Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
488.406
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Kauf eines Motorrads - eventueller Unfallschaden -


| 17.08.2014 15:48 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Tag,
ich habe vor 1,5 Monaten ein Motorrad gekauft. Baujahr 2005. Vor kurzem stellte sich heraus das ein neuer Rahmen eingebaut wurde aus dem 2006 Modell, welches "glaub ich" sehr identisch ist. Ich stelle mir jetzt natürlich die Frage hat das Fahrzeug mal einen heftigen Unfall gehabt...
Im Kaufvertrag wurde vereinbart "Vorschäden möglich".

Schließt dieser Zusatz im Kaufvertrag eine Rückgabe aufgrund eines Unfallschadens aus, oder hätte der Händler, bei der ich es gekauft habe, explizit auf einen Unfallschafen hinweisen müssen?

Da Fahrzeug wurde zuvor aus Spanien importiert und wurde wahrscheinlich dem Händler nicht als Unfallfahrzeug verkauft.

Vielen Dank
17.08.2014 | 16:09

Antwort

von


62 Bewertungen
Heßstraße 90
80797 München
Tel: 089 / 12 66 73 0
Web: http://www.strafverteidiger-grasel.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Der Verkäufer ist dazu verpflichtet, ihm bekannte Vorschäden wahrheitsgemäß mitzuteilen. Werden solche Vorschäden wider besseren Wissens arglistig verschwiegen, so wären Sie als Käufer dazu berechtigt, den Kaufvertrag auf Grund dieser Täuschung anzufechten.

Nach Ihrer Schilderung hatte der Verkäufer selbst jedoch gerade keine Kenntnis etwaiger Vorschäden des Motorrads. Ein bewusst wahrheitswidriges Verschweigen scheidet daher aus. Dafür spricht auch die explizite Formulierung "Vorschäden möglich" im Kaufvertrag. Der Verkäufer hat also nicht behauptet, das Motorrad sei garantiert ohne Vorschäden, vielmehr wurde zum Ausdruck gebracht, dass dies möglich sei.

Auch ein mögliches Rückgaberecht auf Grund eines Sachmangels scheidet hier aus, da der Mangel bereits bei Übergabe des Motorrads vorlag und nicht verschwiegen wurde.

Im Ergebnis haben Sie daher leider keinerlei Möglichkeiten, den Verkäufer zu einer Rücknahme des Motorrades zu zwingen, es sei denn im Wege einer Kulanz.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen hier keine positivere Antwort geben kann.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Grasel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Mathias Grasel
Fachanwalt für Strafrecht

Nachfrage vom Fragesteller 20.08.2014 | 20:56

Sehr geehrter Herr Grasel,

zunächst vielen Dank für Ihre schnelle Antwort, allerdings habe ich zu einem Punkt noch eine Rückfrage.

Wenn ich sie richtig verstanden habe scheidet die Rückgabe aufgrund eines Sachmangels aus. Ist es aber nicht so, dass die Beweislast bei Sachmängeln bis zu 6 Monate nach Kauf beim Verkäufer liegt?
Könnte der Verkäufer dann trotzdem sagen, aufgrund dessen das er angegeben hat "Vorschäden seien möglich", er sozusagen immer für sich eine Escape Klausel einbaut und damit auf der sicheren Seite ist? "Man muss es ja nicht kaufen, wenn man damit nicht einverstanden ist" so klingt es für mich.

Ich habe leider keine vergleichbaren Urteile dazu gefunden (ich kenn mich zwar berufsbedingt im Steuerrecht gut aus, doch nicht beim Kaufrecht), aber für mich ist das keine überzeugende sondern wage Aussage des Verkäufers. M.E. wird in einem solchen Fall doch eher der Käufer geschützt als der Verkäufer.

Würden Sie mir diesen Punkt noch einmal näher erläutern und mit Gesetzes Angaben hinterlegen, sodass er für mich verständlicher wird?

Haben Sie vielen Dank

mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.08.2014 | 10:35

Sie spielen hier auf die Vorschriften des Verbrauchsgüterkaufs (§§ 474 ff. BGB) an. Nach § 476 BGB wird gesetzlich vermutet, dass ein Mangel, der sich innerhalb on 6 Monaten ab Gefahrübergang zeigt, dieser schon zum Zeitpunkt des Gefahrübergangs vorgelegen hat. Das hilft dem Käufer in den Fällen, in denen eine Sache als mangelfrei verkauft wurde und sich dann innerhalb dieser 6 Monatsfrist ein Mangel zeigt.

Hier ist es jedoch so, dass der Mangel bereits zur Zeitpunkt des Gefahrübergangs vorlag und auch indirekt im Kaufvertrag vermerkt wurde ("Vorschäden möglich").Der Mangel trat also nicht erst innerhalb von sechs Monaten auf, sondern war vielmehr bereits zuvor - nämlich bei Gefahrübergang - vorhanden.


Selbstverständlich können Sie den Händler kontaktieren und den Sachverhalt mit ihm besprechen. Vielleicht lässt sich eine einvernehmliche Lösung finden. Was eine gerichtliche Durchsetzung angeht, sehe ich jedoch äußerst geringe Erfolgschancen, weshalb ich Ihnen hiervon abraten würde.


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie müssen sich öfters auch noch um rechtliche Belange kümmern? Das fällt schwer. Für Sie haben wir die Flatrate für Rechtsberatung entwickelt.

Mehr Informationen
Bewertung des Fragestellers 23.08.2014 | 11:23


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Mathias Grasel »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23.08.2014
4/5.0

ANTWORT VON

62 Bewertungen

Heßstraße 90
80797 München
Tel: 089 / 12 66 73 0
Web: http://www.strafverteidiger-grasel.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Betäubungsmittelrecht, Strafrecht, Jugendstrafrecht, Verkehrsstrafrecht, Fachanwalt Strafrecht