Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kratzer am Mietwagen

03.02.2020 14:21 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um einen angeblich von mir verursachten Schaden in Höhe von 431,70 € an einem gemieteten PKW. Ich bestreite die Schadenshöhe und auch die (schuldhafte) Verursachung und bitte Sie, mir zu raten, wie ich weiter vorgehen soll.

Was ist geschehen?

Über eine Internet-Plattform hatte ich am 20.01.2020 bei einem Mietwagenverleih einen Mietwagen gebucht. In dem Mietvertrag hatte ich eine Selbstbeteiligung bei Beschädigungen/Diebstahl von 950
Euro vereinbart .

Bei Übernahme des Fahrzeugs hatte ich unterschrieben, dass "keine Schäden dokumentiert" sind.
Mündlich versicherte mir die Angestellte der Mietwagenfirma, dass kleine Beschädigungen bis zur Größe einer 1-Euro-Münze unproblematisch seien. Sie zeigte mir auch eine solche Stelle am Auto. Diese mündliche Versicherung finde ich allerdings nicht in der mir elektronisch überlassenen "Zusammenfassung der Mietvertrag". Dieser Vertrag trägt meine Initialen, die Angestellte oder sonst ein Vertreter des Vermieters hat nicht gegengezeichnet.

Die Fahrt, die ich am 21.01. unternommen hatte, verlief ohne Zwischenfälle. Ich bin an keiner Bordsteinkante oder ähnlichem entlanggeschrappt, alles war super.
Es sei angemerkt, dass ich ein erfahrener Fahrer bin - seit Jahrzehnten in der höchsten Schadensfreiheitsklasse.

Als ich das Auto um kurz vor 18:00 Uhr zurück brachte, wies mich der Angestellte der Mietwagenfirma darauf hin, dass sich an der rechten Hinterradfelge ein Kratzer befände. Ich war überrascht und versicherte, dass er unmöglich von mir stammen könne. Der Angestellte nahm das zu Kenntnis und entgegnete, dass er die Angelegenheit mit der Kollegin besprechen werde, die mir das Fahrzeug morgens übergeben hatte.

Am vergangenen Montag, den 27.01. rief ich in die Filiale der Mietwagenfirma an und erkundigte mich, warum ich meine Kaution in Höhe von 250 € noch nicht zurück bekommen hätte. Als Antwort bekam ich, dass alles in Ordnung sei, das Geld sei unterwegs. Und tatsächlich, am 28.01. war die Kaution auf meinem Konto. Trotzdem erhielt ich per EMail vom 29.01. eine "Abrechnung zum Schadensfall" über 431,70 €.

Der Betrag ergibt sich aus einer "Reparaturkostenkalkulation nach Aktenlage" durch den TÜV Rheinland. Diesem lagen vor: die Fahrzeugpapiere und eine "Lichtbilddokumentation Auftraggeber". Die "Reparaturkostenkalkulation erfolgte auftragsgemäß ohne Objektbesichtigung nach Aktenlage"..."Diese Dokument ist nicht als Gutachtenersatz zu betrachten." Hauptposten ist das "Scheibenrad" (die Alufelge) i.H.v. 314 € plus 19 % MwSt.

Die Reparaturkostenkalkulation unterstellt, dass die Reparatur in Form eines Austausches der Felge erfolgt. Nach eigenen Recherchen ist der Kratzer jedoch viel preiswerter durch eine Lackierung zu reparieren.

Außerdem ist auf der Lichtbilddokumentation nicht oder fast nicht zu erkennen, dass sich in der Nähe des monierten Kratzers zwei weitere noch kleinere Kratzer befinden. Der TÜV-Gutachter macht keine Bemerkungen dazu, dass diese Kratzer eine andere Ursache haben als der monierte Kratzer. Das liegt womöglich daran, dass das Bildmaterial solche Feinheiten nicht erkennen lässt. Auf den Fotos, die ich selbst gemacht hatte, kann man jedenfalls gut erkennen, dass der montierte 2 cm-Kratzer durch eine vertikale Ursache erfolgte und die beiden anderen durch eine horizontale Ursache. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich gleich zweimal, aber völlig unterschiedlich mit der gleichen Felge an einem Bordstein o. ä. entlang geschrappt bin ist äußerst gering - sicherlich um ein Vielfaches geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass die Kratzer alt sind und ich sie bei der Übergabe übersehen habe.

Hinzu kommt etwas, was man auf den Fotos, die der TÜV hatte auch nicht sehen kann - wohl aber auf meinen Bildern:
Die Reifen zeigen keinerlei Kratzspuren auf. Dass ein Bordstein oder ein anderes Hindernis weder bei der vertikalen noch bei der horizontalen Beschädigung der Felge keinerlei Kratzer oder Schleifspuren am Reifen hinterlässt, erscheint ebenfalls unwahrscheinlich.

Abgesehen davon hatte mir die Angestellte der Mietwagenfirma versichert, dass Kratzer bis zu einer Größe von 1 €--Münze nicht ins Gewicht fallen. Wie sich aus dem Bildmaterial eindeutig ergibt, ist der monierte Kratzer etwas kleiner als 2 cm. Eine 1 €-Münze dagegen etwas größer als 2 cm.

In der Rechnung wird aber der Schaden so beschrieben:

"Kratzer-Circa 5 cm, felge BF RH"

Möglicherweise erklärt sich die Rechnung schon deshalb als ein Missverständnis. Möglicherweise aber auch nicht.

Ich hatte mich mit meinen Argumenten bereits an die Internet-Plattform gewandt, die mir die Mietwagenfirma vermittelt hatte, diese lehnt jeden Vermittlungsversuch ab.

Was raten Sie mir?

03.02.2020 | 15:31

Antwort

von


(833)
Hussenstraße 19
78462 Konstanz
Tel: 07531-9450300
Web: http://www.anwaltskanzlei-dotterweich.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Schilderung summarisch gerne wie folgt beantworte:

Hier ist problematisch, dass im Übergabeprotokoll „keine Schäden dokumentiert" sind und nunmehr doch ein Kratzer festgestellt worden ist. Im Hinblick auf die mündliche Versicherung, dass kleine Beschädigungen bis zur Größer einer 1-Euro-Münze nicht ins Gewicht fallen würden, sind Sie darlegungs- und beweispflichtig. Sollten Sie diesen Beweis nicht führen können, droht Ihnen dem Grunde nach eine Inanspruchnahme für die Reparaturkosten, die ggf. – etwa wenn das Fahrzeug bisher immer in einer markengebundenen Fachwerkstatt gewartet worden ist – auch auf Basis des Gutachtens geltend gemacht werden können. Bei einem solchen Vorgehen kann aber nur der „Netto-Schaden" ohne Mehrwertsteuer verlangt werden.

Angesichts der Tatsache, dass der Kratzer nun ca. 5cm lang sein soll, ist zu prüfen, ob dieser Kratzer tatsächlich während der Zeit der Nutzung des Wagens durch Sie eingetreten ist, dieser bereits bestanden hat oder erst anschließend hinzugekommen ist.

Sie sollten daher Ihrer Inanspruchnahme zumindest der Höhe nach widersprechen. Angesichts der Werte erscheint es wirtschaftlich sinnvoll, eine außergerichtliche Lösung zu finden.

Eine abschließende Beurteilung ist erst in Kenntnis aller Details, insbesondere der Schriftstücke zum Fall, möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Böhler
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Verkehrsrecht


ANTWORT VON

(833)

Hussenstraße 19
78462 Konstanz
Tel: 07531-9450300
Web: http://www.anwaltskanzlei-dotterweich.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Miet und Pachtrecht, Zivilrecht, Erbrecht, Vertragsrecht, Fachanwalt Verkehrsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90264 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Klar und deutlich, und sogar mit Humor ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Einfach einzigartig perfekt einfühlsam und geduldig wie meine vielen Fragen und Nachfragen ausführlich und auch für mich als Laie verständlich und vorallem auch schnell „Tag und Nacht" beantwortet werden. Meine Hochachtung und ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Es ging um die Frage, mit welchem Argument eine Mieterhöhung begründet werden kann, wenn kein Mietspiegel und keine Vergleichsmiete vorliegt. Diese Frage wurde zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet. ...
FRAGESTELLER