf einem privaten Facebook-Account völlig überzogen sein (es dürfte dem Fotografen schon kein nachweisbarer Schaden entstanden sein. Einen Strafzuschlag wegen „nicht genehmigten Download" in dreifacher Höhe z.B. sieht auch weder das Gesetz noch die Rechtsprechung vor etc.).


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 29.07.2013 | 14:25

Guten Tag

Vielen Dank erst mal für die schnelle Antwort.

Nach begutachten der beiden Paragrafen § 22 KUG und § 23 KUG gehe ich davon aus, dass die Fotos rechtmäßig vom Fotografen Online gestellt werden durften, da eine der Ausnahmen von § 23 KUG für die betreffenden Bilder greifen sollte.

Abgesehen davon habe ich persönlich auch gar kein Problem damit, dass Fotos von mir im Internet veröffentlicht werden und habe auch nicht vor zu versuchen dies rechtlich zu verhindern, zumal die Rechtslage hier wohl für den Fotografen spricht.

Die Frage die mich jedoch immer noch beschäftigt ist, ob ich auch ein Recht habe diese Bilder zu benutzten, da ich darauf zu sehen bin, oder nicht. Sprich gilt das "Recht am eigenen Bild" nur wenn es darum geht jemandem zu verbieten ein Foto von mir zu verwenden, oder gilt es auch, wie im meinem Fall, ein Foto mit mir drauf nach eigenen Wünschen verwenden zu können, auch wenn der Fotograf/Urheber mir dies verbieten möchte.

Dazu kommt das diese Bilder bei Facebook ja nur einem bestimmten Nutzerkreis (Freunde) zugänglich sind und dadurch ja quasi nicht direkt Öffentlich für jeden einzusehen sind.


Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.07.2013 | 15:10

Vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Das Recht am eigenen Bild ist grundsätzlich nur ein Verbotsrecht. Es erlaubt dem Inhaber also nur, die Verwertung der Bilder zu untersagen, nicht aber, diese Bilder selbst zu benutzen. Insoweit greift das Urheberrecht des Fotografen aus § 2 Absatz 1 Nr.5 UrhG bzw. § 72 UrhG, das ihm die ausschließlichen Verwertungsrechte gemäß § 15 UrhG einräumt und über § 97 UrhG Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche bei Verletzung dieser Rechte (auch bei privaten Seiten, da ja zumindest eine Vervielfältigung vorliegen dürfte) einräumt. Über die Höhe des angemessenen Schadensersatzes kann aber, wie bereits ausgeführt, in Ihrem Fall durchaus gestritten werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 31.07.2013 | 15:03


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