Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Parkettschäden - komplettes Abschleifen?


30.07.2005 22:36 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Das Parkett unserer letzten Mietwohnung hat auf einer Fläche von ca. 3x3m viele oberflächenkratzer im Zuge einer Party abbekommen. Interessanterweise ist nicht das Parkett an sich, sondern die Versiegelung verkratzt. Kratzt man dort mit einem Gegenstand so entsteht eine matte Kratzspur, die sich gegen das dunkle Schiffsbohlenparkett nahezu weiss abhebt, was uns die Qualität der Versiegelung (Empfindlichkeit) anzweifeln lässt. Wir hatten die Wohnung vor 2,5 Jahren mit einigen im Übergabeprotokoll festgehaltenen Parkettschäden übernommen (notdürftig reparierte Wasserschäden, breite Fugen und an manchen Stellen abgeplatztes Parkett vom Trägermaterial). Die oben erwähnten Kratzer gehen allerdings auf unsere Kappe. Der Vermieter möchte nun nach unserem Auszug eine 50% Beteiligung unsererseits an den Abschleifkosten für das gesamte Parkett (ca. 60qm) obwohl der Schaden ja nur in einem Bereich von 9qm entstanden ist. Meinem Verständnis und meiner Erfahrung nach müsste durchaus die Möglichkeit bestehen, eine partielle Abschleifung vorzunehmen, auch wenn ein komplettes Abschleifen natürlich alle anderen, früheren Schäden idealerweise mit beseitigen würde. Meine Frage gliedert sich wie folgt:
1. Kann der Vermieter tatsächlich das Abschleifen des gesamten Parketts verlangen oder gibt es da bestimmte Regeln? Unserer Meinung schaut das schon mehr nach Renovierung aus, die ja eigentlich nicht unsere Sache wäre...
2. Der Vermieter hat lediglich Angebote für Komplett-Abschleifen vorliegen, die Reparatur wurde bisher nicht durchgeführt und es ist fraglich, ob und wann diese durchgeführt wird, da bereits die neuen Mieter mit Hab und Gut eingezogen sind. Hat das einen Einfluss?
3. Auf die Gesamtparkettfläche bezogen würden wir unserem Vermieter entsprechend ein Siebtel der Gesamtkosten als Beteiligung anbieten. Sehen Sie das als klug/gerechtfertigt an? Was schlagen Sie alternativ vor?
4. Die Freigabe der Kaution hängt sicherlich von der Klärung dieses Punktes ab - Was empfehlen Sie?

Besten Dank!
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

1. Allgemeingültige Regeln, wie das Parkett abzuschleifen ist, gibt es nicht. Ob hier der ganze Boden behandelt werden muß, oder nur der Teilbereich abgeschliffen werden kann, kommt auf den Schaden an und kann im Streitfall nur durch einen Gutachter entschieden werden. Grundsätzlich ist es bei Parkettböden aber möglich, schadhafte Stellen partiell nachzubessern bzw. abzuschleifen. Außerdem haften Sie natürlich nur für den von Ihnen verursachten Schaden. Vor diesem Hintergrund sollten Sie die von dem Vermieter vorgeschlagene Kostenübernahme in dem genannten Umfange ablehnen.

2. Der Vermieter kann den Schadensersatz auch auf der Grundlage von Kostenvoranschlägen fordern, unabhängig davon, ob er die Arbeiten direkt durchführen lässt.

3. + 4.: Da Sie die 60 qm große Parkettversiegelung auf einer Teilfläche von 9 qm beschädigt haben, ist Ihr Angebot der Kostenübernahme von 1/7 durchaus angemessen und rechnisch korrekt und zu empfehlen. Lässt er sich darauf nicht ein, sollten Sie überlegen, vielleicht 1/5 anzubieten, um einen Streit zu vermeiden. Kommt es zu keiner Einigung, besteht die Gefahr, daß der Vermieter die Kaution zum Ausgleich seiner vermeintlichen Forderung verwendet. Dann hätten Sie den "schwarzen Peter" und müssten die Kaution ggf. gerichtlich einklagen. Auch wenn die Erfolgsaussichten für eine solche Klage gut sein werden, so ist ein Gerichtsverfahren doch immer mit Streß und Kosten verbunden und sollte vermieden werden. Letztlich müssen Sie aber selbst entscheiden, was Ihnen eine außergerichtliche Einigung wert ist. Denn mehr als 1/7 der Kosten werden Sie nach meinem Dafürhalten nicht zahlen müssen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

www.andreas-schwartmann.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER