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Maklerprovision - Maklerin von Dritten beauftragt


| 18.05.2007 14:45 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Elmar Dolscius



Ich habe das Anwesen meines Vaters gekauft, nachdem ich erfahren hatte, dass dieses versteigert werden sollte.
Ich rief die Bank an und fragte, ob dies wirklich der Fall sei und bot einen Betrag an, dem die Bank zustimmte.
Es musste auch der Verkaufsbevollmächtigte zustimmen, was dieser auch tat.
Als wir im Oktober dann beim Notariat zur Unterzeichnung des Kaufvertrags waren, war auch eine Immobilienmaklerin (die ich vorher noch nie gesehen hatte) anwesend, der ich eine Provision zahlen sollte.
Ich habe dem nicht ganz freiwillig zugestimmt und den Überweisungsträger unterschrieben. Auch mußte ich dem Verkaufsbevollmächtigten 20.000,-€ zahlen.
Als ich noch am gleichen Tag zu den Mietern des Anwesens ging, wurde ich von diesen auf schwerwiegende versteckte technische Mängel hingewiesen.
Ich rief sofort die Bank an,forderte eine Rückabwicklung und ließ auch die Überweisungen an den Bevollmächtigten und die Maklerin blockieren.
Auch hatte ich mit der Maklerin eine sehr lange anhalende Dikussion.
Der Bevollmächtigte wollte einer Rückabwicklung nicht zustimmen, ich konnte aber den Kaufpreis senken.
Ich habe der Bank mitgeteilt, dass ich keinerlei Provision an die Maklerin zahlen werde, da diese mich in keiner Weise beraten hat und mich auf jeden Fall NICHT auf die bestehenden und ihr kenntlichen Mängel hingewiesen hat.
Im Januar wurde dann der notarielle Vertragszusatz unterschrieben.
Nun habe ich eine Rechnung der Maklerin für einen Betrag von 12.500,-€ erhalten und sehe nicht ein, dass ich diese zahlen soll.
Die Maklerin wurde seinerzeit von einem meiner Brüder beauftragt und die Maklerin behauptet, dass sie ein Recht auf ihre Courtage habe, da es sich um einen Exklusivvertrag handele.
Da ich das Anwesen meines Vaters von der Rest-Erbengemeinschaft (meine Mutter und die beiden Brüder) gekauft habe möchte ich gerne wissen, ob die Forderung der Maklerin berechtigt ist und auch, ob ich wegen dem fahrlässigen Verhalten der Maklerin Anspruch auf Schadenersatz habe, denn ich habe mich sehr, sehr aufgeregt.
Vielen Dank.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Frage summarisch auf der Basis der mitgeteilten Informationen.

Nach § 652 BGB ist der Maklervertrag ein Vertrag, durch den der Auftraggeber, der den Abschluss eines bestimmten Vertrages wünscht, unter der Voraussetzung des Zustandekommens dieses Vertrages, dem Makler für den Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss bzw. für die Vermittlung des Vertrages eine Vergütung verspricht.

Erst einmal sind also nicht Sie diejenige, die die Maklercourtage zu zahlen hat, sondern der Auftraggeber, in diesem Fall Ihr Bruder.

Ebenso dürfte die Maklerin keinen Anspruch haben, da sie eine Vermittlungstätigkeit nachweisen muss. Ihren Ausführungen zufolge gab es nie eine Vermittlungstätigkeit, vielmehr ist die Maklerin erst zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses aufgetaucht.

Nicht ganz verständlich ist mir Ihre Beteiligung an der Erbengemeinschaft. Ich habe Sie so verstanden, dass Sie Teil der Erbengemeinschaft sind und von der Rest-Erbengemeinschaft das Haus erworben haben. Das würde allerdings nur dahingehend etwas ändern, dass möglicherweise die Erbengemeinschaft eine Courtage zu zahlen hätte. Dies dürfte dann aber auch daran scheitern, dass die Maklerin keine wie auch immer geartete Vermittlungstätigkeit nachweisen könnte.

Die einzige Unwägbarkeit, die am Ende verbleibt, ist der Vertrag selbst, in welchem Sie sich zunächst zur Zahlung der Courtage bereit erklärt hatten. Diesbezüglich kann ohne eine genaue Prüfung des Vertrages und der begleitenden Umstände keine abschließende Beurteilung abgegeben werden. Sollte in dem Vertrag die Zahlung einer Courtage zu Ihren Lasten vereinbart worden sein, müsste man über eine Anfechtung nachdenken (wenn diese nicht bereits in der Aufforderung zur Rückabwicklung zu sehen ist). Diesbezüglich sollten Sie in jedem Fall die Hilfe eines Kollegen in Anspruch nehmen. Gerne können Sie sich natürlich auch an unsere Kanzlei wenden.

Die Frage, ob eine Haftung der Maklerin in Betracht kommt, würde erst interessant, wenn schon der Maklervertrag ordnungsgemäß zustande gekommen wäre und die Zahlung der Courtage tatsächlich auf Sie abgewälzt wurde. Dann allerdings bestünde bei einer fehlerhaften Belehrung (in Ihrem Fall bei gar keiner Belehrung) eine Haftung der Maklerin.

Insgesamt kann ich Ihnen nur dringend raten, sich an einen Kollegen zu wenden und ihm Akteneinsicht zu gewähren. Erst dann werden Sie eine abschließende Beurteilung Ihrer Erfolgsaussichten erhalten. An dieser Stelle kann jedoch soviel gesagt werden, dass durchaus Erfolgsaussichten bestehen, die Zahlung der Maklercourtage mit Erfolg zu verweigern.

Wie erwähnt, können Sie sich gerne jederzeit für eine weitere Beratung auch telefonisch an unser Kanzlei wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort eine erste rechtliche Orientierung geben und wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit.

Mit freundlichen Grüßen

Elmar Dolscius
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