Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
490.902
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Leasingfahrzeug - Ansatz für Angestellen mit freiberuflicher Nebentätigkeit


| 25.04.2018 10:45 |
Preis: 80,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von



Liebe Experten,

ich bin hauptberuflich in einem Unternehmen in Vollzeit angestellt. Diese Arbeitsstelle besuch ich an ca. 200 Tagen im Jahr; die Entfernung beträgt 64 km (Laufleistung einfach ca. 12.800km; Hin-/Rückfahrt ca. 25.600km). Mein Arbeitgeber gewährt mir 200 Euro Fahrtkostenzuschuss je Monat (steuerfrei).

Nebenbei bin ich freiberuflich tätig. Für die freiberufliche Tätigkeit lege ich ca. 4.500 km p.a. zurück. Diese Fahrten erfasse ich bisher mit den notwendigen Angaben im Fahrtenbuch. Im Rahmen der freiberuflichen Tätigkeit bin ich vorsteuerabzugsberechtigt.

Privat fahre ich ca. 4.000 km p.a.

Ich plane, ein Fahrzeug für meine freiberufliche Nebentätigkeit zu leasen. Die monatlichen Kosten belaufen sich auf ca. 400 Euro netto Leasingrate, Überführungs-/Zulassungskosten einmalig ca. 1.000 Euro, Steuer 40 Euro p.a., Versicherung ca. 1.000 Euro p.a.

Mein Bruttoeinkommen beträgt ca. 65.000 Euro als Angestellter und ca. 10.000 Euro als Freiberufler.

> Welche zulässigen steuerlichen Ansätze gibt es (1%-Regelung, Fahrtenbuch, o.a.) und
> wie wirken sich diese finanziell aus?
25.04.2018 | 17:15

Antwort

von


60 Bewertungen
Zum Waldfrieden 58
50354 Hürth
Tel: 02233/934848
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei einer Gesamtfahrleistung von 34.100 km jährlich nutzen Sie Ihr Fahrzeug zu rd. 13 % für Ihre freiberufliche Tätigkeit.

Damit scheidet für Sie die 1%-Regelung zur Ermittlung des Privatanteils aus. Diese Methode ist nur anwendbar, wenn das Fahrzeug zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird und damit zum notwendigen Betriebsvermögen gehört.

Bei einem Fahrzeug, das zu mindestens 10 % und zu höchstens 50 % betrieblich genutzt wird, haben Sie ein Wahlrecht. Sie können dieses Fahrzeug dem Betriebsvermögen (sog. gewillkürtes Betriebsvermögen) oder dem Privatvermögen zuordnen.

Unabhängig davon, welche Zuordnung Sie vornehmen, müssen Sie den Anteil der betrieblichen Fahrten an der gesamten Kilometerleistung des PKW durch geeignete Aufzeichnungen belegen. Dazu müssen Sie - anders als bei der 1%-Regelung - kein laufend, zeitnah und das ganze Jahr über geführtes Fahrtenbuch anlegen. Dazu genügen formlose Aufzeichnungen in jeder geeigneten Form, die Sie auch am Endes des Jahres anhand von Notizen, Terminkalendern oder Reisekostenabrechnungen zusammenstellen können. Für sich häufig wiederholende Fahrten (zur Ost, Bank oder dgl.) können sie auch Strichlisten führen. Gibt es keine großen jahreszeitlichen Schwankungen bei den Fahrten, genügen sogar Aufzeichnungen über einen repräsentativen zusammenhängen Zeitraum von drei Monaten. An dem einmal ermittelten Prozentsatz dürfen Sie auch für die Folgejahre festhalten, sofern keine wesentlichen Änderungen eintreten.

Bei einer Zuordnung zum Privatvermögen können Sie alternativ zum Kostennachweis auch die Reisekostenpauschale
(0,30 EUR je betrieblich gefahrene km )anwenden.

Ordnen Sie das Fahrzeug dem gewillkürten Betriebsvermögen erfassen Sie alle KFZ-Kosten (einschließlich AFA) als Betriebsausgaben. In der EÜR berücksichtigen Sie den Privatanteil in Höhe der auf die private Nutzung entfallenden Kosten. Bei Zuordnung zum Privatvermögen sind die KFZ-Kosten Privatausgaben. In der EÜR berücksichtigen Sie die auf betriebliche Fahrten entfallenden Kosten als gewinnmindernde Aufwandseinlage.

Der steuerlich wesentliche Unterschied liegt darin, dass Sie bei einem KFZ, das Sie im Privatvermögen halten, bei einem späteren Verkauf den Verkaufserlös nicht versteuern müssen. Beim KFZ im Betriebsvermögen hingegen muss die Differenz zwischen Verkaufserlös und Buchwert als Betriebseinnahme versteuert werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schroers
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 04.05.2018 | 10:56

Sehr geehrter Herr Rechtsawalt Schroers,

vielen Dank. Ich fasse noch kurz zusammen:

1. Die 1%-Regelung scheidet aus.
2. Für die Angestelltentätigkeit wird steuerlich die normale Entfernungspauschale angesetzt.
3. Die Leasingraten/Sonderzahlungen (soweit, wie Sie dargestellt haben, u.a. der Vertrag 29-64 Mon. läuft) können in der EÜR in meinem Fall zu rd. 13% in Abzug gebracht werden.
4. Da es bei mir keine großen Schwankungen in den Fahrten gibt, reicht für 3. eine beispielhafte Aufzeichnung über drei Monate aus.

Habe ich dies so richtig verstanden?

Vielen Dank!
ham_burg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.05.2018 | 22:29

Sehr geehrter Fragesteller,

ja, Sie haben es so richtig verstanden.

Mit freundlichen Grüßen
Achim Schroers
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 26.04.2018 | 13:56

Korrektur/ Ergänzung:

Selbstverständlich gehören bei einem Leasingfahrzeug, die Leasingraten zu den Betriebsausgaben (und nicht wie beim eigenen Fahrzeug die AFA).

Zivilrechtlicher Eigentümer ist der Leasinggeber. Damit Sie die Leasingraten geltend machen können, muss aber auch das wirtschaftliche Eigentum (§ 39 AO) beim Leasinggeber verbleiben. Wichtigste Bedingung hierfür ist, dass im Leasingvertrag eine unkündbare Grundmietzeit vereinbart wird, die zwischen 40% und 90% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer des Fahrzeugs liegt. Da bei einem neuen PKW die Nutzungsdauer laut amtlicher AfA-Tabelle sechs Jahre beträgt, ergibt sich eine Vertragslaufzeit von 29 bis 64 Monaten. Weitere Einzelheiten dazu sind im Leasing-Erlass des Bundesfinanzministeriums vom 22.12.1975 geregelt. Ist diese Bedingung nicht erfüllt, wird der Leasing-vertrag steuerlich als Kaufvertrag behandelt. Die Leasingraten und die eine Sonderzahlung dürfen dann nicht als sofort abzugsfähige Betriebsausgaben behandelt werden. Stattdessen ist der fiktive Kaufpreis abzuschreiben. Die Leasing-raten sind dann in einen abzugsfähigen Zins- und Kostenanteil und einen nicht abzugsfähigen Tilgungsanteil aufzuteilen.

Sie ordnen bei einem Leasingfahrzeug auch nicht das Fahrzeug selbst, sondern das Leasing-Nutzungsrecht je nach Umfang der betrieblichen Nutzung des Fahrzeugs dem notwendigen oder gewillkürten Betriebsvermögen oder dem Privatvermögen zu.

Bewertung des Fragestellers 22.05.2018 | 12:33


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die erste Antwort etwas an der Frage vorbei beantwortet; dann aber selbst bemerkt und für mich eindeutig und verständlich beantwortet. Vielen Dank!"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Achim Schroers »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 22.05.2018
4,4/5.0

Die erste Antwort etwas an der Frage vorbei beantwortet; dann aber selbst bemerkt und für mich eindeutig und verständlich beantwortet. Vielen Dank!


ANTWORT VON

60 Bewertungen

Zum Waldfrieden 58
50354 Hürth
Tel: 02233/934848
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Steuerrecht, Erbrecht, Arbeitsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht