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Nachteile durch psychologische Behandlung

23.08.2011 11:39 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Welche Nachteile können sich ergeben, wenn in der Akte der Krankenversicherung bekannt ist, dass man sich in psychologischer Behandlung aufgrund Depressionen befindet?

1. In Bezug auf Wechsel der Krankenversicherung
2. In Bezug auf Rechtsstreitigkeiten z.b. Sorgerechtstreit
3. Bekommen Richter Einsicht in die Krankenakte der Krankenversicherung?
4. Kann es vorkommen, dass man in Rechtstreitigkeiten befragt wird, ob man sich in psychologischer Behandlung befindet?
5. Wäre es ratsam, die Rechnungen selbst zu bezahlen und nicht über die Krankenversicherung abzurechnen?
6. Selbst wenn man die Rechnungen nicht bei der Krankenkasse einreicht; müsste man die Behandlung angeben, wenn ein Richter oder Anwalt danach fragen sollte?

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts sowie unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

1.In Bezug auf Wechsel der Krankenversicherung

Bei einem Wechsel der gesetzlichen Krankenversicherung spielt eine psychologische/psychiatrische Behandlung keine Rolle, da die gesetzlichen Krankenversicherungen verpflichtet sind, Sie aufzunehmen, sofern die übrigen Voraussetzungen für die Versicherungspflicht vorliegen.
Bei einem Wechsel zu einer Privaten Krankenversicherung jedoch kann es Schwierigkeiten geben, da bei Antragstellung nach Vorerkrankungen gefragt wird und Sie verpflichtet sind, diese wahrheitsgemäß anzugeben. Ansonsten drohen ein Leistungsausschluss sowie die Kündigung des Vertrags. Je nach Schwere Ihrer Erkrankung kann es sein, dass eine Private Krankenversicherung einen Vertragsabschluss ablehnt oder diesen nur mit Risikozuschlägen anbietet.

2. In Bezug auf Rechtsstreitigkeiten z.b. Sorgerechtstreit
In einem Sorgerechtsstreit können Depressionen grundsätzlich eine Rolle spielen. Entscheidend ist hier aber das Kindeswohl, das in jedem einzelnen Fall geprüft werden muss. Das Sorgerecht darf nicht allein deshalb entzogen werden, weil Sie an Depressionen leiden. Hier müssten noch Umstände hinzukommen, die eine Gefährdung des Kindeswohls aufgrund der Erkrankung begründen.

3. Bekommen Richter Einsicht in die Krankenakte der Krankenversicherung?
Handelt es sich z.B. um eine Familiensache, gilt grundsätzlich der Amtsermittlungsgrundsatz, sodass das Gericht die zur Feststellung der entscheidungserheblichen Tatsachen erforderlichen Ermittlungen durchzuführen hat, § 126 FamFG. In anderen Verfahren erhalten Richter jedoch nicht ohne Weiteres Einsicht in die Krankenakte, wenn nicht Auszüge aus dieser von den Parteien vorgelegt werden. Im Übrigen müsste schon von einer Partei vorgetragen werden, dass hier eine entsprechende Behandlung stattfindet. Ohne Anhaltspunkt wird ein Gericht keine Akten anderer Behörden beiziehen.

4. Kann es vorkommen, dass man in Rechtstreitigkeiten befragt wird, ob man sich in psychologischer Behandlung befindet?
Ja, dies kann durchaus vorkommen, wenn es Anhaltspunkte hierfür gibt.

5. Wäre es ratsam, die Rechnungen selbst zu bezahlen und nicht über die Krankenversicherung abzurechnen?
Wenn Sie den Wechsel zu einer Privaten Krankenversicherung planen, ist dies in jedem Falle ratsam. Sollten Sie Befürchtungen haben, dass die Behandlungen in einem Rechtsstreit nachteilig für Sie sind, dann ist dieses Vorgehen ebenfalls ratsam.


6. Selbst wenn man die Rechnungen nicht bei der Krankenkasse einreicht; müsste man die Behandlung angeben, wenn ein Richter oder Anwalt danach fragen sollte?
Wenn der gegnerische Anwalt danach fragt, müssen Sie hierzu keine Auskunft geben.

Vor Gericht besteht jedoch grundsätzlich die Pflicht zur Wahrheit. Diese geht aber nicht so weit, dass man einzelne Behandlungen im Detail und deren Anzahl vortragen muss.

Unter Umständen kann es aber auch vorteilhaft sein, eine solche Behandlung nicht zu
verschweigen und deren Erfolg herauszustellen.

Dies muss aber im Einzelfall abgewogen werden und hängt davon ab, worüber gestritten wird.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

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