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Mobbing? Kündigung und Folgen.


| 09.11.2014 20:24 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Hallo!
Ich habe ein Problem. Ich möchte/muss bei dem ambulanten Pflegedienst kündigen. Seit drei Jahren klappt es nicht mehr.

Es gibt mehrere Gründe.
Ich arbeite dort nun bald das achte Jahr. Ich hänge mit meinem Herzen an dem Betrieb - deshalb fiel mir eine Kündigung bisher sehr schwer. In dieser Zeit haben bei einer Betriebsstärke von ca 5-9 Festangestellen und ca. 5 450 Euro-Kräften nahezu 70 Leute gekündigt.

Mein Hausarzt, der meine Chefin gut kennt, hat mich mal gefragt wie lange ich dort schon arbeite - es ging um einen arbeitsbedingten Erschöpfungszustand mit erhöhtem Blutdruck. Ich sagte bald 8 Jahre. Er sagte 7,5 Jahre zu lang. Aber jetzt kann ich psychisch endgültig nicht mehr. Ich kann nicht mehr schlafen und heule nahezu täglich wegen irgendwelcher Zwischenfälle im Betrieb für die meist ausschließlich ich verantwortlich gemacht werde. Ich werde dann angeschrien und wenn mir die Tränen fließen sagt meine Chefin immer "sie redet von der Allgemeinheit". Schreit aber immer auf mich. Seit 3 oder 4 Jahren bin ich Dienstälteste und für alles und jeden Mitarbeiter verantwortlich. Ich werde auch für Fehler geschimpft die ich gar nicht begangen habe, sondern Kollegen.

Freundlichkeit ist bei mir nur noch gespielt - aber dazu fehlt mir mittlerweile die Kraft. Deshalb handelte ich mir auch schon eine Abmahnung wegen "zu unfreundlich" ein. Das war letztes Jahr. Eine zweite Abmahnung handelte ich mir dieses Monat ebenso ein - für einen Zwischenfall bei einem Patienten bei dem ich im angegebenen Zeitraum gar nicht war.

2013 habe ich meine Chefin schriftlich darauf hingewiesen dass es mir mit der Situation im Betrieb psychisch sehr schlecht geht und ich so keine Leistung bringen kann. Pausenlos wurde ich geschimpft - zuletzt 5 Stunden am Stück. Es änderte sich gar nichts. Kurz darauf bekam ich eine Lohnkürzung von 1 Euro pro Stunde weil ich keine Leistung mehr bringe.

2014 wurde ich für die Qualitätsprüfung des Pflegedienstes verantwortlich gemacht. Diesen Job macht normal eine Pflegedienstleitung - ich bin Tierarzhelferin. Hilfskraft. Wenn die Qualitätsprüfung schlecht ausfällt - dann werde ich gekündigt. Ich habe mich so dafür eingesetzt dass eine 1,0 dabei rauskam. Kein Danke - nichts.

Ich hatte eine Zeit - da hatte ich fast 400 Überstunden. Aktuell habe ich 70 Tage Resturlaub. Ich arbeite wie ein Ochse - aber nie ist irgendwas richtig.

Zuletzt bekam ich meinen November 2014-Dienstplan mit 16 Doppelschichten. Mündlich beim Vorstellungsgespräch wurden mit mir 2 pro Monat ausgehandelt. Ca. 5:50 Uhr bis ca. 21 Uhr mit Mittagspause 3-5 Stunden je nach Tour. Hier könen die Ruhezeiten nicht eingehalten werden. Ich habe dann gefragt was das soll - ich bekam zur Antwort "Wenn es mir nicht passt - da vorne ist die Tür..." Wieder eine Drohung mit Kündigung für eine Leistung die ich niemals bringen könnte - auch wenn ich wollte...

Anfang des Jahres wurde mir das nach Hause fahren mit dem Dienstauto in der Mittagspause bei Doppelschichten untersagt, weil ich 3 Kilometer weiter weg gezogen bin und das sind jetzt 2 Kilometer zu weit... Das geht wegend der Steuer nicht mehr.
Dienstpläne werden regelmäßig ohne Rücksprache geändert. DIE macht das schon - braucht man nicht fragen. Privatleben ist aktuell null. Mehr wie 3-4 Studen Schlaf bringe ich nachts nicht zusammen, da ich psychisch bedingt nicht gleich einschlafen kann.
Ich muss mir Namen wie "Arschloch" oder "sind Sie blöd" geben lassen - von meiner Chefin.

Ich war vor kurzen schwer krank. Ich habe lange gewartet bis ich zum Arzt ging - da ich für den Betrieb wieder mal alles geben wollte. Vom Arzt aus landete ich notfallmäßig im Krankenhaus und musste an die Bluttransfusion, da mir ein 1,5 Kilo Tumor mein Blut raubte. 2 OPs folgten inklusive einer schweren Bauch-OP. Meine Chefin rief mich im Krankenhaus an auf meinem Handy - ich hing gerade an der Bluttransfusion. Ich soll mit der Diagnose nicht so einen Schmarrn erzählen - das stimmt doch alles nicht.. Und ich musste ich mir anhören ich würde nur blau machen. Nach dieser schweren OP wurde ich 8 Wochen krankgeschrieben. Vom Betrieb aus wurde ich angerufen, ich soll eher kommen, es gäbe auch leichtere Arbeiten. Mir wurde aber viel liebenbleiben verordnet.

Eine Kollegin hat die Chefin schon mal gefragt, warum sie so mit mir umgeht. Da hieß es nur - weil ich sonst gar nichts arbeiten würde. Aber das Gegenteil wäre ja der Fall. Wäre man ein wenig freundlicher zu mir würde ich viel mehr Leistung bringen.

Im Moment weine ich täglich wegen dem Betrieb und es geht mir psychisch sehr sehr schlecht. Beim Arzt war ich deswegen noch nicht.

Der Betrieb hat keinen Betriebsrat und das Mobbing kommt von oberster Stelle. Der Versuch einer friedlichen Trennung scheiterte.

Ich möchte morgen kündigen.

Was ist der beste Weg? Denn ich kann keine Sperre vom Arbeitsamt brauchen - möchte auch keine Schlammschlacht mit meinem Chef.

Meine Anliegen:

Sehen Sie den Tatbestand des Mobbings gegeben? Schreibe ich einen Grund in die Kündigung? Mit welchen Folgen muss ich rechnen (Sperre beim Arbeitsamt meine ich). Wie kann/muss ich das Mobbing beweisen?

Ich bedanke mich für Ihre Hilfe.

MfG

SA

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:

Nach meiner Auffassung ist der Tatbestand des Mobbings erfüllt. Sie beschreiben eine schikanöse und diskriminierende Behandlung, für die es keinen rechtfertigenden Grund gibt.

Sie können Ihren Arbeitgeber selbst unmittelbar abmahnen oder das Arbeitsverhältnis kündigen. Darüber könnten Sie dann von Ihrem Arbeitgeber Schadensersatz wegen der vom Arbeitgeber verschuldeten Beendigung des Vertrages verlangen.

Insgesamt müssen Sie die Fakten zusammentragen (über ein Mobbingtagebuch), die Beweise sichern (Aussagen von Kollegen), eventuell auch Kontakt zu Beratungsstellen aufnehmen, notfalls über einen Kollegen gerichtliche Schritte in Erwägung ziehen.
Sie können auch von Ihrem Beschwerderecht in schriftlicher Form gegenüber Ihrem Arbeitgeber Gebrauch machen. Wenn eine Beschwerde nichts bewirkt, können Sie von Ihrem Zurückbehaltungsrecht Gebrauch machen.

Insgesamt ist es sinnvoll sich durch einen Rechtsanwalt vertreten zu lassen.

Da Sie für eine Kündigung einen wichtigen Grund haben, kommt auch keine Sperrzeit in Betracht, weil Sie sich dann nicht versicherungswidrig verhalten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Nachfrage vom Fragesteller 09.11.2014 | 22:44

Hallo Herr Roth,

danke dass Sie sich am Sonntag Abend meinem Problem angenommen haben. Sie haben versehentlich was übersehen. Ich habe Sie noch gefragt ob ich den Grund "Mobbing" in der Kündigung angeben muss oder nicht. Reicht eine ordentliche Kündigung zum Jahresende ohne Grundangabe? Streiten möchte ich jetzt wie gesagt nicht.

Und vielen Dank für den Tipp mit dem Schadensersatz. Wie hoch würden Sie den ansetzten? (Monatslohn ist ca. 1350 Euro netto)

DANKE!

Schöne Woche!

MfG

SA

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.11.2014 | 23:28

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Ja, den Tatbestand des Mobbings sollten Sie in der Kündigung erwähnen und mitteilen.

Wenn Sie ordentlich kündigen wollen, müssen Sie die im Arbeitsvertrag genannte Kündigungsfrist beachten.

Zur Höhe des Schadensersatzes kann ich von hier aus leider keine konkreten Angaben machen. Hier sollten Sie entweder einen Kollegen beauftragen oder auf meine Dienste zurückgreifen.

Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

Bewertung des Fragestellers 09.11.2014 | 23:53


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FRAGESTELLER 09.11.2014 4,6/5.0
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