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Produktbilder im Internet


| 15.11.2005 13:43 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Sehr geehrte Damen und Herren,

wir betreiben einen Internet-Versandhandel.

Unsere Angebote beinhalten 1 bis 3 Produktfotos.

Diese Produktfotos stellen wir entweder selbst her oder wir greifen auf Bildmaterial unserer Lieferanten und Hersteller zu. Die Verwertungsrechte liegen uns jeweils in mündlicher oder schriftlicher Form vor.

Unsere Fragen:

1. Reicht eine mündliche Vereinbarung aus?
2. Wie müssen wir die Bilder vor \"Missbrauch und unerlaubtes Kopieren\" schützen - undzwar in Bezug auf die uns überlassenen Verwertungsrechte?


Derzeit haben wir eine Software installiert, die auf unsere Abbildungen ein Text legt, der nach dem Kopieren der Bilder icht gelöscht werden kann.
Ist das nötig? Falls ja - reicht das aus?

Letzte Frage: Wenn von unserer Webseite Produktfotos kopiert werden und auf anderen Webseiten/Angeboten auftauchen - wer ist dann eigentlich haftbar? Wir - weil die Bilder von unserer Seite kopiert wurden?

Beste Grüße
Sehr geehrter Ratsuchender,

herzlichen Dank für ihre Anfrage, die ich gerne unter Berücksichtigung der von ihnen gemachten Angaben beantworte.

Zuerst ist zwischen den von ihnen selbst hergestellten Produktfotos und den Fotos ihrer Lieferanten und der Hersteller zu unterscheiden. Bei den von ihnen selbst hergestellten Fotos liegen die Urheberrechte und damit sämtliche Verwertungs- und Nutzungsrechte auch bei ihnen. Für alle anderen Fotos, die von Dritten hergestellt worden sind, auch wenn es die Fotos von Herstellern oder Lieferanten sind, sollte gelten, dass ein entsprechendes Nutzungsrecht mit diesen Herstellern schriftlich vereinbart worden ist. Zwar reicht eine Vereinbarung grundsätzlich in mündlicher Form aus, hier bekommen Sie jedoch erhebliche Nachweisschwierigkeiten, da sie im Streitfall beweispflichtig für ein Verwertungsrecht sind. Aus diesem Grunde empfehle ich, stets eine schriftliche Vereinbarung abzuschließen.

Eine Pflicht, die Bilder gegen Missbrauch durch Dritte zu schützen obliegt ihnen grundsätzlich nicht, außer sie haben eine entsprechende Vereinbarung mit Urhebern oder Herstellern von Fotos geschlossen. Ansonsten reicht das eigene Urheberrecht derjenigen beziehungsweise desjenigen aus, der die Fotos aufgenommen hat. Dieses Urheberrecht schützt sie vor unrechtmäßiger Verwendung oder Nutzung. Daher ist es auch nicht unbedingt nötig, eine Software einzusetzen, die ihre Bilder schützt. Diese wäre nur zu empfehlen, wenn es sich um sehr hochwertige Bilder handelt, deren Nutzung auf alle Fälle alleine schon aus praktischen Gründen unterbunden werden soll. Wenn die Fotos dann trotzdem durch Dritte unberechtigt nutzt, haben sie zum einen einen Anspruch auf Unterlassung dieser Nutzung sowie zum anderen möglicherweise auch einen Schadensersatzanspruch der aus der unberechtigten Nutzung resultiert. Die eingesetzte Software kann lediglich ein Erschwernis für Dritte darstellen, die Fotos unberechtigt zu nutzen.

Werden die Fotos Dritter (der Lieferanten oder Hersteller) kopiert, dann stehen den Lieferanten und Herstellern entsprechende Unterlassungs- oder Schadensersatzansprüche gegen den Dritten, der diese Fotos auch von ihrer Internetseite kopiert hat, zu. Eine grundsätzliche Verpflichtung die Fotos der Lieferanten und Hersteller zu schützen, obliegt ihnen nicht, solange dies nicht separat vereinbart worden ist.

Wenn von Ihrer Internetseite Bilder unrechtmäßig kopiert worden sind und dann auf anderen Internetseiten veröffentlicht werden, ist immer derjenige haftbar, beziehungsweise schadensersatzpflichtig, der die Bilder kopiert hat. Ihnen stehen die oben genannte Rechte gegen den Urheberrechtverletzer zu. Diese sollten dann so schnell wie möglich geltend gemacht werden. Gerne unterstütze ich sie in diesen Fällen. Gegen sie kann dagegen keine Haftung hergeleitet werden, wenn Dritte ihre Bilder unrechtmäßig nutzen. An eine Haftung wäre höchstens dann zu denken, wenn sie Fotos auf ihren Internetseiten veröffentlicht haben, für die sie keine entsprechenden Nutzungs- oder Verwertungsrechte haben oder die Fotos strafrechtlich relevanten Inhalts sind. An beides dürfte aber in ihrem Fall nicht zu denken sein.

Ich hoffe, ihnen mit der summarischen Prüfung der Rechtslage eine nützliche und erste Orientierung gegeben zu haben. Sollten weitere Informationen erforderlich sein oder noch Fragen bestehen, können sie gerne die kostenlose Nachfragemöglichkeit nutzen. Selbstverständlich stehe ich ihnen auch gerne für die weitere Vertretung und Bearbeitung der Angelegenheit zu Verfügung. Hierzu können sie mich mit Hilfe der oben angegebenen Kontaktinformationen erreichen.

Mit freundlichen Grüßen
Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

Nachfrage vom Fragesteller 16.11.2005 | 11:07

Herzlichen Dank für die prompte und kompetente Antwort. Falls es noch im Kostenahmen ist, hätte ich folgende Nachfrage. Damit wir unsere Verwertungsrechte einheitlich dokumentieren können, wie sähe eine schriftliche Vereinbarung in etwa aus, damit sie Rechtssicherheit gewährleistet?

Herzliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.11.2005 | 11:19

Sehr geehrter Fragesteller,

eine solche Dokumentation beziehungsweise Vereinbarung trägt regelmäßig einen Vertragscharakter, egal wie lang oder wie kurz sie ist. Aus diesem Grund empfehle ich Ihnen einen Mustervertrag, der aus einigen wenigen Passagen bestehen kann und für die jeweiligen Fotos gilt. In diesem müsste angegeben sein, wann und in welchem Umfang die Verwertungsrechte wahrgenommen werden dürfen, möglicherweise ein Zeitablauf vereinbart werden oder auch spezifische Regelungen hinsichtlich von Vergütungsansprüchen zur Nutzung aufgenommen werden. Der Charakter eines solchen Vertrages entspricht in etwa dem eines Nutzungsvertrages. Bitte teilen Sie mir mit, inwiefern eine solche Vereinbarung für Fotos, die von ihnen aufgenommen werden, erstellt werden soll oder eine Vereinbarung für Fotos von Lieferanten oder Herstellern.

Gleichzeitig bitte ich um Verständnis dass die Erstellung einer solchen Vereinbarung doch etwas Zeit in Anspruch nimmt und deshalb leider nicht innerhalb ihrer Frage und deme ntsprechenden Kostenrahmen erarbeitet werden kann. Gerne stelle ich Ihnen aber eine solche Vereinbarung zusammen und würde Ihnen hierfür ein Festpreishonorar vorschlagen. Dieses könnte meines Erachtens in einem Bereich von etwa Euro 100,00 liegen.

Sie können mich gerne unter den oben genannten Kontaktdaten erreichen oder mir gerne eine E-Mail an info@rechtsbuero24.de senden. Ich würde Ihnen dann für den Inhalt der Vereinbarung auch noch einige Fragen stellen wollen.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

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