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Muss ich Maklerprovision zahlen?


17.09.2007 10:28 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Böhler



Hallo liebe Rechtsspezies,

Ich möchte ein Haus kaufen. Deswegen habe ich vor ca. 2 Monaten per email bei einem Makler ein Expose angefordert. Das Expose wurde mit allen Angaben(Adresse, Eigentümer etc.) per email geschickt. Weitere Kontakte zum Makler gab es nicht. Vor ca. 2 Wochen habe ich dann auf eine Zeitungsanzeige telefonisch geantwortet und mich persönlich (ohne Makler) mit dem Eigentümer getroffen. Es handelt sich um das vom Makler angebotene Haus(was ich vermutete aber nicht wusste) und ich beabsichtige eventuell das Haus zu kaufen. Alle Verhandlungen mit dem Eigentümer, Besichtigungstermin, Preis etc. fanden/finden ohne den Makler statt.

Meine Fragen:
1) Muss ich die Maklerprovision zahlen (falls der Makler das irgendwie merkt, dass ich das Expose angefordert hatte)?

2) Welche Wege gäbe es, falls ich zahlen müsste, aus diesen Verträgen herauszukommen. Vorstellbar wäre das Objekt zu mieten für eine gewisse Zeit um es dann anschliessend zu kaufen(Mietkauf) oder ähnliches.

Vielen Dank für die Antwort.

Grüsse




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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Damit der Makler einen Anspruch auf seine Provision geltend machen kann, muss er eine Ursache zum Zustandekommen des Hauskaufvertrages gesetzt haben. In Ihrem Fall ist problematisch, dass der Makler an Sie ein Exposé versandt hat, der Verkäufer aber parallel annonciert hat und Sie aufgrund dessen den Vertrag abschließen möchten. Dies könnte einem Anspruch des Maklers im Weg stehen.

Gemäß § 652 Abs. 1 BGB kann die Leistung eines Maklers im Nachweis der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages (Nachweismakler) oder in der Vermittlung eines Vertrages (Vermittlungsmakler) bestehen. In der Regel erfolgt ein Tätigwerden als Nachweismakler, da dieser schon mit dem Nachweis einen Provisionsanspruch erworben hat, ohne dass es auf weitere Vermittlungsbemühungen ankommt. Er muss dem Verkäufer lediglich einen diesem vorher nicht bekannten Interessenten für den Vertragsschluss benannt haben und ihn somit in die Lage versetzt haben, in konkrete Verhandlungen über den angestrebten Vertragsschluss einzutreten.

Wegen fehlender Kenntnis über die Details der tatsächlichen Begebenheiten Ihres Falles kann im Rahmen dieser Plattform keine abschließende Beurteilung erfolgen, denn das Wissen, ob ein solcher Hinweis gegenüber dem Verkäufer erfolgt ist, ist hierfür ebenso wie die Einsicht in sämtliche Unterlagen notwendig.

Von Umgehungsgeschäften zum Nachteil des Maklers kann nur abgeraten werden, da diese regelmäßig sittenwidrig und damit nichtig (§ 138 BGB) sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick zu Ihrem Problem vermitteln. Bei Bedarf stehe ich für eine kostenlose Nachfrage gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 17.09.2007 | 17:31

Hallo Herr Böhler,

kann es sich in meinem Fall nicht eher um das wie hier beschriebene handeln?

http://www.finanztip.de/recht/immobilien/wehrt009.htm

Liest man dies durch, sähe es für mich gut aus oder? Der Makler ist für mich überhaupt nicht tätig geworden. Ich glaube nicht, dass der Makler den Verkäufer über mein Interesse informiert hat, denn mein Name und Adresse etc. war ihm unbekannt.Dies kann ich aber noch abklären, wäre dann der Anspruch des Maklers unwirksam (er besteht derzeit nicht, aber falls).

Desweiteren habe ich das Expose nicht wie beschrieben schriftlich sondern via email erhalten. Spielt das keine Rolle?
Heute gehen viele Emails verloren, wer soll das wie und wo nachweisen?

Ich habe nie irgendwelche Verträge etc. vom Makler unterschrieben. Wie sähen meine Chancen aus, wenn es zum Streit um die Provision käme?

mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.09.2007 | 21:10


Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne präzisiere ich meine Ausführungen wie folgt:

Sofern der Makler tatsächlich keine weitere Tätigkeit entfaltet haben sollte als Ihnen das Exposé zugeschickt zu haben, hat er keinen Provisionsanspruch. Auch müsste der Makler den Zugang der E-Mail beweisen, was schwierig (aber nicht unmöglich) ist. Wenn dem Makler zusätzlich Ihre Identität unbekannt ist, wird er es außerdem schwer haben, Sie als Anspruchsgegner benennen zu können, schließlich hätte sich ein Dritter Ihres Accounts bedienen können. Insofern erscheinen Ihre Chancen im Streitfall Ihren Angaben zufolge gut.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt

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