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Kauf einer neuen Haustür

29.07.2019 14:16 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


Hallo, im Februar habe ich mir eine Haustür bei einem ortsansässigen Händler ausgesucht. Der Einbau der Tür wurde ebenfalls durch den Händler organisiert. Die Lieferzeit sollte 6 Wochen betragen. Nach 4 Wochen erhielt ich einen Anruf, dass der Türenhersteller Hörmann seine Produktionslinie geändert hätte. Die Tür könnte so wie bestellt nicht geliefert werden (Aussenansicht anthrazit / Innenansicht weiss). Wollte ich die Tür dennoch innen weiss so wäre ein Aufpreis von fast 1000 EUR fällig. Somit habe ich die Tür nochmal neu bestellt - beidseitig in der Farbe anthrazit.
Die Lieferzeit begann von vorne.
Nach vielen Wochen wurde die Tür eingebaut.
Als die Tür fertig eingebaut war, fiel mir auf, dass dies nicht die von mir bestellte Tür war. Bei meiner Tür sollte Rahmen und Türblatt bündig sein. Dies war nicht der Fall. Zudem wiess sie erhebliche Kratzer auf. Auch die Abschlussleisten wurden nicht montiert, weil angeblich nicht mitgeliefert. Die Mängel habe ich sofort dem Händler mitgeteilt. Er versprach sich hierum zu kümmern. In der Auftragsbestätigung ist tatsächlich die eingebaute Tür aufgelistet - nicht aber das Format was ich in der Ausstellung dem Verkäufer gezeigt habe. Woher soll ich wissen wie das Profil der Tür fachgerecht benannt ist?
Zudem kommt dass sich seit Wochen keiner um die Mängel gekümmert hat trotz mehrfacher Aufforderung.
Ich habe der Firma nun eine Frist zur Beseitigung der Mängel erteilt. Hierauf bekam ich tatsächlich eine Rückmeldung und am vergangenen Freitag wurden die Leisten eingebaut und die Tür überpoliert, um die Kratzer zu beseitigen. Leider sind die Kratzer noch immer sichtbar und auch die neu verbauten Leisten weisen Kratzer auf. Nun soll ich einer weiteren Nachbearbeitung zustimmen.
Nun zu meinen Fragen:
Muss ich einer weiteren Nacharbeitung zustimmen?
Oder kann ich darauf bestehen die Tür komplett austauschen zu lassen? So dass ich eine kratzerfrei Tür erhalte und die Tür eingebaut wird, die ich mir letztlich ausgesucht habe?
In welcher Höhe könnte ich einen Preisnachlass verlangen, wenn ich einer Nacharbeitung nochmal zustimme?
Welche Möglichkeiten der Schadensreduzierung habe ich rechtlich gesehen noch?



Vielen Dank im Voraus.
Freundliche Grüße


Einsatz editiert am 31.07.2019 15:30:26
31.07.2019 | 17:07

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zwischen Ihnen und dem Händler ist ein Kaufvertrag gem. §433 Abs. 1 BGB zustande gekommen.
Die ursprüngliche Leistung (Farbe weiß, anthrazit) ist unmöglich geworden, daher wurde ein neuer Kaufvertrag geschlossen (anthrazit, anthrazit).

Auch diese Tür wies eine negative Abweichung von der vereinbarten Beschaffung auf (Rahmen und Türblatt bündig), was einen Sachmangel darstellt. Problem ist die Beweislage: wird das nämlich von der Gegenseite bestritten, und legt man die Auftragsbestätigung zugrunde, liegt keine Abweichung vor und damit besteht kein Sachmangel.

Die Kratzer stellen ebenfalls einen Sachmangel dar, der Ihnen die Mängelrechte öffnet.
Diesbezüglich können Sie grundsätzlich

nach den §§ 440, 323 und 326 Abs. 5 von dem Vertrag zurücktreten oder nach § 441 den Kaufpreis mindern.

Einer weiteren Nachbesserung bzw. Fristsetzung bedarf es nach § 440 BGB dann nicht, die dem Käufer zustehende Art der Nacherfüllung fehlgeschlagen oder ihm unzumutbar ist. Eine Nachbesserung gilt nach dem erfolglosen zweiten Versuch als fehlgeschlagen, wenn sich nicht insbesondere aus der Art der Sache oder des Mangels oder den sonstigen Umständen etwas anderes ergibt.

Im vorliegenden Fall gab es in Bezug auf die Kratzer erst einen Nachbesserungsversuch. Sie müssen meiner Meinung nach noch eine Möglichkeit zur Nachbesserung geben. Dabei wird nicht zusätzlich eine Minderung vorgenommen. Erst wenn die Nacherfüllung gescheitert ist, können Sie den Kaufpreis mindern.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Richter


Rückfrage vom Fragesteller 31.07.2019 | 21:23

Guten Tag Herr Richter,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich wüsste gerne noch um wieviel Prozent eine Rechnung kürzbar ist bei den angegebenen Mängeln.

Freundliche Grüsse

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 31.07.2019 | 21:33

Sehr geehrte Frau Peter,

Minderung bedeutet "Herabsetzung des Kaufpreises". Die Berechnung erfolgt nach dem Gesetz. Danach ist der Kaufpreis in dem Verhältnis herabzusetzen, "in welchem zur Zeit des Vertragsschlusses der Wert der Sache in mangelfreiem Zustand zu dem wirklichen Wert gestanden haben würde", § 441 Abs. 3 Nr. 1 BGB .

Die Berechnungsformel lautet also: Neuer Kaufpreis = (Alter Kaufpreis x Wert mit Mangel) : Wert ohne Mangel

Beispiel: A kauft von B ein Auto. Dieses hätte mangelfrei einen Wert von 2.000 EUR. Mit Mangel hat es hingegen nur einen Wert von 500 EUR. Der Kaufpreis betrug 1.000 EUR. Danach ergibt sich folgende Rechnung: 1.000 EUR x 500 EUR) : 2.000 EUR = 250 EUR. Der neue, geminderte Kaufpreis beträgt somit 250 EUR.

In Ihrem Fall kann ich nicht beurteilen, welchen Wert die mangelhaft Sache hat. Aber ich hoffe, Sie können es nun für sich feststellen.

Beste Grüße
RA Richter

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