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Porzellanfigur im Auktionshaus ersteigert - defekt geliefert, wer haftet.

29.01.2020 12:15 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von


Guten Tag, ich habe am 28.11.2019 ein Paket erhalten, in dem mir eine Porzellanfigur der Firma Goebel/Hummel für meine Sammlung geliefert wurde. Ersteigert hatte ich diese Figur in Echtzeit online bei einem realen Stuttgarter Auktionshaus.

Da ich für meine Sammlung auch schon bei privaten Anbietern Figuren online gekauft hatte und einmal erleben musste das diese zum Teil zerbrochen bei mir eintrafen, filme ich jetzt jedes Paket mit meinem Handy wenn ich es öffne um nachweisen zu können, ob die Figuren sachgemäß verpackt wurden, bzw. ob alle Ware drin enthalten ist, die ich gekauft habe.

So auch das versicherte Paket welches durch Hermes, beauftragt vom Auktionshaus Stuttgart angeliefert wurde. Die Figur darin war auf dem ersten Blick gut verpackt, allerdings in 5 Teile zerbrochen. Aus dem Video heraus welches ich gedreht habe, ist aber auch erkennbar, das die verpackte Figur trotz etwa 2 cm dicker Polsterung direkt am Kartoninnenrand anlag. Aus meiner Sicht für Porzellan nicht mit ausreichend Abstand. Ich reklamierte den Schaden telefonisch sogleich beim Auktionshaus und das Auktionshaus sogleich bei Hermes.

Nach fast 6 Wochen erhielt ich per Mail vom Auktionshaus Bescheid, das Hermes es ablehnt für den den Schaden aufzukommen.

Die Chefin des Hauses teilte mir per Mail mit, das sie aus Kulanz 100,- Euro zurück zahlen würde.
Ich muss anmerken, das ich für die Figur, inklusive Aufgeld, Steuern und Versand knapp über 500,- Euro gezahlt habe.

In den AGBs des Auktionshauses steht folgender Text: "Das Haus übernimmt auf Wunsch und vorherige Absprache den Versand auf Kosten und Gefahr des Käufers."

Abgesprochen war allerdings gar nichts. Zwei Tage nach der Auktion erhielt ich eine Rechnung die auch Versandkosten vorsah. Nach Zahlungseingang wählte das Auktionshaus von sich aus die Firma Hermes aus.

Meine Frage, kann sich ein Gewerbetreibender gegenüber einem privatem Kunden vor Gewährleistungsansprüchen mit entsprechenden Text in den AGBs schützen?

Gilt hier anderes Recht, weil die Ware in einem Auktionshaus gekauft wurde und nicht bei einem normalen Onlinehändler bzw. Händler?

Ich habe auf das Angebot mit den 100,- Euro noch nicht geantwortet, würde gerne wissen ob ich rechtlich eine Chance hätte mein gesamtes Geld zurückzufordern?

29.01.2020 | 18:16

Antwort

von


(635)
Wichlinghauser Markt 5
42277 Wuppertal
Tel: 0202 697 599 16
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Sehr geehrter Fragesteller,

auf Grundlage der durch Sie zur Verfügung gestellten Informationen beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Nach meiner Bewertung haben Sie im Ergebnis auf jeden Fall auf Grund der fehlerhaften Verpackung einen Anspruch auf Schadensersatz gegenüber dem Auktionshaus, weil jedenfalls eine fahrlässige schlechte Verpackung der Porzellanfigur vorzuliegen scheint.

Fraglich ist in der Tat, ob in Ihrem Fall § 447 BGB Anwendung findet. Danach geht die Gefahr beim Versendungskauf auf den Käufer über, sobald eine Übergabe an den Versendungsdienstleister stattgefunden hat. Diese Vorschrift findet jedoch keine Anwendung, wenn es sich nach Maßgabe der §§ 474 ff. BGB um einen Verbrauchsgüterkauf handelt.

Ob ein solcher vorliegt hängt maßgeblich davon ab ob es sich um eine öffentliche Versteigerung gem. § 474 Abs. 2 BGB gehandelt hat. Auf Grundlage meiner Recherche bei dem durch Sie benannten Auktionshaus vermag ich das nicht zuverlässig zu beurteilen.

Da jedoch Ihre Figur unzureichend verpackt worden ist, was wohl im Ergebnis auch dazu geführt hat, dass Hermes eine Haftung abgelehnt hat, kommt es letztlich nicht darauf an, ob im Sinne des Gesetzes ein Verbrauchsgüterkauf vorliegt.

Sie sollten deshalb von dem Auktionshaus aufgrund der offensichtlich fahrlässigen Art und Weise der Verpackung die Rückerstattung des vollen Kaufpreises unter Setzung einer Frist schriftlich verlangen. Idealerweise per Einschreiben Rückschein.

Mit freundlichen Grüßen

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 29.01.2020 | 20:41

Danke Frau Stadtler für ihre Antwort, ich habe dazu noch Verständnisfragen.

Bei dem Auktionshaus (ich weiß nicht ob ich hier den Namen nennen dürfte) handelt es sich um ein Unternehmen, in dem regelmäßig öffentliche Versteigerungen etwa 6 x im Jahr stattfinden. Bieter können an diesen Auktionen direkt vor Ort teilnehmen, per Telefon oder live per Internet (ich habe per Internet live teilgenommen). Das Auktionshaus verkauft (versteigert) Kunstgegenstände, Antiquitäten, Designs durch einen von der IHK und der Stadt Stuttgart öffentlich bestellten und vereidigten Auktionator.

Aus meiner Sicht handelt es sich um einen Verauchsgüterkauf, es wäre wenn ich den §474 Abs.1 richtig verstehe, dieser anzuwenden.

Verstehe ich ihre Antwort richtig was allerdings den § 474 Abs. 2 BGB betrifft und textlich laut Google besagt: "Dies gilt nicht für gebrauchte Sachen, die in einer öffentlich zugänglichen Versteigerung verkauft werden, an der der Verbraucher persönlich teilnehmen kann."
Das ich danach keinen Schadensersatzanspruch hätte, weil ich als Verbraucher persönlich hätte teilnehmen können, auch wenn meine Heimatadresse 500 km weit entfernt ist?

Ansonsten werde ich so vorgehen wie von ihnen vorgeschlagen, aufgrund der unsachgemäßen Verpackung und Art, den Kaufpreis mit Fristsetzung zurückverlangen. Da ich beim auspacken des Pakets ein Video gedreht habe, wäre dieses als Beweismittel bei einem eventuellen Rechtsstreit nutzbar?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30.01.2020 | 05:05

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage. Aus meiner Sicht bestehen keinen grundsätzlichen Bedenken das Video in einem Prozess als Beweismittel zu verwenden.

Bezüglich § 474 Abs. 2 BGB kommt es vor allem darauf an, ob es sich um eine öffentliche Versteigerung im Sinne dieser Vorschrift handelt. Die Entfernung zu Ihrem Wohnort wäre in der Tat unerheblich, da Sie diese ja kennen, wenn Sie das Gebot abgeben. Auch darauf, ob Sie tatsächlich an der Auktion teilgenommen haben, kommt es nicht an (vgl. Palandt § 474 Rn. 2).

Das Problem, warum ich das auf Grundlage des durch Sie mitgeteilten Sachverhaltes nicht zuverlässig zu beurteilen vermag, ist, dass es sich bei dem von Ihnen genannten Auktionshaus um ein Auktionshaus handelt, das unter vielen verschiedenen Bedingungen verschiedene Arten von Auktionen anbietet. Deshalb kann ich die Anwendbarkeit des Verbrauchsgüterrechts nicht sicher bestimmen. Allerdings erscheint es mir in der Tat eher unwahrscheinlich, dass ein Verbrauchsgüterkauft vorliegt.

Wie bereits ausgeführt ist das aber wohl unerheblich, da gleichwohl nach Ihren Angaben ein Schadensersatzanspruch besteht.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

(635)

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