Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.629
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Private Insolvenz bei Schule und Studium


| 15.03.2007 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Martin P. Freisler



Guten Tag,

habe folgende Situation:
- habe ca. 30000€ Verbindlichkeiten bei
ca 15 Gläubigern
- War Zeitsoldat ( 8 Jahre)
- beziehe zurzeit Übergangs-
gebührnisse ( 75 % des letzten
gehalts- 1300 € bis 31.07.08 )
- habe vor private Insolvenz
anzumelden
Ich habe vor ab 08/07 mein Fachabitur binnen eines Jahres zu machen. Während dieser Zeit steht mir 90 % des letzten Gehaltes zu. (1420 €)
Anschliessend möchte ich studieren gehen. während des Studiums erhalte ich KEINE Gelder mehr vom Dienstherrn!
D.h. ich bin auf BaFög angewiesen sowie neben dem Studium zu "jobben".
Wie kann ich das realisieren?

mit bestem Gruss
Fooley81


Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

aufgrund des von Ihnen dargelegten Sachverhaltes und vor dem Hintergrund Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Anfrage im Rahmen einer Erstberatung wie folgt:

1) Eine Schule oder ein Studium schließt die Insolvenz grundsätzlich nicht aus. Zu beachten ist allerdings, dass in der nach dem Schlusstermin beginnenden sog. Wohlverhaltensperiode gewisse Obliegenheiten zu erfüllen sind. Dazu gehört insbesondere, eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben, sich zu suchen bzw. keine zumutbare abzulehnen. Eine Erstausbildung bzw. Erststudium führt jedoch grundsätzlich nicht zu einem Verstoß gegen die Obliegenheitsverpflichtung, wenn diese „Ausbildung“ mit der Lebensplanung in Einklang steht. Selbstverständlich ist diese Ausbildung ohne Verzögerung durchzuführen; ein Wechsel bzw. Abbruch kann sich negativ auswirken. Insoweit wäre aber auch zu beachten, inwieweit eine weitere Tätigkeit als Soldat in Frage kommen kann, bzw. welche Gründe zu dem „Wechsel“ geführt haben.

2) Im Rahmen des Insolvenzverfahrens haben Sie die pfändbaren Bezüge bzw. Einkommensteile an den Insolvenzverwalter abzuführen. Je nach der Anzahl der bestehenden Unterhaltsverpflichtungen ergibt sich dafür ein unterschiedlich hoher Betrag. Bei keiner Unterhaltsverpflichtung sind derzeit mindestens 990,00 € unpfändbar. Bafög ist als Studienbeihilfe unpfändbar, § 850 a Nr. 6 ZPO.

3) Als Verbraucher haben Sie vor Insolvenzantrag zwingend einen sog. außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuch durchzuführen, § 305 InsO. Durch diesen besteht die Möglichkeit, sich mit den Gläubigern auf eine Stundung, Erlass bzw. Ratenzahlung zu einigen, um ein Insolvenzverfahren zu vermeiden. Erst wenn dieser Versuch gescheitert ist besteht die Möglichkeit, Insolvenz zu beantragen. Das Scheitern ist von einer Schuldnerberatung oder einem Rechtsanwalt zu bescheinigen.

Ich hoffe, dass Ihre Fragen in meinen Ausführungen zufrieden stellend beantwortet wurden und Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben werden konnte. Gerne stehe ich Ihnen bei weiteren Fragen und insbesondere bei der Vorbereitung und Durchführung des außergerichtlichen Schuldenbereinigungsversuches zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, setzen Sie sich bitte mit der Kanzlei in Verbindung, gerne auch per Mail.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen


Martin P. Freisler
- Rechtsanwalt -

http://www.ra-freisler.de
http://www.kanzlei-medizinrecht.net



Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die schnelle und gute Antwort. Falls ich weitere Fragen habe werde ich mich an Sie wenden!!
MFG "