Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Maklerin zu keinem Zeitpunkt anwesend - muss ich Maklercourtage zahlen?


24.07.2007 11:36 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe auf ein Zeitungsinserat hin - Wohnungsverkauf - auf den Anrufbeantworter gesprochen. Daraufhin kam "ewig" keine Antwort. Nach ca. 4 Wochen wurde ich zurück gerufen, wußte nicht mehr genau um was es sich handelte. Anruferin war eine Maklerin, sie nannte mir Name und Adresse der Wohnung und sagte, ich solle mich selber mit den Anbietern in Kontakt setzen, diese wohnen noch in der Wohnung. Die Maklerin hat ihr Büro in ca. 70km Entfernung. Zur Besichtigung war ich mit dem Eigentümer-Ehepaar allein. Ich hatte mit den Eigentümern einige Gespräche/Verhandlungen, die Maklerin war zu keinem Zeitpunkt anwesend bzw. bei den Verhandlungen involviert. Vor einiger Zeit las ich in einer Tageszeitung, dass ein Makler der nicht an der Besichtigung teilnimmt und auch sonst sich nicht an den Verhandlungen beteiligt, keinen Anspruch auf die Maklerprovision hat. Leider habe ich mir diesen Artikel nicht aufgehoben. Meine Frage: Ist es richtig, das ich nach oben geschilderten Fall keine Provision zu zahlen habe? Können Sie mir das Urteil dazu mitteilen? Danke und freundliche Grüße, Hr.Müller

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Frage auf der Grundlage des von Ihnen angegebenen Sachverhalts wie folgt:

Grundsätzlich ist der Makler Nachweis- oder Vermittlungsmakler ( oder beides ).
Eine Vermittlung liegt vor, wenn der Makler bewusst auf die Willensentschließung des Vertragspartners einwirkt, in der Regel geschieht dies durch Verhandlungen.
Eine solche Tätigkeit lag hier offensichtlich nicht vor.

Nicht richtig ist allerdings, dass der Makler zwingend Verhandlungen geführt haben muss oder an der Besichtigung teilgenommen hat.
Der sog. Nachweismakler gibt Ihnen die Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages, d.h. Sie werden durch Ihn in die Lage versetzt, konkrete Verhandlungen mit dem Verkäufer zu führen ( BGH NjW 2005, 754 ).
Dabei können sogar das nachgewiesene Objekt und der Auftraggeber bekannt sein, wenn der Makler zusätzliches Informationsmaterial liefert, die den Auftrageber veranlassen, sich um das Objekt zu bemühen.

In Ihrem Fall stellt sich aber vielmehr die Frage, ob überhaupt ein Maklervertrag zustande kam.
Erforderlich dafür ist, dass die die Maklerdienste entgegengenommen haben und dabie wußten, dass bei einem Abschluss des Hauptvertrages eine Vergütung fällig wird.
Dafür genügt es nach höchstrichterlichen Rechtssprechung nicht ( mehr ), wenn Sie nur auf eine Annonce hin bei dem Makler angefragt haben. Ein Maklervertrag könnte dann zustande gekommen sein, wenn in damaliger Zeitungsanzeige die Provisionshöhe bestimmt war, Ihr Anruf beim Makler als Angebot zu sehen ist und der Rückruf der Maklerin als Annhame.
Sollte in damaligem Zeitungsinserat alleridngs keine Provision verzeichnet worden sein, ist mangels Kenntnis der Vergütung kein Maklervertrag zustande gekommen ( BGH NJW., 2005, 3779, abrufbar unter www. bundesgerichtshof.de, AZ III ZR 393/04 ).
Entscheidend wird in Ihrem Fall somit dier Frage sein, ob Sie Kenntnis von der Vergütung der Maklerin hatten, d.h. entweder durch das Inserat oder durch das persönliches Gespräch.
Ist dies der Fall, wird die Provision fällig, da die Maklerin durch die Weitergabe der Adresse Ihnen die Möglichkeit zum Vertragsschluss eröffnet hat.

Das deutsche Maklerrecht ist allerdings „case law". Es gibt eine Vielzahl von Einzelfallrechtssprechung, die ständig durch den Bundesgerichtshof weiterentwicklet wird.
Insofern kann im Rahmen dieser Online- Frage lediglich eine erste rechtliche Orientierung erfolgen.

Ich hoffe, Ihnen diese erste Orientierung gegeben zu haben.


Mit freundliche Grüßen


Günthner
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER