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Lackschäden durch mein Auto verursacht - aber nicht von mir.

27. Juli 2022 13:52 |
Preis: 47,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung hat ein Ermessen, ob sie den Unfallschaden des Unfallgegners regulkiert und ist dabei an Weisungen des Versicherten nicht gebunden.

Ich habe mein Pferd in einem kleinen Pensionsstall stehen. Nach ständigen kleinen Schikanen seitens der Stallbesitzerin, die ich stoisch ertragen habe, um meinem Pferd einen Stallwechsel zu ersparen, wurde mir schließlich von der Stallbesitzerin selbst gekündigt ("wegen Antipathien").
Vor einigen Tagen kam der Ehemann der Stallbesitzerin auf mich zu und wies mich daraufhin, dass ich offenbar beim Aussteigen aus meinem Auto das Auto seiner Frau beschädigt habe. Tatsächlich finden sich an beiden Autos entsprechende Lackschäden, die an dem Auto der Stallbesitzer auch relativ tief in den Lack gehen. Ich war erstmal ziemlich perplex und habe wegen der doch ziemlich eindeutigen Spurenlage festgestellt, dass ich wohl für den Schaden aufkommen müsse.

Inzwischen bin ich davon überzeugt, dass die Frau den Schaden verursacht hat. Die Stoßspuren sind so tief, dass ich den Schaden in jedem Fall direkt hätte bemerken müssen. Ein leichtes, umbemerktes Touchieren des anderen Wagens beim Aussteigen ist mit dem Schadensbild nicht vereinbar.
Ich parke mein Auto meist unabgeschlossen (mea culpa!!) im Hof im direkten Sichtfeld der Stallbesitzer. Ich vermute, dass die Stallbesitzerin beobachtet hat, dass ich mein Auto meistens nicht abschließe, und so auf die Idee kam, diesen Schaden zu verursachen. Ihr Auto ist knapp 20 Jahre alt mit "altersentsprechenden Gebrauchsspuren". Trotzdem wird die Reperatur teuer werden, vermute ich. Da ich seit 20 Jahren schadensfrei in meiner Kfz Haftpflichtversicherung bin, würde es für mich wahrscheinlich auch teuer werden, den Schaden über die Versicherung regulieren zu lassen.

Wie soll ich mich verhalten? Kann ich trotz der vordergründig eindeutigen Spurenlage bestreiten, dass ich den Schaden verursacht habe? Könnte ich mich von meiner Versicherung in der rechtlichen Auseinandersetzung unterstützen lassen?

27. Juli 2022 | 14:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Gemäß § 10 der Allgemeinen Bedingungen für die Ktaftfahrversicherung (AKB) obliegt dem eigenen Haftpflichtversicherer eine Doppelaufgabe:

- die Abwehr unbegründeter und
- die Befriedigung begründeter Ansprüche,

die gegen den Versicherungsnehmer geltend gemacht werden.

Zu diesem Zweck legt § 10 Abs. 5 AKB fest, dass der Haftpflichtversicherer vom Versicherungsnehmer eine umfassende Regulierungsvollmacht hat, von der in den Grenzen eines sehr weiten Ermessens bis zur Berücksichtigung reiner wirtschaftlicher Interessen der Versicherung Gebrauch gemacht werden darf.

In Ihrem Fall ist es so, dass es am Ende wahrscheinlich nicht wird aufgeklärt werden können, wer den Schaden verursacht hat. Die beteiligten Fahrzeughalter beschuldigen sich gegenseitig. Hier steht Aussage gegen Aussage.

Es ist möglich, ein Sachverständigengutachten zu der Frage einzuholen, welches Fahrzeug das andere gerammt hat. Solche Gutachten sind aber teuer und bewegen sich von den Kosten in vierstelligen Euro-Bereich. Sie führen oft zu keinem eindeutigen Ergebnis. Im Gutachten heißt es dann, von den Schadenspuren her ist es möglich, dass Fahrzeug A Fahrzeug B gerammt hat, es ist aber auch möglich, dass es umgekehrt war.

In solchen Fällen voraussichtlicher Unaufklärbarkeit tendieren Haftpflichtversicherungen dazu, die Hälfte des Schadens des Unfallgegners zu regulieren und verzichten auf die Einholung eines Gutachtens. Dies deshalb, weil die Einholung eines Gutachtens und die zu erwartende Führung eines Schadenersatzprozesses gegen den Unfallgegner höhere Kosten verursachen würde als die (teilweise) Schadenregulation. Letzteres ist dann aus der Sicht der Versicherungen wirtschaftlicher.

Als Versicherter haben Sie auf Grund des Regulierungsermessens der Versicherung keine Möglichkeit, der Versicherung eine Regulation zu untersagen, auch wenn Sie dadurch Ihren Schadenfreiheitsrabatt verlieren.

Ihre Haftpflichtversicherung unterstützt Sie, wenn sie den gegnerischen Schadenersatzanspruch nicht (voll) anerkennt, und der Gegner deshalb seine Ansprüche gegen Sie gerichtlich geltend macht. In diesem Fall bezahlt Ihre Versicherung die Prozess- und Anwaltskosten. Nach den Versicherungsbedingungen haben Sie die Obliegenheit, Ihrer Versicherung unverzüglich alle Umstände vollständig und wahrheitsgemäß mitzuteilen, deren Kenntnis für die Versicherung für die Entscheidung über die Regulation erforderlich ist. Wenn Sie das gegnerische Fahrzeug nicht gerammt haben (oder ein Rammen nicht bemerkt haben) und auch nicht wissen, wer es war, müssen Sie es der Versicherung mitteilen. Sie müssen der Versicherung auch mitteilen, dass Ihr Auto nicht verschlossen war.

Ihr eigener Schaden wird übrigens nicht von Ihrer eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung reguliert, sondern wenn, von der des Gegners (oder einer eigenen Kasko-Versicherung, falls eine besteht). Ihren Schaden müssen Sie der gegnerischen Haftpflichtversicherung melden. Wenn und soweit diese Ihren Schaden nicht reguliert, können Sie die gegnerische Versicherung und die Halterin des anderen Fahrzeugs auf Schadenersatz verklagen. Die Kosten für einen solchen Aktivprozess trägt aber nicht Ihre Haftpflichtversicherung, sondern diese müssen Sie aus eigener Tasche vorschießen, oder - falls vorhanden - eine Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt C. Norbert Neumann

ANTWORT VON

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